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36.000 Zuschauer im Estádio Prata durften am Montagabend Zeugen einer jener Fußballgeschichten werden, in denen das Runde einfach nicht ins Eckige will. UD Ponte Prata und CF Flamengo trennten sich 0:0 - ein Ergebnis, das so nüchtern klingt wie ein Glas lauwarmes Wasser, aber in Wahrheit ein Drama voller vertaner Chancen, fliegender Bälle und zitternder Nerven war. Schon in der vierten Minute donnerte Julios Hierro einen Schuss aufs Tor, der eher an ein Katapultmanöver erinnerte als an einen gezielten Abschluss. Der Ball zischte knapp über die Latte, und Torhüter Carl Almeida sah ihm mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes nach, der gerade durchs Schlüsselloch dem Tod entgangen ist. Das war das Startsignal für eine Flamengo-Offensive, die bis in die Nachspielzeit andauern sollte - aber das Tor blieb wie vernagelt. Flamengo feuerte 15 Torschüsse ab, Ponte Prata gerade einmal zwei. Man könnte sagen, das Spiel fand hauptsächlich in der Hälfte der Gastgeber statt - genauer gesagt: rund um Almeidas Strafraum. "Ich hatte heute so viel zu tun, dass ich vom Schweiß meine Handschuhe kaum mehr ausziehen konnte", lachte der Torwart nach dem Spiel und grinste in die Kameras. Sein Trainer, der namenlose Maestro an der Seitenlinie, nickte zufrieden: "Wir wollten defensiv kompakt stehen - und kompakt heißt, dass der Gegner keinen Platz zum Atmen hat. Oder zum Schießen, wenn’s geht." Nun ja, ganz so klappte es nicht: Flamengo schoss wie aus allen Rohren. Eric Jonsson prüfte Almeida gleich dreimal (13., 37., 87.), Aki Ukkonen traf in der 76., 77. und 83. Minute - immer knapp vorbei, immer begleitet von diesem kollektiven Aufstöhnen aus dem Gästeblock. "Ich schwöre, der Ball hat gelacht, als er vorbeiflog", murmelte Ukkonen nach Abpfiff, halb wütend, halb amüsiert. Der auffälligste Mann auf dem Platz? Vielleicht Hugo Karlson, der linke Verteidiger der Gäste, der in der ersten Halbzeit mehr Offensivdrang zeigte als mancher Stürmer. In der 21. und 44. Minute prüfte er den Keeper, in der 26. holte er sich dafür prompt Gelb ab, nachdem er Amaury Pacos unsanft an der Seitenlinie stoppte. "Ich wollte nur den Ball. Dass Amaury dazwischenstand, konnte ja keiner wissen", grinste Karlson später. Ponte Prata wehrte sich aufopferungsvoll, manchmal mit kontrollierter Härte, manchmal mit purem Glück. Innenverteidiger Ingo Postiga sah in der 25. Minute Gelb, nachdem er Julio Hierro per Bodycheck in die Ersatzbank beförderte. Kurz darauf humpelte Marino Klasnic verletzt vom Feld (64.), wurde von Paul Seymour ersetzt, der sofort die Lufthoheit im Strafraum übernahm. Und dann, plötzlich, ein Lebenszeichen der Gastgeber: 75. Minute, Amaury Pacos zieht aus 20 Metern ab - der erste echte Schuss aufs Tor für Ponte Prata. Flamengo-Keeper Jordi Valdo musste sich zum ersten und einzigen Mal ernsthaft strecken. Zwei Minuten später versuchte sich der 17-jährige Fernando Nene, das Publikum hielt kurz den Atem an - aber auch dieser Ball segelte über das Tor, begleitet von lautem Gelächter und einem ironischen Applaus. Trainer Dino Ma von Flamengo rang nach Abpfiff mit den Worten: "Wir hätten hier drei Spiele gewinnen können. Stattdessen haben wir eines nicht verloren. Das ist… na ja, auch eine Leistung." Seine Mannschaft hatte 55 Prozent Ballbesitz, gewann 57 Prozent der Zweikämpfe und schoss 15 Mal aufs Tor - aber das Ergebnis blieb stur bei Null. In der Nachspielzeit brachte Ma noch Atabey Kaldirim, der den letzten Schuss des Abends abgab (93.). Ein Strahl, den Almeida spektakulär über die Latte lenkte - der Schlusspunkt unter ein Spiel, das eigentlich keines war, sondern eher 90 Minuten Dauerbelagerung mit Happy End für die Verteidiger. "Ich hab irgendwann aufgehört, nachzudenken", gestand Ponte-Prata-Keeper Almeida später. "Wenn du 15 Mal denselben Film siehst, weißt du irgendwann, wann der Ball fliegt. Ich hab einfach reagiert." So blieb es beim 0:0 - einem jener Ergebnisse, über die man noch lange schmunzelt, weil sie alles und nichts aussagen. Flamengo spielte wie ein Sieger ohne Pokal, Ponte Prata verteidigte wie ein Verlierer mit Stolz. Vielleicht fasste es der junge Fernando Nene am besten zusammen, als er in der Mixed Zone meinte: "Für mich war das heute wie ein Schulaufsatz - viele Fehler, aber am Ende hab ich trotzdem bestanden." Und so endete der 19. Spieltag der brasilianischen Liga mit einem torlosen, aber keineswegs langweiligen Remis. Ponte Prata jubelt über einen Punkt, Flamengo überlebt den Frust - und das Publikum? Das bekam wenigstens ein Schauspiel, das man nicht so schnell vergisst. 16.01.644000 17:15 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: