Tuttosport
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Napoli tanzt Genua aus - Ein 5:0 wie aus dem Lehrbuch

Es war einer dieser lauen Abende in Neapel, an denen der Vesuv friedlich glimmt, die Pizza duftet - und der AC Neapel seine Gäste in Grund und Boden spielt. 39.548 Zuschauer im Stadio San Paolo (pardon, offiziell heißt es längst anders, aber Tradition verpflichtet) sahen am 12. Spieltag der Serie A ein Fußballfest mit fünf Toren, das so einseitig war, dass Genuas Torwart vermutlich heute noch Albträume vom Kurzpassspiel der Himmelblauen hat.

Schon nach nicht einmal sechzig Sekunden rappelte es im Kasten der Gäste. Daniel Kinsella, 32 Jahre alt, aber mit der Frische eines Teenagers, traf nach feinem Zuspiel von Salvador de los Reyes zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kinsella nach dem Spiel, "aber dann dachte ich mir: Ach, warum nicht gleich rein damit?" Trainer Giovanni Diaco lachte daneben: "Wenn alle meine Spieler so ’versehentlich’ treffen, unterschreibe ich sofort."

Genua, das unter Coach Mario Roth mit einer ausgeglichenen, aber seltsam zahmen Taktik angereist war, brauchte geschlagene 13 Minuten für den ersten Torschuss - und das blieb für lange Zeit auch ihr einziger Lichtblick. Die Statistik spricht Bände: 25 Torschüsse für Neapel, ganze zwei für Genua. Ballbesitz? 53 zu 47 Prozent, aber das täuscht. Denn während Neapel den Ball wie an der Schnur zog, schien Genua ihn eher als lästiges Objekt zu betrachten, das man schnellstmöglich wieder loswerden wollte.

In der Halbzeit führte Neapel "nur" 1:0, was weniger an Genuas Abwehrkunst als an Neapels Verspieltheit lag. "Wir wollten die Fans unterhalten", sagte Rechtsaußen Christopher Gady trocken. "Ein frühes 3:0 wäre ja langweilig gewesen."

Kurz nach Wiederanpfiff nahm Diaco zwei Wechsel vor: Der junge Eugenio Di Iorio kam für Freddie Couture und der 19-jährige Filippo Belvedere ersetzte Michael Poggi. Beide sollten noch glänzen - und wie! In der 58. Minute erhöhte Di Iorio auf 2:0, natürlich nach Vorlage von Kinsella, der plötzlich als Dirigent im Mittelfeld schwebte. "Ich hab ihm nur zugerufen: Lauf!", erzählte Kinsella später. "Er ist gelaufen. Der Rest war einfach."

Elf Minuten später durfte Belvedere selbst jubeln - und das als Rechtsverteidiger. Sein Weitschuss aus 20 Metern schlug unhaltbar ein. Wieder hatte de los Reyes die Finger (oder besser: den Fuß) im Spiel. Der 25-jährige Spanier war an drei Treffern beteiligt und wurde völlig verdient zum Mann des Abends gewählt.

Ab der 70. Minute wurde es dann zur Gala. Raphael Reich, eigentlich als linker Verteidiger fürs Grobe zuständig, schlich sich in der 82. Minute nach vorne und zirkelte den Ball nach Doppelpass mit Belvedere ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", behauptete Reich später - offenbar ein Running Gag in der Mannschaft.

Die Krönung kam in der Nachspielzeit: Christopher Gady setzte in der 96. Minute den Schlusspunkt zum 5:0, erneut nach Vorlage von de los Reyes. Der Jubel war ausgelassen, die Genua-Spieler dagegen blickten wie Schüler, die das falsche Klassenzimmer erwischt haben.

Trainer Mario Roth fand nach dem Debakel erstaunlich ruhige Worte: "Wenn man in Neapel fünf Tore kassiert, ist das fast ein Kompliment - immerhin haben sie uns ernst genommen." Und fügte mit einem schiefen Lächeln hinzu: "Unsere Taktik war balanced, aber das Ergebnis war eindeutig unbalanced."

Neapel hingegen feierte sich selbst, und das zu Recht. Der Mix aus erfahrenen Kräften wie Kinsella und aufstrebenden Talenten wie Di Iorio und Belvedere funktionierte prächtig. "Wenn du siehst, wie die Jungs Spaß haben, dann weißt du: Das ist Fußball", schwärmte Coach Diaco.

Die Gelben Karten - eine für Belvedere (54.), eine für Kendall (84.) und eine für Genuas Jemez (87.) - gingen im Jubel fast unter. Auch Torwart Arpad Toth musste sich kaum beweisen; seine zwei Paraden waren eher symbolischer Natur.

So endete ein Spiel, das schon nach wenigen Minuten entschieden war, aber trotzdem bis zur letzten Sekunde unterhielt. Napoli spielte nicht nur Fußball, sie zelebrierten ihn - mit Leichtigkeit, Präzision und einer Prise Frechheit.

Oder wie es Fan Luigi im Radio zusammenfasste: "Fünf Tore? Ich hab zwischendurch die Pizza im Ofen vergessen. Aber das war’s wert!"

Ein Fazit mit Augenzwinkern: Wenn der AC Neapel weiter so spielt, sollte man bald Eintrittskarten nicht fürs Stadion, sondern fürs Theater verkaufen - denn was hier geboten wurde, war hohe Kunst mit Ball.

23.02.644003 14:28
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Wenn ich natürlich bei meinen Sechs-Minuten-Einsätzen bis zur Winterpause 30 Tore schieße, werde ich vielleicht nicht gehen dürfen.
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