Football Today
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Margate Reds trotzen den Devils - ein 1:1 mit Pfeffer und Pathos

Ein Freitagabend an der englischen Küste, Flutlicht, 59.000 Zuschauer - und ein Spiel, das mehr Drama als Tore bot. Die Margate Reds erkämpften sich gegen die favorisierten Manchester Devils ein 1:1, das sich anfühlte wie ein Sieg nach Punkten. Trainer Ata Lameck grinste nach Abpfiff: "Wenn du gegen Manchester in Unterzahl nicht verlierst, hast du was richtig gemacht - auch wenn sie die Unterzahl hatten."

Schon in den ersten Minuten war klar: Das hier würde kein gepflegter Teekränzchen-Fußball. Die Reds übernahmen mit 56 Prozent Ballbesitz das Kommando, während die Devils sich auf Konter verlegten - ein Plan, der anfangs gar nicht schlecht aussah. Bereits in der 7. Minute zwang Agafon Swetlow den Margate-Keeper Joshua Hannigan zu einer Glanzparade, und Jamie Kirwan wirbelte durchs Mittelfeld, als wolle er beweisen, dass "zentral" nicht "langweilig" bedeutet.

Doch Margate hielt dagegen. Morten Johannessen prüfte in der 10. Minute Devils-Schlussmann José Enrique Benito, der den Ball nur mit Mühe aus dem Winkel fischte. "Ich hab kurz gedacht, der Ball wäre schon drin - war er aber nicht", fluchte Johannessen später, während er sich den Schweiß aus den Augen wischte.

Zur Halbzeit stand es 0:0, aber die Stimmung kochte. In der 46. Minute platzte der Abend endgültig: Alen Rajic von den Devils sah nach einem rustikalen Einsteigen glatt Rot. "Ich hab den Ball gespielt - also ungefähr in seiner Nähe", verteidigte sich Rajic später mit einem Achselzucken. Trainer Ronnie Ekström kommentierte trocken: "Das war kein Foul, das war ein Bewerbungsschreiben für den Rugby-Verband."

Und dann, als die Reds witterten, dass das Pendel kippen könnte, schlugen die Devils zu - in Unterzahl. Jamie Kirwan zog in der 51. Minute aus 18 Metern ab, der Ball zischte flach ins rechte Eck. 0:1. Hannigan streckte sich vergeblich. "Ich wollte eigentlich fliegen, aber der Ball war schon weg", gab der Keeper selbstironisch zu.

Margate reagierte wütend, fast beleidigt. Lameck brachte frische Beine: Felipe Espriu kam für Zivojin Basta, später auch Gardar Kristinsson für Dimas Chalana. Doch der entscheidende Mann sollte ausgerechnet Basta selbst sein, der nach seiner Rückkehr aufs Feld (und einem kurzen Taktikwechsel auf "alles nach vorn") in der 75. Minute die Erlösung brachte. Nach einem feinen Zuspiel von Johannessen traf er per Dropkick zum 1:1. Stadionexplosion!

"Ich hab einfach draufgehauen. Der Ball hat entschieden, dass er rein will", grinste Basta, der sichtlich Spaß hatte an seiner eigenen Heldenrolle.

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor - nämlich das der Devils. Margate feuerte aus allen Lagen: Marley in der 78., Hoffmann zuvor schon in der 59. Minute - doch Benito hielt, was zu halten war. 13 Torschüsse der Reds, sieben der Devils, das sagte alles über das Kräfteverhältnis.

Ekström, der Devils-Coach, wirkte nach dem Spiel erstaunlich gelassen. "Ein Punkt mit zehn Mann? Das nehmen wir. Aber Rajic kriegt Montag eine DVD mit Regelkunde." Lameck konterte mit feinem Spott: "Wenn sie mit elf gespielt hätten, wäre es vielleicht 2:1 für uns ausgegangen."

Taktisch gesehen war es eine Begegnung der Gegensätze: Die Devils begannen defensiv, auf Konter lauernd, während die Reds mit Kurzpassspiel und wachsender Aggressivität im Pressing den Ball zirkulieren ließen. Am Ende hatten sie mehr vom Spiel - aber nicht mehr Tore.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es nach Abpfiff auf den Punkt: "War wie ein englischer Krimi. Viel Spannung, wenig Leichen." Ein Satz, den man sich merken sollte - denn in dieser Saison liefern die Margate Reds zuverlässig Stoff für Herzpatienten.

Und so blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das beiden Teams hilft, aber keinem wirklich reicht. Margate bleibt im Mittelfeld, die Devils behalten Anschluss an die Spitze.

"Manchmal ist Fußball eben gerecht - und manchmal ist ein Unentschieden die ehrlichste Lüge", meinte Basta beim Verlassen des Platzes. Ein Satz mit Poesie, fast so schön wie sein Tor.

Wenn die Reds dieses Feuer beibehalten, dürfte der nächste Gegner sich warm anziehen. Und wer weiß: Vielleicht schreibt Margate dann nicht nur Geschichten, sondern Geschichte.

03.11.643996 17:13
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Er hat's dann nochmal versucht, zu probieren.
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