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Margate Reds siegen mit Stil: 2:0 gegen harmlose Bournemouth-Elf

Manchmal sagt eine Statistik mehr als tausend Worte: 19 Torschüsse zu 3, 59 Prozent Ballbesitz, zwei Tore und kein Gegentreffer - die Margate Reds ließen am Samstagabend im heimischen Stadion vor 54.146 Zuschauern nichts anbrennen. Bournemouth FC dagegen bot eine Vorstellung, die man selbst in einem Trainingsspiel wohl als "zurückhaltend" bezeichnen würde.

Schon nach 13 Minuten war klar, wohin der Abend laufen würde. Larry Vrooman, der zentrale Denker im Mittelfeld, spielte einen Zuckerpass in den Lauf von Gardar Kristinsson. Der Isländer nahm den Ball in vollem Lauf mit, schaute kurz auf und versenkte ihn eiskalt ins rechte Eck - 1:0. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wolle einfach rein. Da musste ich ihn nur begleiten", grinste Kristinsson später in der Mixed Zone.

Bournemouths Trainer Raffael Vogelsang stand da schon mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, die Stirn in Falten gelegt. "Wir wollten offensiv stehen, haben das auch gemacht - nur leider in die falsche Richtung", kommentierte er später trocken. Seine Elf, die laut Aufstellung offensiv ausgerichtet war, blieb harmlos wie ein Sonntagsspaziergang durch den Park.

Margate-Coach Ata Lameck dagegen dirigierte seine Spieler wie ein Dirigent ein Orchester - lautstark, gestenreich und mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Nach dem Führungstor spielten die Reds mit Selbstbewusstsein, kombinierten flüssig und stellten Bournemouths Defensive immer wieder vor Probleme. Pierre Pelletier prüfte den Torwart mehrfach mit satten Schüssen (24., 28., 54.), während Finlay Eliot und Didier Marceau die Flügel bearbeiteten, als gäbe es kein Morgen.

Nur einmal, kurz vor der Pause, kam Bournemouth gefährlich vor das Tor - William Lansbury zwang Margate-Keeper Rui Alves zu einer Glanzparade (41.). "Das war wichtig, sonst hätten die Jungs in der Kabine wieder angefangen, mich ’den Zuschauer im Tor’ zu nennen", witzelte Alves später.

Nach der Pause brachte Lameck frische Beine: Timo Schlotterbeck kam für Ernst Berger. Bournemouth reagierte mit gleich drei Wechseln in der 61. Minute - Bosworth, Millington und Neville sollten neuen Schwung bringen. Bekommen haben sie stattdessen drei Gelbe Karten (2., 86., 88.) und eine Rote in der Nachspielzeit: Guillaume Neville sah in der 95. Minute den Platzverweis nach einem rustikalen Einsteigen, das man nur noch mit "Frustabbau" beschreiben kann.

Während Bournemouth langsam die Lust verlor, spielten die Reds weiter auf. Klaus Kirchner, frisch eingewechselt, brachte über die rechte Seite Tempo - und genau dieser Kirchner war es, der in der 89. Minute den Schlusspunkt einleitete. Seine Flanke segelte präzise auf den zweiten Pfosten, wo Owen Beaulieu lauerte. Der Franzose nahm den Ball volley - 2:0, Feierabend.

"Ich hatte schon dreimal das Gefühl, jetzt muss er sitzen. Beim vierten Mal dachte ich: Jetzt oder nie", sagte Beaulieu, der nach Abpfiff in Richtung Fans jubelte und dabei fast im Kamerakabel hängen blieb.

Bournemouth-Coach Vogelsang wirkte nach dem Spiel erstaunlich gefasst. "Wir haben eigentlich gar nicht so schlecht gespielt - nur die anderen waren besser. Und das passiert uns diese Saison leider öfter." Ein Satz, der bei den mitgereisten Fans wohl weniger Trost spendete.

Ata Lameck hingegen lobte seine Mannschaft überschwänglich: "Das war Fußball, wie ich ihn liebe - aggressiv, mutig, mit klarer Idee. Wir haben das Spiel kontrolliert, auch wenn ich mir manchmal weniger Herzklopfen wünschen würde."

Herzklopfen dürfte Lameck aber auch in den kommenden Wochen begleiten, denn mit diesem Sieg bleiben die Margate Reds im oberen Tabellenviertel der 1. Liga England. Bournemouth dagegen taumelt weiter Richtung Tabellenkeller - und das, obwohl sie laut Taktikzettel "offensiv" agierten.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es vielleicht am besten auf den Punkt: "Wenn man 40 Prozent Ballbesitz hat, aber nur drei Schüsse, dann hilft auch keine Offensiveinstellung. Dann hilft nur beten."

Und während die Reds in der Kabine den Sieg besangen und Trainer Lameck ein breites Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam, stapften die Gäste wortlos Richtung Bus. Dort, so munkelte man, soll Vogelsang gesagt haben: "Nächste Woche spielen wir wieder offensiv - aber diesmal vielleicht auch nach vorne."

Ein Abend, der zeigte: Zahlen lügen nicht, aber sie erzählen manchmal eine sehr unterhaltsame Wahrheit.

29.01.644003 22:57
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Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.
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