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Ein kühler Aprilabend im Old Trafford, 39.758 Zuschauer, Flutlicht, und die "Manchester Devils" machen kurzen Prozess mit den "Nottingham Magpies". 2:0 hieß es nach 90 Minuten - und das Ergebnis schmeichelte den Gästen noch. Nach nur 20 Minuten war die Messe gelesen, danach spielte nur noch eine Mannschaft, die in Rot. Schon in der 5. Minute bebte das Stadion: Mika Kuqi, der bullige Mittelstürmer, setzte sich nach einem klugen Steilpass von Manuel Pastorino durch und schob eiskalt zum 1:0 ein. "Ich hab nur gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit draußen war", grinste Kuqi später und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Da musste ich ihm ja helfen, wieder reinzukommen." Fünfzehn Minuten später folgte das 2:0, und wieder spielte Pastorino Regisseur. Diesmal legte er für Jamie Kirwan auf, der aus halbrechter Position trocken abschloss. Trainer Ronnie Ekström ballte an der Seitenlinie die Faust, dann drehte er sich mit einem zufriedenen Nicken zu seinem Co-Trainer: "So hab ich mir das vorgestellt - früh Druck, früh belohnen." Danach wurde das Spiel zu einer Art Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen. Die Devils kombinierten nach Belieben, ließen den Ball mit 52 Prozent Ballbesitz zirkulieren, und die Magpies wirkten, als hätten sie ihre Flügel zu Hause vergessen. Nur zwei Torschüsse der Gäste standen am Ende auf dem Statistikzettel - einer davon in der 49. Minute, als Egidius Schermerhorn wenigstens einmal Manchester-Keeper Amram Hanegbi beschäftigte. Der wischte den Ball mit lässiger Handbewegung über die Latte und rief seinem Verteidiger Marini zu: "Das war meiner, keine Sorge!" Die Magpies versuchten es in der zweiten Halbzeit mit mehr Leidenschaft, aber ohne Plan. Coach Christoffer Reedtz blieb stoisch an der Seitenlinie stehen, die Hände tief in der Manteltasche. Nach dem Spiel erklärte er nüchtern: "Wir wollten kontrolliert auftreten, aber gegen dieses Pressing war das wie Schach gegen einen Wirbelsturm." Auf der anderen Seite gönnte Ekström seinen Stammkräften zur Pause etwas Schonung: Kuqi, Bancroft und Marini machten Platz für die Youngster Marcus Steffens, Simeon Athanasiadis und Heinz Haase. Steffens sorgte prompt für frischen Wind - und für weitere Chancen. In der 69. und 71. Minute prüfte er den Magpies-Keeper Fernando Antonio, der mit Glanzparaden Schlimmeres verhinderte. "Der Junge hat Feuer", lobte Ekström später. "Wenn er so weitermacht, wird Kuqi bald Konkurrenz bekommen - und das sage ich nicht nur, weil ich ihn motivieren will." Die Devils feuerten aus allen Lagen: 21 Torschüsse, fast jeder zweite Angriff führte zu einem Abschluss. Logans Nolans Schlenzer in der 30. Minute zischte nur knapp vorbei, Bettencourt versuchte es in der 34. und 73. Minute - jeweils knapp über das Tor. Die Fans sangen unermüdlich, während die Magpies-Abwehr schwankte wie eine Laterne im Wind. Die Gäste kassierten immerhin nur eine Gelbe Karte: Brent Demeulenaer sah sie in der 54. Minute nach einem rustikalen Einsteigen gegen Pastorino. Der ließ sich theatralisch fallen, stand dann lachend wieder auf und klopfte seinem Gegenspieler auf die Schulter. "Alles gut, Brent, ich brauch auch mal ’ne Pause", soll er gesagt haben. Im letzten Drittel des Spiels verwalteten die Devils souverän, ohne wirklich nachzulegen. "Wir hätten noch drei machen können", seufzte Kirwan auf dem Weg in die Kabine. "Aber manchmal ist Kontrolle auch Kunst." Ekström nickte zufrieden: "Das war die erwachsenste Halbzeit, die ich von uns gesehen habe." Für die Magpies bleibt dagegen die Erkenntnis, dass man Spiele nicht mit Anstand, sondern mit Mut gewinnt. "Wir waren zu brav", gestand Reedtz. "Vielleicht sollten wir das nächste Mal ein bisschen mehr Teufel in uns haben." Am Ende blieb es beim 2:0 - ein Ergebnis, das die Überlegenheit der Devils nur unvollständig ausdrückt. 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein nie gefährdeter Sieg und ein Publikum, das sich schon in der 60. Minute entspannt zurücklehnte. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Das war kein Spiel, das war eine Lehrstunde. Und Nottingham war der Schüler, der die Hausaufgaben vergessen hat." Ein gelungener Abend für die Devils - und ein weiterer Beweis dafür, dass Ronnie Ekström seine Mannschaft nicht nur spielen, sondern auch genießen lässt. Für die Magpies bleibt immerhin der Trost, dass man gegen Teufel verliert, nicht gegen Zufall. 22.07.643996 06:03 |
Sprücheklopfer
Ich halte nix von Sex vor dem Spiel, besonders weil ich mir das Zimmer mit Salou teile.
Jan-Aage Fjörtoft