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Millwall tanzt Swindon aus - Lockwood glänzt beim 3:0-Heimsieg

Ein nasskalter Samstagabend in London, 56.929 Zuschauer im ausverkauften The Den, und die Löwen aus Millwall zeigten genau das, was ihre Fans lieben: Biss, Kampf und ein Schuss (oder besser gesagt drei) Klasse. Swindon Town kam mit großen Worten und offensiver Ansage - und fuhr mit hängenden Köpfen und drei Gegentoren zurück nach Wiltshire.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass Millwall an diesem 13. Spieltag der 1. Liga England nichts anbrennen lassen wollte. Daniel Darabont prüfte in der 5. Minute erstmals Swindons Keeper Freddie Huxley, der mit einem Reflex gerade noch parieren konnte. Joseph Lockwood, der Mann des Abends, legte kurz darauf gleich doppelt nach - die Gästeabwehr wirkte, als hätte sie den Anpfiff schlicht überhört.

Trainer Sonny Crocket stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, scheinbar gelassen, doch seine Augen blitzten bei jedem Ballgewinn. "Wir wussten, dass Swindon früh pressen will. Also haben wir sie einfach laufen lassen", grinste Crocket nach dem Spiel. Laufen lassen - und dann gnadenlos zugeschlagen.

In der 30. Minute dann das logische 1:0: Linksaußen Bradley Davonport schickte Lockwood mit einem perfekten Pass in die Tiefe, und der 24-jährige Stürmer versenkte eiskalt aus 14 Metern. Swindon protestierte halbherzig wegen vermeintlicher Abseitsstellung, aber der Linienrichter blieb standhaft - und Lockwood jubelte mit ausgestreckten Armen vor der Fankurve.

Swindon versuchte zu antworten, kam in der 37. Minute durch John Valentine zu einem ordentlichen Schuss, doch Millwalls Keeper Cameron Huxley war auf dem Posten. Trainer Barney Cheep raufte sich die Haare und brüllte: "Mehr Mut, Männer!", was seine Mannschaft immerhin zu zwei weiteren Distanzschüssen motivierte - allerdings ohne Ertrag.

Mit 1:0 ging es in die Pause. Millwall hatte mehr Ballbesitz (56 Prozent) und deutlich mehr Torschüsse (16:9 am Ende), doch das Ergebnis blieb gefährlich knapp. "Wir hätten da schon zwei, drei Tore mehr machen müssen", meinte Lockwood später selbstkritisch.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Swindon zunächst mehr Initiative. Bradley Cromwell prüfte Huxley in der 46. Minute, und Millwall wirkte kurzzeitig nervös. Doch dann kam die 70. Minute - und wieder Lockwood. Diesmal flankte Rechtsverteidiger George Clancy mustergültig, Lockwood stieg höher als alle anderen und köpfte zum 2:0 ein. Trainer Crocket riss die Arme hoch, während Swindons Coach Cheep nur noch den Kopf schüttelte. "Wenn du zweimal denselben Fehler machst, darfst du dich nicht wundern", knurrte er später.

Swindon hatte Pech: In der 65. Minute verletzte sich Mason Hathaway und musste raus, was den ohnehin wackligen Spielaufbau endgültig zerstörte. Ersatzmann Teemu Forssell mühte sich redlich, fand aber kaum Anschluss.

Millwall blieb giftig, aber nicht unfair - abgesehen von Noah Clancys gelber Karte in der 72. Minute, die er sich mit einem rustikalen Einsteigen an der Seitenlinie abholte. "Ich wollte nur den Ball spielen", sagte Clancy anschließend lachend, "aber der Ball wollte wohl nicht."

Und als alle schon auf den Schlusspfiff warteten, setzte Verteidiger Bradley Crichton in der 94. Minute den Deckel drauf. Nach einem schnellen Doppelpass mit Noah Clancy zog der Rechtsverteidiger aus 20 Metern ab - und der Ball schlug unhaltbar im linken Winkel ein. Spätestens da stand das Stadion Kopf.

"Das war Millwall-Fußball, wie man ihn sehen will", jubelte Crocket nach dem Abpfiff. "Aggressiv, diszipliniert, effizient." Sein Gegenüber Cheep sah das naturgemäß anders: "Wir wollten mutig spielen, aber manchmal ist Mut eben nur ein anderes Wort für Naivität."

Statistisch betrachtet war’s eine klare Sache: Millwall mit 56 Prozent Ballbesitz, höherer Zweikampfquote (53,4 Prozent) und einer Abschlussfreude, die Swindon schlicht überforderte. Lockwood war der Mann des Spiels - zwei Tore, unermüdlich vorne und ständig gefährlich.

Als die Fans nach dem Abpfiff "We are Millwall" in den Nachthimmel sangen, grinste Lockwood breit: "Ich hab’ mir vorgenommen, heute mal alles zu treffen, was sich bewegt - zum Glück war’s meistens der Ball."

Swindon dagegen muss sich fragen, wie man mit offensiver Grundhaltung so harmlos bleiben kann. Vielleicht lag es am nassen Rasen, vielleicht an Millwalls kompromissloser Defensive - oder an der Tatsache, dass Mut allein eben keine Punkte bringt.

So bleibt am Ende ein verdienter 3:0-Heimsieg für Millwall, der die Löwen in der Tabelle schnurren lässt - und Swindon mit hängenden Flügeln zurücklässt.

Oder, wie Trainer Crocket augenzwinkernd zusammenfasste: "Wir wollten keine Kunst machen. Nur Tore. Hat ganz gut funktioniert, oder?"

30.03.643994 13:57
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