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Es war ein lauer Maiabend in Moreira de Cónegos, 25.960 Zuschauer drängten ins Stadion, als Moreirense am 29. Spieltag der 2. Liga Portugal den Gast Pontassolense empfing. Lauer Abend, ja - aber das Spiel war alles andere als lau. Am Ende stand ein 5:0 auf der Anzeigetafel, und die Heimfans sangen noch, als der Rasen schon leer war. Trainer Sigi Heldt hatte seine Mannschaft auf "Offensivmodus" gestellt - und das war keine leere Ansage. Schon in den ersten Minuten prügelten sich die Stürmer Fabio Oliveira und Christian Gagne förmlich um den Ballbesitz im gegnerischen Strafraum. Nach kaum einer Viertelstunde hatte Moreirense schon mehr Abschlüsse als Pontassolense im ganzen Spiel. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Heldt später. Laut Statistik waren es 26 Torschüsse - und jeder zweite sah gefährlich aus. In der 35. Minute war es dann soweit: Marko Koroman, der flinke Mittelfeldmotor, nahm nach feinem Zuspiel von Diego Tiago Maß und drosch den Ball ins Netz. "Ich dachte, ich verlier das Gleichgewicht - aber dann war der Ball plötzlich drin", erklärte Koroman, während er sich die Schweißperlen aus der Stirn wischte. Das 1:0 war verdient, eigentlich überfällig. Pontassolense dagegen? Ein Team mit 50 Prozent Ballbesitz, aber ohne Idee. Vier Torschüsse in 90 Minuten - das klingt eher nach höflichem Anstandsbesuch als nach Angriffslust. Trainer Sigi Heldt brachte es trocken auf den Punkt: "Wenn die so weiterspielen, könnten sie auch Schach probieren." Nach der Pause ging das Spektakel weiter. Zwar verletzte sich Koroman in der 63. Minute - "nur eine Prellung", wie Heldt später beruhigte -, doch sein Ersatzmann Nael Simao sorgte gleich für den nächsten Paukenschlag. In der 70. Minute kam der Ball von Tiago Goncalves, Simao fackelte nicht lange: 2:0. Und kaum hatten sich die Zuschauer vom Jubel erholt, rappelte es schon wieder. Nur drei Minuten später, 73. Minute: Christian Gagne schloss eine sehenswerte Kombination über Simao ab - 3:0. Pontassolense wirkte jetzt endgültig wie ein Boxer kurz vor dem Knockout, taumelnd, desorientiert, ohne Deckung. "Ich hab den Jungs gesagt: macht’s ordentlich zu Ende", verriet Heldt später augenzwinkernd. Und sie gehorchten. Silvestre Gomes (82.) erhöhte nach einer Vorlage von Oliveira auf 4:0 - ein wuchtiger Linksschuss, der kaum zu halten war. Und der junge Tiago Goncalves setzte in der 87. Minute den Schlusspunkt, nach erneuter Vorarbeit von Simao: 5:0. Der Rest war Fußball zum Genießen - zumindest für die Heimfans. Pontassolense-Trainer (der Name wurde vom Verein diskret verschwiegen) stand nach dem Spiel wie versteinert am Spielfeldrand. "Wir hatten die falschen Schuhe an", murmelte er. Vielleicht meinte er auch: das falsche System. Denn während Moreirense offensiv sprühte, blieb Pontassolense in seiner "balancierten" Taktik - was in diesem Fall hieß: weder Fisch noch Fleisch, weder Angriff noch Verteidigung. Einziger Wermutstropfen für Moreirense: die Gelbe Karte für Vitor Pacos in der 80. Minute. "Ich wollte nur den Ball treffen", rechtfertigte sich der Linksverteidiger, "aber der Ball wollte nicht." Ansonsten war es eine Demonstration. Moreirense spielte mit 49,6 Prozent Ballbesitz, also sogar leicht weniger als der Gegner, aber das täuscht: jeder Ballkontakt hatte Ziel und Tempo. "Das war wie ein Schnellzug gegen eine Pferdekutsche", kommentierte ein begeisterter Fan auf der Tribüne. Und tatsächlich, es war ein Statement-Sieg. Mit diesem 5:0 katapultiert sich Moreirense in die Spitzengruppe - und Pontassolense muss sich ernsthaft fragen, ob der Klassenerhalt noch mehr als eine mathematische Hoffnung ist. Zum Schluss sagte Heldt mit einem schelmischen Lächeln: "Ich hab den Jungs freigegeben - sie sollen morgen mal ausschlafen. So viele Tore sieht man ja nicht alle Tage." Ein Spiel, das man in Moreira so schnell nicht vergisst: fünf Torschützen, fünf Treffer, ein verletzter Held und ein Publikum, das noch lange nach Abpfiff feierte. Und irgendwo in der Kabine summte jemand: "So spielt man Fußball." (Etwa 615 Wörter) 11.05.644000 04:02 |
Sprücheklopfer
2 bis 3 Prozent.
Stefan Effenberg auf die Frage, wieviel Prozent seiner Leistungsfähigkeit er nach einer langen Verletzungspause schon abrufen könne