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Millwall tanzt in der Verlängerung - Darabont wird zum dreifachen Helden

London, 16. Mai 2026 - Es war ein Abend, der in den Katakomben des "Lions Den" noch lange widerhallte. 59.000 Zuschauer feierten den FC Millwall nach einem zähen, fast altmodisch britischen Pokalfight gegen Capelle, der erst in der Verlängerung explodierte. Am Ende stand ein klares, aber hart erarbeitetes 3:0 (0:0) - und ein Name, den sich ganz Millwall merken wird: Daniel Darabont. Dreimal traf der 25-jährige Linksaußen, dreimal ließ er das Stadion beben.

Dabei hatte zu Beginn wenig auf ein Torfestival hingedeutet. Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel taktischer Disziplin - oder, weniger freundlich ausgedrückt, eine Demonstration gepflegter Langeweile. Capelle verteidigte in Reih und Glied, Millwall rannte an, verlor aber immer wieder den Ball, als hätte jemand die Stollen mit Butter bestrichen. "Ich habe den Jungs in der Pause gesagt: Wenn wir schon kein Tor schießen, dann wenigstens einen sauberen Rasen hinterlassen", witzelte Trainer Sonny Crocket später mit einem Grinsen, das auch Erleichterung verriet.

Die Statistik sprach zur Pause Bände: 10:3 Torschüsse für Millwall, 49 Prozent Ballbesitz, aber null Zählbares. Capelles Keeper Mattia Castello war der Fels in der Brandung, und wenn er mal geschlagen schien, rettete ein Bein, ein Pfosten oder schlicht das Schicksal. In der 22. Minute donnerte Bradley Davonport einen Schuss ans Außennetz, dass die Tribünen kollektiv aufstöhnten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig - bis zur 80. Minute. Dann kam der Moment, auf den die Fans gewartet hatten: Elliot Lockwood, der 33-jährige Routinier auf der linken Seite, flankte mustergültig in die Mitte. Darabont schlich sich zwischen zwei Verteidiger, nahm den Ball aus der Luft und jagte ihn mit links unter die Latte. 1:0 - endlich! Der Jubel war so laut, dass selbst die Möwen über der Themse erschrocken aufflatterten.

Capelle, bis dahin eher sparsam im Angriff, musste nun öffnen. Trainer Micheal Jackson - ja, so heißt er wirklich - gestikulierte wild an der Seitenlinie, doch sein Team blieb blass. "Wir hatten einfach keinen Rhythmus. Und Millwall hat uns am Ende überrollt", bekannte Jackson später und schob mit einem schiefen Lächeln hinterher: "Ich hätte lieber getanzt als zugesehen."

In der Verlängerung wurde Millwall plötzlich zur Dampfwalze. Crocket hatte das Pressing hochgeschraubt, die "Lions" preschten nach vorn, als sei das Spielfeld ein Buffet kurz vor Schließung. In der 121. Minute spielte Alexander Mayhew einen Pass in die Tiefe, Darabont startete, blieb eiskalt und schob zum 2:0 ein. Nur vier Minuten später wiederholte sich das Schauspiel fast identisch: Mayhew, Pass, Darabont, Tor. 3:0 - und die Entscheidung.

"Ehrlich, ich hab einfach weitergelaufen, bis mich jemand aufhielt - aber keiner kam", grinste Darabont nach Spielende. "Das war heute mein Abend." Trainer Crocket ergänzte trocken: "Ich sag ja immer: Wenn du oft genug draufhaust, geht irgendwann einer rein. Daniel hat’s wörtlich genommen."

Capelle dagegen wurde von der eigenen Müdigkeit eingeholt. Drei Gelbe Karten - Derlei (33.), Aldonin (72.) und Caruso (105.) - zeugten von zunehmender Verzweiflung. Der letzte Torschuss der Gäste in der 120. Minute durch Linus Kukielka war mehr symbolisches Aufbegehren als echte Gefahr.

Die Statistiken unterstreichen Millwalls Dominanz: 20 Torschüsse zu 7, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Laufpensum, das selbst Marathontrainer stolz machen würde. Ballbesitz nahezu ausgeglichen - aber wer Tore schießt, hat am Ende recht.

Nach dem Schlusspfiff verwandelte sich das Stadion in ein Festzelt. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und Coach Crocket wurde mit einer Bierdusche überrascht, die eher nach Hochdruckreiniger aussah. "Ich wollte eigentlich noch ein Interview geben", rief er lachend, "aber jetzt rieche ich nach Siegeshopfen."

Und Capelle? Die Gäste schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz - aber fair. Kapitän Manuel Derlei klopfte Darabont anerkennend auf die Schulter und sagte nur: "Respekt, Junge. Heute warst du der bessere Mann."

So endet ein Achtelfinale, das erst spät Fahrt aufnahm, dann aber zum Millwall-Märchen wurde. Drei Tore in der Verlängerung, ein Held mit dem richtigen Fuß und ein Publikum, das noch Stunden nach Spielende "Darabont! Darabont!" rief.

Vielleicht war’s kein Fußball für Feinschmecker. Aber ganz sicher einer für Legenden.

14.03.644000 02:08
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