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Es war ein lauer Maiabend in Sittard, 20. Spieltag der 1. Liga Niederlande, Flutlicht, 37.783 Zuschauer - und am Ende stand es 0:0. Ein Ergebnis, das so unspektakulär klingt, wie es aussah, und doch hatte dieses torlose Remis zwischen dem FC Sittard und den Flevo Boys alles, was ein Fußballspiel braucht: Nervenkitzel, Gelbe Karten, ein bisschen Theatralik und ein verletzter Youngster, der zum tragischen Helden wurde. Schon nach vier Minuten zischte der erste Schuss von Saweli Tregubow über das Sittarder Tor. Es war ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: Die Flevo Boys zogen sich nicht etwa zurück, wie es ihre defensive Taktik erwarten ließ, sondern konterten, als wären sie auf einem Jahrmarktsschießstand. Acht Torschüsse bekamen die Fans der Gäste am Ende zu sehen - keiner fand sein Ziel, aber immerhin sorgte das für Beschäftigung bei Herold Halse, dem 19-jährigen Sittarder Keeper, der mit stoischer Ruhe jeden Ball pflückte. "Ich hatte fast das Gefühl, sie wollten mich wachhalten", grinste Halse nach dem Spiel. Sittard hingegen tat sich schwer, das Gleichgewicht zwischen Ballbesitz (50,6 Prozent) und Gefahr zu finden. Zwar kamen auch sieben Schüsse aufs Tor zustande, doch meist endeten sie in den Handschuhen von Dirck Winchel, dem Torwart der Flevo Boys, oder irgendwo auf der Tribüne - ein Souvenir für die Fans in Reihe 15 inklusive. Besonders Arjen Van Schoonhoven versuchte sich aus der Distanz, in der 7. und 96. Minute, aber das Netz blieb unberührt. Trainer Patrick We kommentierte trocken: "Wenn wir schon nicht treffen, dann wenigstens mit Stil daneben." Die Partie lebte von kleinen Momenten der Aufregung. In der 37. Minute holte sich Miljenko Kablar von den Flevo Boys die erste Gelbe Karte ab - ein rustikaler Zweikampf, bei dem man nicht wusste, ob er den Ball oder die Erinnerung daran getroffen hatte. Kablars Trainer Franz Huber sah es gelassen: "Miljenko spielt leidenschaftlich. Manchmal mehr Leidenschaft als Ball." Zur Pause blieb es beim 0:0, und auch die zweite Hälfte begann mit der gleichen Mischung aus Ambition und Unvermögen. Bernardo Silva, Sittards erst 19-jähriger Mittelfeldmotor, prüfte direkt nach Wiederanpfiff Winchel mit einem satten Schuss (46.), dann tat sich lange wenig. Bis zur 55. Minute - als Luís Antunes für ein taktisches Foul Gelb sah. "Ich wollte nur den Angriff stoppen", verteidigte er sich später, "nicht den Schiedsrichter verärgern." Dann folgte die Szene des Abends: In der 84. Minute blieb Andre Itzhaki, ebenfalls 19, nach einem Zweikampf liegen. Das Publikum hielt den Atem an, als der Innenverteidiger behandelt wurde. Minuten später kam Iker Jorge für ihn ins Spiel. "Das ist bitter, der Junge war stark drauf", sagte Trainer We nach Schlusspfiff, während Itzhaki mit bandagiertem Knie vom Feld humpelte. Kurz darauf kassierte ausgerechnet Jorge, der Ersatzmann, in der 88. Minute Gelb - ein Einstand wie aus dem Lehrbuch des Pechs. "Ich wollte gleich zeigen, dass ich da bin", meinte er grinsend. Die Schlussphase bot dann noch einmal alles: hektische Angriffe, zwei letzte Schüsse - zuerst Tregubow in der 95., dann Van Schoonhoven in der 96. Minute. Beide Male hielt der gegnerische Keeper glänzend. Die Zuschauer standen, riefen, hofften - aber das Tor blieb wie vernagelt. Die Statistiken erzählten nach 96 Minuten eine Geschichte von Gleichgewicht und gegenseitiger Neutralisierung: 50,6 zu 49,4 Prozent Ballbesitz, 7 zu 8 Schüsse aufs Tor, jeweils zwei Gelbe Karten. Ein Patt, das sich auch in den Gesichtern der Trainer widerspiegelte. "Mit dem Punkt kann ich leben", sagte Huber, "aber meine Stürmer sollten vielleicht mal das Tor besuchen, um es kennenzulernen." Patrick We konterte lachend: "Immerhin haben wir nicht verloren. Und wer weiß - vielleicht treffen wir ja nächste Woche." So endete ein Abend, der kein Tor, aber reichlich Geschichten bot. Ein Spiel, das man nicht unbedingt in Erinnerung behält - es sei denn, man war einer der 37.783 Zuschauer, die den letzten Schuss von Van Schoonhoven fast schon ins Tor schreien wollten. Und vielleicht war das die Quintessenz dieses Abends: Manchmal ist ein 0:0 kein Zeichen von Langeweile, sondern von zwei Teams, die einfach nicht aufgeben wollten. Oder, wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Das war kein Fußballfest - eher eine Geduldsprobe mit Flutlicht." Ein bisschen Recht hatte er. 27.01.644000 22:25 |
Sprücheklopfer
Meine Frau und ich, wir sind jetzt seit zwei Jahren verheiratet und bei uns läuft alles gut.
Mehmet Scholl ausweichend auf die Frage, wann ihm Rehagel denn mitgeteilt habe, dass er wieder nur Ersatzspieler sein werde