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Manchester Devils mit Arbeitssieg gegen Eindhoven - Kirwan trifft, Kuqi rackert

Ein grauer Dienstagabend in Manchester, 47.395 Fans, ein Flutlichtspiel in der Conference League - und am Ende ein 1:0, das in keinem Fußballmuseum landen wird, aber trotzdem irgendwie passte. Die Manchester Devils haben das Achtelfinal-Hinspiel gegen PVC Eindhoven gewonnen. Nicht glanzvoll, aber effektiv. Und manchmal ist das ja schon die halbe Miete.

Das Tor des Abends fiel in der 24. Minute. Jamie Kirwan, der zentrale Mittelfeldmann mit der Laufleistung einer Duracell-Batterie, fasste sich ein Herz und drosch den Ball nach Vorlage von Innenverteidiger Timofej Tertyschny humorlos unter die Latte. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er reingeht - ich wollte eigentlich flanken", grinste Kirwan später, während Tertyschny neben ihm trocken anmerkte: "Ich wollte eigentlich gar nicht passen."

Bis dahin hatten beide Teams gezeigt, dass sie zwar Tore wollen, aber nicht zu viele Risiken eingehen. Eindhoven begann überraschend mutig: Schon in der 14. Minute prüfte Nicolaas Vanderveer Devils-Keeper Amram Hanegbi mit einem satten Schuss aus der Distanz. "Der flatterte wie ein Bierdeckel im Wind", meinte Hanegbi später, "aber ich hatte ihn - irgendwann."

Kaum eine Minute später antworteten die Devils: Mika Kuqi, der bullige Finne im Sturmzentrum, zwang Samuel Poe im PVC-Tor zu einer Parade, die eher nach Volleyball aussah. Kuqi war sowieso der unermüdliche Antreiber, der immer irgendwo in Bewegung war, selten dorthin, wo der Ball gerade war, aber immerhin.

Nach dem Führungstreffer bestimmten die Gastgeber kurz das Geschehen. Asen Christow zog von rechts mehrfach gefährlich in den Strafraum, Logan Nolan prüfte Poe in der 41. Minute - doch weitere Tore blieben Mangelware. Stattdessen gab’s Gelb für Jean-Pierre Bettencourt, der in der 34. Minute meinte, er könne ein taktisches Foul mit einem Lächeln kaschieren. Schiedsrichterin Marta Kelemen konnte jedoch auch lächeln - und zückte die Karte.

Zur Pause wechselte Devils-Coach Ronnie Ekström und brachte John Devaney für Bettencourt - "weil Jean-Pierre schon mit einem Bein unter der Dusche stand", wie Ekström später launig erklärte. Eindhoven-Coach Markus Frey blieb dagegen seiner Defensiv-Ausrichtung treu - "Wir wollten das 1:0 halten, aber leider für uns", sagte er mit trockenem Humor.

In der zweiten Halbzeit kippte das Spiel leicht zugunsten der Gäste. Eindhoven hatte mehr Ballbesitz (am Ende 52,3 Prozent) und kam über Vanderveer und Diego Henriquez zu Chancen, die allerdings eher nach "Beinahe-Tor" als nach Torgefahr rochen. Hanegbi hielt, was auf ihn zukam, und was nicht kam, klärte Tertyschny mit rustikalem Charme.

Die Devils ihrerseits lauerten auf Konter. Alfie Perlman (60.) und erneut Kuqi (76., 94.) ließen Gelegenheiten liegen. "Ich wollte Spannung für’s Rückspiel", witzelte Kuqi nach dem Spiel, während Ekström nur die Stirn rieb: "Wenn Mika so weiterspielt, muss ich ihm bald einen GPS-Tracker verpassen - der läuft überall, nur nicht in den Strafraum."

Eindhoven versuchte in der Schlussphase mit frischen Kräften - gleich drei Wechsel in der 90. Minute - noch einmal Druck zu machen. Aber da war der Drops gelutscht. Die Devils verteidigten mit allem, was sie hatten, inklusive lautstarker Unterstützung von den Rängen.

Statistisch gesehen war’s ein Spiel auf Augenhöhe: jeweils acht Torschüsse, fast ausgeglichene Zweikampfwerte (49,7 zu 50,3 Prozent). Nur das Entscheidende sprach für Manchester - das Tor.

Trainer Frey fasste es am Ende nüchtern zusammen: "Wir haben nicht schlecht gespielt, nur nicht getroffen. Und das ist im Fußball manchmal ein Nachteil." Ekström konterte: "Ein 1:0 ist wie ein Espresso - klein, stark und manchmal bitter. Aber es wirkt."

So bleiben die Devils mit einem Fuß im Viertelfinale, auch wenn dieser Fuß gerade ziemlich müde wirkt. Eindhoven wird im Rückspiel zu Hause mehr riskieren müssen - und vielleicht auch mal aus der Distanz abziehen, ohne vorher den Ball zu polieren.

Und die Zuschauer? Die gingen zufrieden nach Hause - einer rief beim Hinausgehen: "Nicht schön, aber selten!" Das fasst es vielleicht am besten zusammen.

Ein Arbeitssieg mit Augenzwinkern - typisch Manchester Devils.

29.09.643996 12:09
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Bei solchen Anlössen kein Bier, das ist ja eine Katastrophe.
Rolf Rüssmann im Presseraum des Daimlerstadions, nachdem die Stuttgarter den Klassenerhalt geschafft hatten
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