Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Manchester Blues retten sich spät - 3:3 gegen bissige Hull Tigers

Ein 3:3, das wie ein Roman in zwei Teilen wirkte: In der ersten Halbzeit ein Drama, in der zweiten eine Erlösung. 36.312 Zuschauer im ausverkauften City Ground sahen am Freitagabend ein Spiel voller Tempo, Trotz und taktischer Widersprüchlichkeiten - und am Ende zwei Teams, die sich gegenseitig erschöpft, aber mit erhobenem Haupt verabschiedeten.

Hull Tigers legten los, als wären sie die Gastgeber. Schon in der 6. Minute klingelte es - Emil Musiala (der aus Hull, nicht der gleichnamige aus Manchester) zog aus der Distanz ab, der Ball flatterte leicht, und Blues-Keeper Adriano Morales sah aus, als hätte er gerade eine besonders komplizierte Matheaufgabe vor sich. 0:1. "Den darf ich niemals so reinlassen", knurrte Morales nach dem Spiel. "Aber ehrlich - der Ball hat sich bewegt wie ein UFO."

Neun Minuten später legten die Tigers nach. Dominique Corey, der bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, traf nach einer Ecke - Kopf, Latte, Tor, Jubel, 0:2. Die Blues schauten sich verdutzt an, als hätten sie gerade den falschen Film erwischt. Trainer Daniel Kontsch sprang an der Seitenlinie auf und fuchtelte wild mit den Armen. "Ich wollte ihnen klar machen, dass das kein Trainingsspiel ist", erklärte er später trocken.

Doch Hull hatte noch nicht genug: In der 26. Minute schnürte Corey seinen Doppelpack. Wieder war die Blues-Abwehr im Tiefschlaf, wieder reichte ein scharfer Pass von Carlos Machado, um die Innenverteidigung auseinanderzuschneiden. 1:3 stand es zur Pause - denn Ruben Ramirez hatte zwischenzeitlich in Minute 21 wenigstens einmal gezeigt, dass Manchester auch Tore schießen kann. Nach feiner Vorarbeit von Sean Lester drosch er den Ball humorlos unter die Latte.

Die Halbzeitstatistik sprach Bände: 14 Torschüsse der Tigers, 12 der Blues, aber vor allem ein klarer Eindruck - Hull spielte mutiger, galliger, aggressiver. 51,5 Prozent Zweikampfquote sagten alles. Trainer Mathias Oergel grinste in der Pause: "Wir wollten sie jagen, nicht streicheln."

Doch in der zweiten Halbzeit drehte sich das Blatt. Manchester übernahm nach und nach die Kontrolle, hatte 53 Prozent Ballbesitz und ließ den Ball nun zirkulieren, als wollten sie die Uhr hypnotisieren. Sergi Andrade, der flinke Linksaußen mit der Frisur eines Popstars, war plötzlich überall. In der 68. Minute belohnte er sich - bedient von Innenverteidiger Lucas Carey (ja, der durfte diesmal stürmen) - mit dem 2:3. Das Stadion erwachte.

Von da an rollte Angriff um Angriff auf Hulls Tor. Ramirez prüfte Keeper Joel Eliot mehrfach (91. und 92. Minute), James Adams versuchte es in der Nachspielzeit noch aus 25 Metern. Aber der eigentliche Held des Abends war wieder Andrade. In der 87. Minute fasste er sich ein Herz, zog nach innen und traf erneut - diesmal nach Vorarbeit von Sean Lester, der an diesem Abend mehr Kilometer machte als ein Postbote kurz vor Weihnachten. 3:3 - die Hölle wurde zur Ekstase.

"Ich hab’ einfach nicht aufgehört zu rennen", grinste Andrade nach Abpfiff. "Und irgendwann war der Ball dann halt drin. Vielleicht sollte ich das öfter probieren." Trainer Kontsch klopfte ihm auf die Schulter und sagte nur: "Wenn du das vorher gemacht hättest, wäre mein Puls heute niedriger."

Hull versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, brachte frische Flügelspieler, doch die Kraft reichte nicht mehr. Dominique Corey, der Doppeltorschütze, hatte am Ende Krämpfe in beiden Waden. "Das war eher Rugby als Fußball", japste er lachend.

Faktisch bleibt: Manchester mit leichtem Plus beim Ballbesitz, Hull mit mehr Torschüssen (14:12) und einer aggressiveren Spielweise. Taktisch blieb Kontschs Mannschaft bis zuletzt "balanced", während Oergel auf Offensive und wuchtige Einzelaktionen setzte - ein Rezept, das 45 Minuten lang wunderbar schmeckte, danach aber bitter nachwirkte.

Am Ende stand ein 3:3, das keiner so richtig einordnen konnte - zu wild für ein gerechtes Remis, zu spektakulär für Langeweile. "Wenn jedes Unentschieden so wäre", sagte ein Fan beim Verlassen des Stadions, "würde ich mir sogar freiwillig die Wiederholung anschauen."

Und so ging ein verrückter Abend in Manchester zu Ende, an dem beide Teams gewannen, obwohl keiner siegte - der Fußball inklusive.

16.12.644002 03:50
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich bin gespannt auf den ersten Augenblick, wenn er auf dem Spielfeld erstmals wegen seiner Erkrankung von einem Gegenspieler dumm angemacht wird. Wenn er ihm dann in die Eier tritt, dann weiß ich, dass er gesund ist.
Uli Hoeneß zum Gesundheitszustand von Sebastian Deisler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager