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Nelas ringt Eindhoven nieder - ein Abend voller Nerven, Chancen und Chaos

36.000 Zuschauer sahen im Estádio Municipal von Nelas ein Spiel, das alles hatte, was die Conference League Quali verspricht: Emotionen, Fehler, Helden und ein bisschen Slapstick. Am Ende besiegte Nelas die Gäste von PVC Eindhoven mit 2:1 (2:1) - ein Ergebnis, das auf dem Papier solide aussieht, in Wahrheit aber auf wackligen Beinen stand.

Schon in den ersten Minuten ließ sich erahnen, dass Nelas an diesem Donnerstagabend keine Lust auf Abtasten hatte. Bereits in der zweiten Minute prüfte Diego Manu den gegnerischen Keeper Cristobal Antonio mit einem satten Linksschuss. "Ich wollte einfach mal sehen, ob er wach ist", grinste Manu später. Er war es - aber nicht lange.

Denn in der 15. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Marco Bischoff, der bullige Linksaußen, traf nach Vorarbeit von Sergi Chalana zum 1:0. Es war eine dieser Szenen, bei denen man sich fragt, ob der Ball überhaupt durch das Netz passen würde, so heftig drosch Bischoff ihn hinein. Trainer Frey von Eindhoven schüttelte nur den Kopf, während die Heimfans in orangefarbenen Schals das Stadion in ein Tollhaus verwandelten.

Allerdings hielt die Freude nicht lange. Eindhoven, taktisch zunächst auf "Offensive mit Kontern" eingestellt, fand zunehmend ins Spiel. Dedrick Dag, eigentlich Innenverteidiger, spielte plötzlich Pässe, als sei er der neue Pirlo der Niederlande. Einer dieser Zuspiele landete in der 38. Minute bei Thijs Dorland, der mit seiner Routine aus 33 Jahren eiskalt zum 1:1 abschloss.

"Ich hab’ ihn einfach kommen sehen", erzählte Dorland lächelnd nach dem Spiel. "Und unser Analyst meinte, der Keeper Djalo springt immer nach rechts. Also habe ich links geschossen." Ein Satz, der Ingo Djalo wohl noch eine Weile verfolgen wird.

Doch kaum hatte Eindhoven den Ausgleich gefeiert, schlug Nelas zurück - eiskalt und mit einem Schuss aus dem Lehrbuch. Carlos Vasco, der rechte Flügelwirbler, setzte sich in der 39. Minute nach Pass von Dusan Kujovic durch und hämmerte den Ball aus zwölf Metern unter die Latte. 2:1, und das Stadion bebte erneut. "Ich hab’ nicht nachgedacht, einfach drauf", meinte Vasco nach dem Spiel, als wäre das die simpelste taktische Anweisung der Welt.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Dreifachwechsel bei Eindhoven - Trainer Markus Frey wollte frische Beine und offenbar auch frische Ideen. Teo Males ersetzte den glücklosen Bas Dost, Osterhoudt kam für den jungen Louis Masse, und Otto Pederson durfte auf links ran. Es half - ein bisschen. Eindhoven hatte mehr vom Spiel, 12:11 Torschüsse sprechen eine klare Sprache, und mit 41 Prozent Ballbesitz wirkten sie durchaus gefährlich.

Doch Nelas verteidigte clever, wenn auch nicht immer elegant. Chalana, der in der achten Minute Gelb gesehen hatte, grätschte sich durch die Partie, als wolle er die Statistik für gewonnene Zweikämpfe im Alleingang retten. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich da bin", sagte er später, während er mit Eisbeutel auf dem Knie in der Mixed Zone stand.

Die Gäste versuchten es mit langen Bällen - ganz im Stil ihrer Anfangstaktik - doch Djalo im Tor von Nelas hielt, was zu halten war. In der 82. Minute vereitelte er mit einer Flugparade gegen Teo Males den möglichen Ausgleich und wurde dafür von den Fans gefeiert, als hätte er das Spiel allein gewonnen.

Kurz vor Schluss dann noch ein Schreckmoment: Eindhovens linker Verteidiger Vincent Lansing verletzte sich in der 88. Minute bei einem harmlosen Zweikampf. Trainer Frey war sichtlich bedient: "Das war das i-Tüpfelchen auf einen gebrauchten Abend."

Statistisch gesehen war das Spiel nahezu ausgeglichen - Eindhoven leicht besser in den Zweikämpfen (50,4 Prozent), Nelas mit mehr Ballbesitz (fast 59 Prozent). Doch entscheidend war, wer die Tore machte. Und das war eben Nelas.

"Wir haben mit Herz gespielt, nicht mit dem Taschenrechner", fasste Heimcoach - dessen Name auf der Anzeigetafel fälschlicherweise als "Unbekannt" angezeigt wurde - das Spiel zusammen. Vielleicht war genau das das Erfolgsrezept: nicht zu viel denken, einfach kämpfen.

Am Ende jubelten die 36.000 Fans, als hätte Nelas gerade die Champions League gewonnen. Und warum auch nicht? In einer Welt, in der jedes Tor zählt, war dieser Abend eine kleine Erinnerung daran, dass Leidenschaft und Chaos manchmal besser funktionieren als jede taktische Finesse.

Ein Beobachter brachte es auf den Punkt: "Es war kein schönes Spiel. Es war viel besser - es war ehrliches Fußballchaos."

02.04.643997 21:20
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