Tuttosport
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Musiala erlöst Albinoleffe spät - Piacentina verzweifelt am eigenen Strafraum

Es war ein lauer Frühsommerabend in Piacenza, 4668 Zuschauer im kleinen Stadion, der Himmel roch nach Grillkohle und Hoffnung - und am Ende nach Frust. Der FC Piacentina verlor am dritten Spieltag der 4. Liga (3. Div) mit 0:1 gegen AC Albinoleffe - ein Ergebnis, das harmlos aussieht, aber eine ganze Geschichte von verpassten Chancen, gelben Karten und einem späten Stich ins Herz erzählt.

Von Beginn an machte Albinoleffe deutlich, dass sie keine Lust auf italienisches Abtasten hatten. Schon in der dritten Minute prüfte Tiago Coelho den Torhüter Mancuso, der mit einer Hand parierte und danach schnaubend seine Abwehr zusammenstauchte. "Ich hab doch gesagt, enger stehen!", brüllte er, während Coelho bereits den nächsten Versuch vorbereitete. Insgesamt 21 Torschüsse feuerten die Gäste ab - Piacentina kam auf magere drei.

Die Gastgeber versuchten es mit Offensivdrang auf dem Papier, aber auf dem Rasen blieb davon wenig übrig. Trainer - dessen Name man nach dem Abpfiff lieber nicht wissen wollte - hatte seine Elf zwar offensiv ausgerichtet, doch die taktische Realität sah aus wie: Ball hintenrum, langer Schlag, Ballverlust. Albinoleffe dagegen spielte geduldig, mit starkem Druck über die Flügel und erstaunlicher Ruhe, auch nachdem der junge Rechtsverteidiger Edoardo Gasparini in der 26. Minute verletzt raus musste. "Er hat sich beim Sprint das Knie verdreht, das sah gar nicht gut aus", sagte Coach Emiliano Dicetutto hinterher - und wechselte sofort den erfahrenen Benayoun ein.

Piacentina antwortete in der 28. Minute mit der ersten Gelben Karte: Cristian Ottonello grätschte ohne Not in der gegnerischen Hälfte. Es war der Beginn einer kleinen Pyjama-Party in Gelb: Cattaneo (34.), Pozzi (69.), Gruber (81.) und Pichler (88.) durften sich ebenfalls ein Erinnerungsstück vom Schiedsrichter abholen.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0, auch weil Mancuso zweimal glänzend parierte und Coelho bei einem Kopfball den Pfosten küsste. In der Halbzeit hörte man aus der Kabine von Piacentina lautes Gepolter - angeblich flog eine Wasserflasche, und einer der Ersatzspieler murmelte: "Wenn wir so weiterspielen, fliegt gleich der Trainer."

Nach Wiederanpfiff das gleiche Bild: Albinoleffe drückte, Piacentina mauerte und hoffte. In der 58. Minute setzte Pozzi einen der seltenen Gegenstöße an, verzog aber weit. "Ich hab ihn doch perfekt getroffen!", behauptete er später mit einem Grinsen, das selbst seine Mitspieler nicht ganz glaubten.

In der 70. Minute brachte Dicetutto den flinken Davide Crosia für den 18-jährigen Meloni - und das erwies sich als goldrichtig. Crosia brachte Tempo und Chaos auf der linken Seite, riss Lücken, und plötzlich roch alles nach einem späten Treffer.

Und der kam. 86. Minute: Rechtsaußen Eugenio Catanzaro flankt butterweich in den Strafraum, Piacentinas Abwehr schaut zu wie bei einer Kunstinstallation, und Emil Musiala - 23 Jahre, bisher unauffällig - nimmt den Ball volley. Das Leder rauscht ins Netz, Mancuso streckt sich vergeblich. 0:1, die Entscheidung.

"Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt hab ich die Augen zugemacht", grinste Musiala nach dem Spiel. Sein Trainer Dicetutto ergänzte trocken: "Endlich hat er mal nicht zu viel nachgedacht."

Piacentina versuchte in den letzten Minuten noch, irgendetwas wie Druck aufzubauen, aber außer einem halbherzigen Kopfball von Henrique (71.) kam nichts mehr. Stattdessen kassierte Pichler noch Gelb - sinnbildlich für einen Abend, an dem die Gastgeber ihre Energie ins Falsche steckten.

Statistisch betrachtet war das Spiel eine klare Sache: 21:3 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 58 Prozent für Albinoleffe. Nur das Ergebnis ließ lange auf sich warten. "Wir hätten schon in der ersten Halbzeit alles klar machen müssen", seufzte Coelho, der gleich fünf Mal abschloss und jedes Mal an Mancuso oder seiner eigenen Zielgenauigkeit scheiterte.

Für Piacentina war es ein bitterer Abend. Die Fans pfiffen, doch viele blieben trotzdem bis zum Schluss. Einer rief von der Tribüne: "Macht wenigstens noch ein Foul, damit es sich lohnt!" - woraufhin Gruber prompt Gelb sah.

So blieb es beim 0:1, einem Ergebnis, das Albinoleffe den zweiten Saisonsieg bringt und Piacentina in die Sinnkrise stürzt.

"Wir müssen ruhiger werden, mutiger, galliger", sagte Kapitän Pichler hinterher - und schaute dabei aus wie jemand, der gerade bemerkt hat, dass der Abstiegskampf schon begonnen hat.

Fazit eines zähen, aber unterhaltsamen Abends: Albinoleffe belohnt sich spät für Dauer-Pressing, Piacentina kämpft tapfer, aber planlos. Und irgendwo in der Kabine dürfte noch immer eine Wasserflasche liegen, die an diesem Abend mehr Richtung hatte als die Offensive der Gastgeber.

21.11.644002 21:28
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Der Trainer wird uns schon auf den Boden zurückholen. Morgen wird es den längsten Waldlauf der Geschichte geben!
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