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Nullnummer mit Feuerwerk: Bad Urach verzweifelt an Hordel

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob das Runde jemals wieder ins Eckige will. 35.037 Zuschauer im Uracher Stadion bekamen beim 0:0 zwischen dem FV Bad Urach und dem TuS Hordel am 27. Spieltag der 2. Liga Deutschland zwar kein Tor, dafür aber jede Menge Dramatik, Schüsse und Gesichtsausdrücke, die irgendwo zwischen Verzweiflung und Galgenhumor pendelten.

Giuseppe Spera, der Coach der Hausherren, fasste es nach Abpfiff trocken zusammen: "Wenn wir das nächste Mal wieder 15 Mal aufs Tor schießen, bring ich einen Hammer mit - dann trifft wenigstens der." Tatsächlich dominierten seine Uracher die Partie, hatten 52 Prozent Ballbesitz, gewannen über die Hälfte der Zweikämpfe und gaben satte 15 Torschüsse ab. Nur das mit dem Toreschießen, das wollte einfach nicht.

Schon nach vier Minuten eröffnete Alain Fouquet den Abend der vergebenen Chancen. Sein Schuss aus der Drehung - wuchtig, aber genau auf Hordels Keeper Davide Lorenzo. "Ich dachte, der Ball sei drin", murmelte Fouquet später, "aber der Torwart hat wohl andere Pläne gehabt." Auch Frank Keller hatte offenbar einen Pakt mit der Torlosigkeit geschlossen. In der 15., 20., 40. und 55. Minute prüfte er Lorenzo, der sich mit jeder Parade weiter in den Uracher Frust hineinsteigerte.

TuS Hordel hingegen spielte das, was man wohl als "kontrolliertes Überleben" bezeichnen könnte. Trainerin Ute Finkeldy sah ihr Team mit nur drei Torschüssen, aber immerhin mit einem Punkt vom Platz gehen. "Wir wollten kompakt stehen und Nerven zeigen - das hat geklappt. Und wenn man kein Tor schießt, kann man auch keins kassieren", grinste sie nach Abpfiff.

Die Gäste standen tief, beinahe respektvoll, und ließen Urach den Ball. Einmal, in der 33. Minute, wagte Sascha Günther einen Schuss aus 20 Metern - gefährlich flatternd, aber Torwart Jegor Schepelew war zur Stelle. Der musste in der 75. Minute allerdings vom Platz, offenbar leicht angeschlagen. Ersatzmann Werner Schultz kam - und hatte kaum Gelegenheit, sich zu beweisen, so selten kam Hordel überhaupt über die Mittellinie.

Besonders in der Schlussphase war es ein Spiel auf ein Tor. Mike Klein, der rechte Mittelfeldmotor der Uracher, drosch in der 92. Minute den Ball noch einmal aus vollem Lauf aufs Gehäuse - Zentimeter über die Latte. Er sank danach auf die Knie, als wolle er den Rasen um Rat fragen. "Ich schwör’s, der Ball hat sich gegen uns verschworen", witzelte er später in der Mixed Zone.

Zwischendurch wurde es auch ein bisschen ruppig: In Minute 59 sah Hermann Nowak Gelb, nachdem er einen Hordeler Konter rustikal beendete. "Ich hab den Ball gespielt - irgendwann", kommentierte er schmunzelnd.

Giuseppe Spera reagierte spät, brachte in der 80. Minute den jungen Arne Götz für Alain Fouquet und Marco Stark für Frank Keller. Der 18-jährige Götz wirbelte kurz, zeigte Mut, aber auch er fand in Lorenzo seinen persönlichen Albtraum. "Der Typ ist wie ein Magnet - zieht alles an, nur keine Gegentore", sagte Götz nach seinem Zweitligadebüt.

Statistisch gesehen war das Spiel ein Musterbeispiel für vergebliche Mühe: 15:3 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und am Ende steht die Null. Ein 0:0, das sich für Bad Urach eher wie eine Niederlage anfühlt.

Hordel dagegen jubelte, als hätte man gerade den Klassenerhalt gesichert. "Ein Punkt bei so einer Mannschaft? Da darf man ruhig mal feiern", meinte Finkeldy und zwinkerte in Richtung Pressevertreter.

Spera hingegen verschwand wortlos im Kabinengang, nur um zehn Minuten später wieder aufzutauchen - mit einem Espresso in der Hand. "Koffein hilft gegen Torflaute nicht, aber wenigstens bleib ich wach", seufzte er.

So bleibt Bad Urach vorerst im Mittelfeld der Tabelle stecken, während Hordel mit dem Remis wohl besser leben kann. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Fußball manchmal ein grausamer Poet ist: Er lässt dich träumen, drückt dir den Ball auf die Linie - und lacht dann, wenn er nicht reingeht.

Und irgendwo in der Nacht von Bad Urach klapperte vermutlich noch eine Latte nach - als Erinnerung daran, dass selbst ein torloses Spiel ein kleines Drama sein kann.

27.04.644000 20:41
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Schalke hat das Mittelfeld schnell überbrückt, mit schnellen, äh, Mittelfeldspielern.
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