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Margate Reds zerlegen Hucknall Town - ein 5:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Es war ein Abend, an dem man sich fragte, ob die "Reds" aus Margate heimlich mit einem überdimensionalen Magneten im Strafraum von Hucknall gespielt hatten. 52.720 Zuschauer sahen im Margate-Stadion eine Fußball-Lehrstunde, die in ihrer Klarheit fast unhöflich wirkte: 5:0 hieß es am Ende für die Gastgeber gegen ein Hucknall Town, das manchmal eher wie ein höflicher Besucher wirkte, der nicht stören wollte.

Schon nach 13 Minuten eröffnete Hansen Scranton das Schützenfest - eiskalt, schnörkellos, humorlos. Der Pass kam von Didier Marceau, der sich an diesem Abend offenbar vorgenommen hatte, jede zweite gefährliche Aktion einzuleiten. "Ich hab ihn einfach gesehen, und Hansen sieht man ja nicht oft übersehen", grinste Marceau später. Scranton nickte dazu nur, als hätte er gerade den Wetterbericht kommentiert.

Vier Minuten später ließ Harold Coeyman den Ball und den Torwart alt aussehen - 2:0. Die Vorlage kam, man höre und staune, aus der Innenverteidigung: Danijel Turina hatte einen dieser "Warum-nicht"-Pässe gespielt, die sonst nur in Jugendmannschaften funktionieren. Trainer Ata Lameck lachte später: "Danijel hat das wohl geahnt. Ich wollte eigentlich gerade ’nicht da durch!’ rufen, aber dann war der Ball schon drin."

Spätestens beim 3:0 in der 35. Minute war Hucknall Town nur noch Statist. Zivojin Basta schlenzte den Ball ins lange Eck, wieder nach Vorlage von Marceau, der sich damit endgültig in die Herzen der heimischen Fans dribbelte. "Wir haben uns heute einfach getraut", sagte Basta nach dem Spiel, "und wenn Didier dir den Ball gibt, solltest du was draus machen - sonst hörst du’s in der Kabine."

Die zweite Halbzeit begann, als hätte Hucknall Town sich in der Pause geschworen, "jetzt aber wirklich" Fußball zu spielen. Doch die Realität blieb unbarmherzig: Margate dominierte mit 52,5 Prozent Ballbesitz, was weit mehr über die Kontrolle aussagte, als die Zahl vermuten lässt. Hucknall kam zwar auf fünf Schüsse aufs Tor, aber keiner davon roch ernsthaft nach Gefahr. Torwart Rui Alves duschte nach dem Spiel trotzdem - aus Solidarität, wie er lachend erklärte.

In der 72. Minute legte Harold Coeyman noch einmal nach. Mit seinem zweiten Treffer krönte er einen Abend, an dem er zwischen Mittelfeldmotor und Vollstrecker pendelte. "Ich wollte eigentlich raus", gab er zu, "aber Ata meinte, ich hätte noch Energie. Da wollte ich ihn nicht enttäuschen." Sechs Minuten später machte Kai Marley das halbe Dutzend voll - gut, genau genommen das fünfte Tor, aber gefühlt war’s längst doppelt so viel. Wieder hieß der Vorlagengeber Didier Marceau, der damit an drei Treffern direkt beteiligt war.

"Didier war heute unser Herz", sagte Trainer Lameck nach dem Spiel mit einem zufriedenen Lächeln. "Und Harold vielleicht die Lunge. Hansen war dann wohl die Axt vorne drin." Sein Gegenüber Maddes Kaiser wirkte weniger poetisch: "Wir wollten offensiv spielen - tja, das haben wir dann wohl auch. Leider nur in der eigenen Hälfte."

Statistisch gesehen war Hucknall gar nicht so unterlegen, wie das Ergebnis vermuten lässt. Fast 48 Prozent Ballbesitz, fünf Abschlüsse aufs Tor - aber die Margate Reds waren einfach gnadenlos effizient. 17 Schüsse, davon fünf im Netz. Jeder Versuch schien ein Statement: "Wir können, wenn wir wollen."

In der 60. Minute kam Morten Johannessen für Klaus Kirchner, und kurz darauf Owen Beaulieu für Basta - frisches Blut, das die Partie ruhig zu Ende brachte. Die Zuschauer sangen, die Sonne neigte sich, und Hucknall Town wirkte zunehmend froh, als der Schiedsrichter endlich die Arme hob.

Am Ende blieb ein Spiel, das in die Kategorie "Lehrfilm" fällt. Die Reds spielten offensiv, aggressiv, mit Spaß und Präzision. Hucknall Town dagegen blieb tapfer, aber ideenlos. "Vielleicht hätten wir auch mal einen Marceau gebrauchen können", murmelte Hucknalls Mittelfeldmann Oscar Dennehy auf dem Weg in die Kabine - halb im Scherz, halb im Schmerz.

Und Margate? Die Fans träumen weiter. "Fünf Tore sind schön", meinte Doppelpacker Coeyman, "aber sechs wären runder gewesen." Typisch Coeyman - immer noch Luft nach oben.

Ein Abend, der zeigte: Wenn die Reds Lust haben, ist kein Gegner sicher. Hucknall Town durfte das leidvoll erfahren - 5:0, eine Zahl, die in Margate noch lange nachhallen dürfte.

03.02.643997 23:20
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