La Prensa Libre
+++ Sportzeitung für Costa Rica +++

Maxime trifft spät - Herediano klaut den Löwen die Punkte

Ein Flutlichtabend in Heredia, 17.731 Zuschauer, die Sonne längst hinter den Bergen verschwunden, und auf dem Rasen ein Spiel, das in seinen ersten 79 Minuten so aussah, als könne man es irgendwann in die Kategorie "bitte vergessen" einordnen. Doch dann kam Minute 80 - und ein Mann namens Yves Maxime schrieb die Geschichte des 26. Spieltags der 1. Liga Costa Rica. CF Herediano besiegte Lions Generalena mit 1:0 (0:0), ein Ergebnis, das nüchtern aussieht, aber auf dem Platz alles andere als nüchtern zustande kam.

Dabei hatten die Gäste aus Generalena eigentlich alles im Griff - zumindest statistisch. 17 Torschüsse feuerten die "Löwen" ab, während Herediano nur viermal ernsthaft auf das Tor zielte. 54 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote, mehr Tempo - und trotzdem: null Tore. "Wir haben alles versucht, außer den Ball reinzuschießen", sagte Lions-Coach Gerd Hauser nach dem Spiel mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor pendelte. "Vielleicht hätten wir den Ball mal bitten sollen."

Die Partie begann mit einem Feuerwerk - allerdings nur theoretisch. Schon nach vier Minuten prüfte Roberto Orlando Heredianos Keeper Gai Benayoun mit einem Distanzschuss, der so gefährlich war wie ein lauwarmer Kräutertee. Kamil Okonski, der auffälligste Mann der Gäste, versuchte es in der 6. und 29. Minute erneut, doch Benayoun hielt, was zu halten war. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", murmelte der Torwart später, "aber ich glaube, sie haben auf mich geschossen, bis der Ball Mitleid mit mir hatte."

Herediano? Spielte lange Zeit, als ginge es um Ballvermeidung. Der erste ernsthafte Abschluss kam in der 25. Minute durch Rafael Sousa - knapp drüber. Trainer Tim Schott stand da schon mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, rief einmal "Ruhe bewahren!" und meinte wohl eher "Irgendwer sollte mal aufwachen!".

Die erste Halbzeit endete 0:0, und auch zur Pause war klar: hier trifft heute wohl niemand - es sei denn, jemand stolpert über den Ball ins Glück. In der zweiten Hälfte wurden die Lions dann giftiger, junges Blut wie der 18-jährige Emilio Ferron brachte frischen Schwung, doch die Präzision blieb ein Fremdwort. Herediano blieb defensiv kompakt, was man in Costa Rica wohl "die Kunst des Überlebens" nennt.

In der 74. Minute sah Kamil Okonski Gelb, nachdem er Max McLeod etwas zu temperamentvoll in die Bande geschubst hatte. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich der Pole später. McLeod grinste: "Ich war dann wohl im Weg."

Dann die 80. Minute - als alle schon mit dem nächsten torlosen Unentschieden rechneten. Ein Freistoß aus dem Halbfeld, getreten vom erfahrenen Innenverteidiger Tiago Veloso. Der Ball segelte durch den Abendhimmel, fand Yves Maxime am linken Strafraumeck - der zog volley ab, der Ball küsste die Unterkante der Latte und sprang hinter die Linie. 1:0. Stadionexplosion.

"Ich hab einfach draufgedroschen", sagte Maxime später, noch mit Grasflecken im Gesicht. "Tiago meinte, er wollte eigentlich flanken. Ich sag immer: Hauptsache, einer weiß, was er tut." Trainer Schott klatschte an der Seitenlinie wie ein Mann, der gerade ein verlorenes Portemonnaie wiedergefunden hatte.

Die Lions rannten in den letzten Minuten wütend an. Filipe Moutinho (86.) und Humberto Costinha (89.) hatten noch Möglichkeiten, doch Benayoun wuchs endgültig über sich hinaus. "Er war heute unser Löwenbändiger", grinste Schott nach dem Schlusspfiff.

Statistisch betrachtet war das Ergebnis eine Frechheit. 17:4 Schüsse, 54 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und trotzdem null Punkte für Generalena. "Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", knurrte Hauser. "Und wenn doch, dann waren wir heute die hübscheren Verlierer."

Die Fans feierten Maxime und Benayoun minutenlang, während die Lions bedröppelt vom Platz schlichen. Einige Zuschauer sollen gesungen haben - nichts Offizielles, aber sinngemäß: "Ein Tor reicht, wenn’s das richtige ist."

Und so bleibt festzuhalten: CF Herediano spielte pragmatisch, effizient - und hatte an diesem Abend das Glück des Tüchtigen. Die Lions dagegen reisen mit einem Gefühl nach Hause, das jeder Angreifer kennt: alles richtig gemacht, außer getroffen.

Oder, wie es Maxime beim Rausgehen formulierte: "Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - nur dass heute wir die Pointe waren."

06.04.644000 07:50
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Und wenn dein Reden auch stockfalsch und blödsinnig ist - hauptsache, du tust wieder den Mund auf.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager