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Das Pokalfinale zwischen Swindon Town und den Manchester Devils hatte alles, was ein englischer Fußballabend braucht: Regen, Leidenschaft, ein paar gelbe Karten - und natürlich den unvermeidlichen Helden in Rot. Am Ende hieß es 1:3, und während Swindon tapfer kämpfte, tanzten die Devils auf dem nassen Rasen von Wembley, als hätten sie das Drehbuch selbst geschrieben. Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Außenseiter aus Swindon. 43.500 Zuschauer sahen, wie die Mannschaft von Trainer Barney Cheep mutig anlief, als wollte sie den Pokal gleich in der ersten Viertelstunde klauen. Doch bereits in der achten Minute schlug der Teufel zu: Rafet Kisa, der rechte Flügelflitzer der Devils, nutzte eine Vorlage von Christopher Bancroft eiskalt - 0:1. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Kisa später, "und ehrlich gesagt, ich wollte eigentlich flanken." Ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird. Swindon aber zeigte, dass man mit Herzblut und jugendlicher Unbekümmertheit durchaus gegen den Favoriten anstinken kann. In der 17. Minute fiel der Ausgleich - und was für einer! Der 20-jährige Joseph Hawn, kaum alt genug, um im Mannschaftsbus vorne zu sitzen, traf nach schöner Vorarbeit von Louis Graysmark zum 1:1. "Ich hab einfach nur den Fuß hingehalten", sagte Hawn, sichtlich überfordert von den Mikrofonen. Trainer Cheep dagegen klopfte ihm auf die Schulter und murmelte: "Genau so hab ich’s geplant. Fast." Bis zur Pause war Swindon sogar das aktivere Team, hatte 12 Torschüsse im Spiel und fast gleich viel Ballbesitz wie der Gegner (49,7 Prozent). Doch Manchester blieb gefährlich - insbesondere dieser Kisa, der sich an jenem Abend offenbar vorgenommen hatte, das Netz zu zerschießen. In der 50. Minute tat er es erneut: Nach feinem Zuspiel von John Devaney drosch der 27-Jährige das Leder zum 1:2 in die Maschen. "Da war keine Hexerei dabei", meinte Devils-Coach Ronnie Ekström hinterher süffisant, "nur Training, Talent und ein bisschen Teufelswerk." Swindon versuchte es weiter, brachte frische Kräfte - Monroe für Hawn, später den jungen Hennessy, kaum 19 Jahre alt. Doch die Offensive blieb Stückwerk. Immer wieder rannte man an, immer wieder scheiterte man an der robusten Abwehr um Tobias Ludwig und Timofej Tertyschny. In der 74. Minute fiel dann die Entscheidung: Mika Kuqi, der bullige Mittelstürmer der Devils, köpfte nach einer Ecke von Ludwig zum 1:3 ein. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch - und ein Schlag in die Magengrube der tapferen Gastgeber. Trainer Cheep stapfte nach dem dritten Treffer mit hängenden Schultern durch die Coaching-Zone, rief seinem Team noch ein "Weiter, Jungs!" zu - doch tief im Inneren wusste er, dass der Pokal an diesem Abend in Richtung Manchester rollen würde. "Wir haben alles gegeben", sagte er später, "aber manchmal ist der Fußball eben ein zynischer Freund." Nicht ganz unschuldig an der Niederlage war auch die Cleverness der Devils. Zwei gelbe Karten - Jacinto Alvaro (47.) und Vicente Peyroteo (78.) - reichten, um zu zeigen: Hier wird gearbeitet, nicht dekoriert. Swindon dagegen blieb fair, beinahe zu fair. "Wir hätten vielleicht ein bisschen giftiger sein müssen", gestand Kapitän Mason Hathaway. "Aber Gelb steht uns einfach nicht." Statistisch gesehen war es ein offenes Spiel: 18 Torschüsse der Devils, 12 der Gastgeber, nahezu ausgeglichenes Ballbesitzverhältnis. Doch die Effizienz machte den Unterschied. Manchester schoss, Swindon hoffte. Und während die Devils gegen Ende offensiver und aggressiver wurden, fehlte Swindon die Präzision. Ihre letzten Versuche - Warriner in der 85., Cromwell in der 86. Minute - landeten dort, wo Träume enden: auf der Tribüne. Als Schiedsrichter Wilkins die Partie abpfiff, jubelten die Devils, als sei der Teufel los. Rafet Kisa wurde von seinen Kollegen unter einer Bierdusche begraben - "das ist mein Lieblingsregen", witzelte er, während Coach Ekström mit typisch nordischer Gelassenheit resümierte: "Wir hatten einen Plan, sie hatten Mut. Am Ende gewinnt der Plan." Swindon Town verließ den Platz erhobenen Hauptes. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit Applaus, der sich fast wie ein Sieg anfühlte. Und irgendwo in der Kabine soll Trainer Cheep gesagt haben: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens gegen den Teufel persönlich." So endete ein Pokalfinale, das mehr war als nur ein Spiel - es war eine kleine Fußballtragödie mit rotem Happy End. 03.02.643997 20:57 |
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Ich bin körperlich und physisch topfit.
Thomas Häßler