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Nazareth Blues tanzen die Dolphins aus - 2:0-Sieg mit späten Tönen

Es war einer dieser Abende im Stadion von Nazareth, an denen man sich fragt, warum Fußball nicht gleich zur Pflichtveranstaltung für Herzpatienten erklärt wird. 12.500 Zuschauer erlebten eine Partie, die erst spät Fahrt aufnahm - aber dann gleich doppelt lohnte. Die Nazareth Blues besiegten die Ashdod Dolphins mit 2:0 (0:0) und ließen das heimische Publikum jubeln, als hätte man gerade die Champions League gewonnen.

Dabei begann alles so zäh wie ein Trainingsspiel am Sonntagmorgen. Beide Teams starteten taktisch "balanciert", was in etwa so aufregend war, wie es klingt. Die Blues hatten mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, die Dolphins hielten tapfer dagegen - auch wenn ihr Pressing so zahnlos blieb wie ein alter Goldfisch.

Die ersten Minuten gehörten den Gästen: Schaul Peretz prüfte in der 11. Minute Blues-Keeper Haim Bischara, der mit einer artistischen Parade glänzte. "Ich hab’ den Ball gar nicht gesehen, nur gespürt", grinste Bischara später, während er sich demonstrativ den Staub von den Handschuhen klopfte.

Kurz darauf folgte ein unglücklicher Moment für die Hausherren: Mittelfeldmann Haim Galili verletzte sich nach einem Zweikampf und musste in der 29. Minute vom Platz. Für ihn kam Yehudit Levinger, die später noch auf andere Weise auffallen sollte. Trainer der Blues - nennen wir ihn, wie es sich gehört, ein Mann mit Mut zum Risiko - schob seine Spieler danach etwas nach vorne, was zumindest den Anschein von Angriffslust weckte.

Die erste Halbzeit endete torlos, aber nicht ereignislos. Dolphins-Verteidiger Yaniv Peretz sah Gelb, nachdem er Halvor Lauritzen mit einem rustikalen Tackling an die Werbebande beförderte. "Ich wollte nur den Ball", rechtfertigte sich Peretz, worauf Lauritzen trocken zurückgab: "Dann solltest du vielleicht weniger den Mann treffen."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig - zunächst. Beide Teams spielten weiter kontrolliert, beinahe höflich. Doch dann kam die 68. Minute, und plötzlich wurde es himmlisch blau in Nazareth. Linksaußen Halvor Lauritzen zog von der Seite nach innen, sah die Lücke und donnerte den Ball aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel - 1:0 für die Blues! Das Stadion bebte, und Lauritzen lief zur Eckfahne, wo er sich vor den Fans verneigte. "Ich dachte eigentlich, der geht drüber", gab er lachend zu. "Aber ein bisschen göttliche Hilfe schadet nie."

Die Dolphins versuchten danach alles, um wieder ins Spiel zu kommen, doch die Präzision fehlte. Pinchas Ohayon hatte in der 75. und 80. Minute zwei gute Chancen, doch entweder flog der Ball in Richtung Parkplatz oder Bischara war wieder zur Stelle. Trainer der Dolphins, sichtlich genervt, schrie von der Seitenlinie: "Bleibt ruhig!", worauf sein Stürmer Simeon Markopoulos zurückrief: "Ich bin ruhig, der Ball nicht!"

In der 87. Minute dann der endgültige Knockout: Rechtsaußen Meir Naot setzte sich auf seiner Seite stark durch, flankte präzise in den Strafraum, wo ausgerechnet Linksverteidiger Chaim Sapir auftauchte. Mit der Selbstverständlichkeit eines gelernten Torjägers verwandelte er zum 2:0. "Ich wusste gar nicht, dass ich so weit vorne bin", lachte Sapir später. "Aber wenn man schon mal da ist, kann man ja auch treffen."

Kurz darauf sah die eingewechselte Yehudit Levinger Gelb - vermutlich aus reiner Begeisterung über die eigene Einsatzfreude. Danach war Schluss, und die Blues feierten ausgelassen mit ihren Fans.

Statistisch betrachtet war es ein Duell auf Augenhöhe: 11 Torschüsse für Nazareth, 10 für Ashdod, fast ausgeglichener Ballbesitz. Doch während die Dolphins ihre Chancen verstreuten wie Konfetti, bewiesen die Blues Effizienz und Geduld - Tugenden, die in dieser Liga fast schon exotisch wirken.

"Wir haben endlich gezeigt, dass wir nicht nur schön, sondern auch erfolgreich spielen können", sagte Blues-Coach nach dem Spiel, während er seinen Spielern auf die Schultern klopfte. Sein Gegenüber von den Dolphins hingegen murmelte nur: "Wenn wir so weiterspielen, werden wir bald zu echten Meeresbewohnern - ganz unten."

Ein Abend also, der in Nazareth noch lange nachhallte. Zwei Tore, ein verletzter Mittelfeldmann, ein übermütiger Linksverteidiger als Torschütze - und jede Menge Gesprächsstoff für die Cafés am nächsten Morgen.

Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn die Blues so weitermachen, muss ich mir wohl doch eine Dauerkarte holen. Aber nur, wenn Lauritzen wieder schießt."

08.07.644000 08:18
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Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer.
Werner Lorant
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