Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Magpies stehlen späten Sieg - Southampton verzweifelt an Barbosa

Ein lauer Frühlingsabend an der Südküste, 48.451 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, und am Ende dieses 29. Spieltags der 1. Liga England standen die Magpies aus Nottingham als lachende Sieger da. 3:2 hieß es nach 94 turbulenten Minuten, in denen Diego Barbosa den Unterschied machte - doppelt getroffen, doppelt genervt, doppelt gefeiert.

Schon die ersten Minuten gaben den Ton vor: Nottingham kam mit offenem Visier. In der 9. Minute nahm Barbosa Maß, als würde er im Training die Hütchen anvisieren - nur dass diesmal der Ball im Netz einschlug. Torjubel, Faust in den Himmel, und auf der Southampton-Bank schüttelte Trainer Michael Böning ungläubig den Kopf. "Wir hatten den Start verschlafen, und Barbosa hat uns dafür bestraft", knurrte er später.

Nur acht Minuten später wurde es noch bitterer für die Hausherren: Dusko Neziri, der rechte Flügelblitz der Magpies, vollendete nach schöner Vorlage von Linksverteidiger Harry McGrath. 2:0 - und im Gästeblock sang man schon von Europa, während Böning an der Seitenlinie wild gestikulierte, als wolle er das Spiel mit reiner Willenskraft zurückdrehen.

Doch Southampton wäre nicht Southampton, wenn sie nicht wenigstens kurz das Herz in die Hand nähmen. Nur eine Minute nach dem zweiten Gegentreffer konterten sie mit Wut im Bauch: Gerritt Van Cortlandt flankte mustergültig, Meir Pizanti rauschte heran und köpfte den Ball kompromisslos ins Eck. 1:2 - plötzlich war Leben in der Bude, und die Magpies wirkten, als hätten sie kurz vergessen, dass Fußball 90 Minuten dauert.

Zur Pause sah alles nach einer offenen Partie aus. Ballbesitz? 50 zu 49 Prozent - also quasi Gleichstand. Torschüsse? 11 zu 10, ein statistischer Schlagabtausch. Nur das Ergebnis blieb gegen die Saints.

Die zweite Hälfte begann mit viel Druck der Hausherren. Böning hatte wohl in der Kabine das Wort "offensiv" auf die Tafel gekritzelt, und seine Jungs setzten es um. Southampton presste hoch, rannte, biss. "Wir wollten ihnen den Spaß verderben", grinste Verteidiger Carles Ordono später - und tat genau das: In der 64. Minute war er nach einer Ecke zur Stelle, köpfte wuchtig ins Netz zum 2:2. Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, und selbst Trainer Böning sprang wie ein Teenager an der Seitenlinie auf.

Aber Fußball, dieser alte Zyniker, hat ein Herz für späte Dramen. Während Southampton in der Schlussphase alles nach vorn warf, lauerte Nottingham auf den einen Moment. In der 92. Minute kam er - und wieder hieß der Vollstrecker Barbosa. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Janos Bodog ließ der Südamerikaner zwei Gegenspieler stehen und schob eiskalt ein. 3:2 für die Magpies, und auf den Rängen herrschte betretenes Schweigen. Nur die rund 2.000 mitgereisten Fans aus Nottingham tanzten, als hätten sie gerade den Pokal gewonnen.

"Es ist ein großartiges Gefühl, der Mannschaft so helfen zu können", sagte Barbosa hinterher mit einem Grinsen, das wohl noch die Nacht überdauern dürfte. Sein Trainer Christoffer Reedtz lobte trocken: "Er schießt Tore, weil er denkt, dass das sein Job ist. Ich finde, das ist eine vernünftige Einstellung."

Southampton dagegen blieb nur der Trost, ein gutes Spiel gemacht zu haben. 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 11 Schüsse aufs Tor - das sind Werte, mit denen man in den meisten Spielen punktet. Aber eben nicht, wenn vorne ein Barbosa steht.

Ein wenig Frust ließ sich Böning dennoch nicht verkneifen: "Wenn du in der 92. Minute so ein Tor kassierst, willst du kurz alles hinschmeißen. Dann trinkst du einen Tee - und planst das nächste Spiel."

Kurios am Rande: Nottingham wechselte in der 90. Minute gleich dreimal - unter anderem den Torhüter, was selbst in der Premier League selten vorkommt. "Lewis Dubois hatte Krämpfe im kleinen Finger", witzelte Reedtz nachher, "und Fernando Antonio wollte ohnehin mal wieder Rasen unter den Stollen spüren."

So endete ein Spiel, das alles bot: Tempo, Tore, Emotionen und ein bisschen Chaos. Southampton bleibt nach dieser Niederlage im Mittelfeld stecken, während Nottingham mit Rückenwind nach oben schielt.

Und irgendwo in der Kabine des St. Mary’s summte wohl jemand leise: "Fußball kann so grausam sein." Aber das ist bekanntlich keine Ballade - sondern Alltag in der 1. Liga England.

19.12.643996 17:03
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich würde Helmut Kohl gerne einmal kennenlernen. Der wird genau so oft angefeindet wie ich. Aber da habe ich wohl keine Chance, weil der Bundeskanzler ja schon Berti Vogts adoptiert hat.
Dragoslav Stepanovic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager