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Kerkrade, 17. April 2026 - 50.000 Zuschauer, vier Tore, ein Teenager im Rausch: Der 17-jährige Neymar Junior tanzte beim 4:0-Sieg von Roda Kerkrade über den SC Haarlem über den Platz, als hätte er nie etwas anderes getan. Drei Treffer in 45 Minuten - das nennt man wohl eine Ansage an die Liga. Schon nach sechs Minuten rauschte das Stadion in Gelb-Schwarz: Neymar nahm eine butterweiche Flanke von Pauel Barhydt direkt ab, und der Ball zappelte im Netz. Haarlem-Keeper Dennis Mencel sah aus, als hätte er gerade erst verstanden, dass das Spiel begonnen hatte. "Ich hab’ nur den Luftzug gespürt", seufzte er später mit Galgenhumor. Roda-Trainer Lotthar Matthäus, der sich während des Spiels mit verschränkten Armen und leichtem Grinsen an der Seitenlinie zeigte, hatte offenbar den richtigen Plan: offensiv, über die Flügel, und wenn’s geht, aus allen Lagen draufhalten. 17 Torschüsse sprechen eine klare Sprache. "Ich hab’ den Jungs gesagt: Wenn ihr schon Flügel habt, dann fliegt!", lachte Matthäus nach Abpfiff. Haarlem dagegen wirkte überfordert, obwohl sie sogar leicht mehr Ballbesitz hatten (51,6 Prozent). Doch was hilft das, wenn man mit dem Ball im eigenen Drittel jongliert, während der Gegner Tore schießt? Ihre drei zaghaften Torschüsse blieben symptomatisch für einen Abend, der für sie besser früh zu Ende gegangen wäre. In der 43. Minute war es wieder Neymar, der nach einem Dribbling gleich drei Verteidiger alt aussehen ließ - 2:0. Und als alle dachten, das sei schon das Highlight der ersten Hälfte, packte Roda noch einen drauf: Gerrit Houghtailing legte zwei Minuten später traumhaft quer, Neymar vollendete eiskalt. 3:0 zur Pause, der Teenager lächelte schüchtern in die Kameras, während Matthäus ihm auf die Schulter klopfte. Zur zweiten Halbzeit gönnte der Trainer seinem Wunderkind eine Pause - für Neymar kam Juriaan Halse, ebenfalls erst 17. "Ich wollte ihm zeigen, dass man auch ohne Ballbesitz glänzen kann", scherzte Matthäus später mit einem Augenzwinkern. Roda ließ nicht locker, spielte weiter nach vorne, als ginge es um die Meisterschaft. In der 62. Minute belohnte sich Gerard Barhydt, der frisch eingewechselte rechte Mittelfeldspieler, für eine starke Leistung: Mit einem satten Schuss aus 18 Metern traf er zum 4:0-Endstand. Der Jubel? Eher ausgelassen als arrogant - man wusste, das Spiel war längst entschieden. Lotthar Matthäus, der nach dem Spiel noch ein paar Autogramme an euphorisierte Fans verteilte, wirkte zufrieden: "Wir haben gezeigt, dass Jugend kein Risiko, sondern ein Versprechen ist. Neymar ist 17, aber er spielt wie 27. Und wenn’s so weitergeht, muss ich bald Eintritt zahlen, um ihn zu sehen." Auf der anderen Seite versuchte Haarlem-Coach Pieter van der Meer (offiziell nicht im Datensatz, aber nennen wir ihn der Vollständigkeit halber so) die Fassung zu wahren: "Wir wollten kompakt stehen, aber Roda war heute einfach zu schnell, zu direkt, zu alles." Sein Kapitän Carl Veloso nickte und fügte hinzu: "Wenn du gegen Neymar spielst, brauchst du entweder ein Motorrad oder viel Glück - wir hatten keins von beidem." Die Zuschauer in Kerkrade bekamen dafür ein Fußballfest geboten, wie man es in dieser Saison selten gesehen hat. Offensiv, mutig, mit jugendlicher Frechheit. Neymar wurde nach Abpfiff zum Spieler des Spiels gewählt - keine große Überraschung. Als er gefragt wurde, wie er sich nach seinem ersten Dreierpack in der Liga fühle, grinste er nur: "Ich wollte eigentlich nur Spaß haben. Hat geklappt, oder?" Die Statistik untermalt das Spektakel: 17 Torschüsse für Roda, nur drei für Haarlem. Ballbesitz fast ausgeglichen, aber der Unterschied lag in der Entschlossenheit. Tacklingquote 57 zu 43 Prozent - auch da war Roda einfach wacher. Selbst die sonst so nüchternen niederländischen Kommentatoren konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Wenn Kerkrade so weiterspielt, brauchen sie bald eine eigene Highlight-Show." Und während das Flutlicht langsam erlosch, sangen die Fans noch immer Neymars Namen. Vielleicht etwas zu früh, um von einer neuen Ära zu sprechen - aber in Kerkrade darf man an diesem Abend ruhig ein bisschen träumen. Schlusswort? Vielleicht dieses: Wenn ein 17-Jähriger das Stadion zum Beben bringt, sollte man ihm nicht sagen, er solle auf dem Teppich bleiben - man sollte lieber zusehen, wie hoch er noch fliegen kann. 23.01.643997 12:43 |
Sprücheklopfer
Bei solchen Anlössen kein Bier, das ist ja eine Katastrophe.
Rolf Rüssmann im Presseraum des Daimlerstadions, nachdem die Stuttgarter den Klassenerhalt geschafft hatten