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Millwall feiert Darabont-Doppelpack - Southampton verzweifelt am eigenen Mut

An einem frischen Aprilabend, an dem 57.122 Zuschauer im St. Mary’s Stadium eher ihre Atemwolken als Tore sahen, zeigte der FC Millwall dem FC Southampton, wie man mit Pragmatismus und Präzision Fußballspiele gewinnt. 0:2 hieß es am Ende - verdient, deutlich und doch mit einer gehörigen Portion Ironie, denn eigentlich wollte Southampton offensiv glänzen. Es blieb beim Wollen.

Kaum hatte Schiedsrichter Wilcox die Partie angepfiffen, als Daniel Darabont, Millwalls quirliger Linksaußen, schon in Minute drei das erste Mal jubelnd Richtung Gästeblock sprintete. Nach einem klugen Pass von Bradley Crichton drosch er den Ball trocken ins lange Eck. Southamptons Torwart Gabriel Clancy streckte sich vergeblich, und Trainer Michael Böning sah bereits in der dritten Minute so aus, als hätte er die falsche Krawatte für diesen Abend gewählt. "Wir wollten mutig anfangen", sagte er später, "aber offenbar war Millwall noch mutiger - oder wacher."

Danach entwickelte sich ein Spiel, das man wohlwollend als "einseitig mit gelegentlichen Hoffnungsschimmern" beschreiben könnte. Millwall schoss insgesamt 22 Mal aufs Tor, Southampton ganze vier Mal. Das Verhältnis von Ballbesitz (56 zu 44 Prozent) spiegelte den Verlauf treffend wider: Millwall kontrollierte, Southampton kombinierte - meistens ins Leere.

Ein besonders symbolträchtiger Moment ereignete sich in der 14. Minute, als Manuel Tiago, der bullige Mittelstürmer der Gastgeber, aus spitzem Winkel abzog und Millwalls Keeper Ethan Caviness zu einer artistischen Flugeinlage zwang. "Ich hab ihn kommen sehen, aber ich wollte ihm den Glauben lassen, dass er eine Chance hat", grinste Caviness nach der Partie.

Southamptons rechte Seite um Gerritt Van Cortlandt versuchte es derweil mit Nachdruck - manchmal zu energisch. In der 21. Minute sah der junge Flügelspieler Gelb, nachdem er Darabont etwas zu herzlich an der Eckfahne begrüßt hatte. "Ich wollte nur das Gespräch suchen", rechtfertigte sich Van Cortlandt später mit einem schiefen Lächeln.

Millwall blieb ruhig, fast unverschämt abgeklärt. Trainer Sonny Crocket, stets mit Sonnenbrille und dem Habitus eines Mannes, der nie schwitzt, ließ seine Elf in der Defensive lauern und vorne gnadenlos zupacken. "Wir sind keine Schönspieler", sagte er trocken. "Aber wir wissen, wo das Tor steht."

Das bewies erneut Daniel Darabont in der 78. Minute. Nach einem Pass des eingewechselten Alexander Mayhew tanzte er elegant an zwei Verteidigern vorbei und schob den Ball eiskalt ins rechte Eck - 0:2, Deckel drauf, Feierabend. Die Heimfans seufzten kollektiver, als wäre gerade der letzte Bus verpasst.

Southampton versuchte es noch einmal mit allen Mitteln. Trainer Böning brachte den jungen Liam Allington zur Belebung des Zentrums, später auch Billy Benett auf der linken Seite. Doch was kam, waren eher harmlose Flanken und viel gute Absicht. Millwalls Abwehrchef Isaac Hartshorn räumte kompromisslos ab, als spiele er in einem Möbelhaus.

Kurz vor Schluss bekam auch Owen Hartshorn (vermutlich kein Verwandter) Gelb - ein kleiner Trostpreis für Einsatz, wenn schon kein Tor gelang. "Manchmal läuft’s einfach nicht", murmelte er in den Kabinengang, "und manchmal läuft’s dann eben Millwall."

Statistisch gesehen war es eine klare Sache: 22:4 Torschüsse, 56 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. Und doch hatte das Spiel seinen eigenen, fast komischen Rhythmus. Southampton rannte, Millwall traf. Am Ende applaudierten selbst einige Heimfans höflich, vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Erleichterung, dass es endlich vorbei war.

Darabont, der Mann des Abends, gab sich bescheiden: "Zwei Tore sind schön, aber wichtiger ist, dass wir als Team ruhig geblieben sind. Southampton hat uns Räume gegeben - das war nett von ihnen." Sein Trainer ergänzte grinsend: "Er hat jetzt doppelt so viele Tore wie unser Busfahrer - und der schießt nie daneben."

So endete ein Abend, an dem Millwall taktisch reif und zielstrebig agierte, während Southampton trotz offensiver Ausrichtung kaum Durchschlagskraft entwickelte. Vielleicht war es einfach einer dieser Tage, an denen der Fußball zeigt, dass Wille allein keine Punkte bringt.

Oder, wie ein alter Fan im Pub nach Abpfiff sagte, während er sein Pint anhob: "Southampton hat gespielt, als wollten sie das Meer trockenlegen - und Millwall hat ihnen gezeigt, dass Wasser eben nass bleibt."

Endstand: FC Southampton 0 - 2 FC Millwall. Zwei Tore von Daniel Darabont, 57.122 Zuschauer, ein klarer Sieg - und ein Abend, der für Southampton noch lange nachhallen dürfte.

11.10.643996 09:53
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Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wußte: Wenn der Franz 'Bulle' Roth sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn. Das Training war für mich Überlebenskampf - und ich habe mich dabei wunderbar entwickelt.
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