World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Nullnummer mit Feuerwerk: Conquense und Millwall trennen sich 0:0

Ein 0:0 kann manchmal so aufregend sein wie ein Krimi - und manchmal erinnert es eher an ein Sonntagsspaziergang ohne Ziel. Das Duell zwischen Conquense und dem FC Millwall am fünften Gruppenspieltag der Europaliga war irgendwo dazwischen: kein Tor, aber reichlich Drama, Chancen en masse und ein Stadion, das mit 59.000 Zuschauern bebte, als wäre gerade ein Final-Elfmeter im Anflug.

Schon in der zweiten Minute jagte Millwalls Christopher Thackeray den Ball in Richtung des Tores von Rune Jakobsen - ein erster Warnschuss, der die Heimmannschaft aufweckte. Fünf Minuten später durfte Daniel Darabont seinen ersten Versuch starten, und so war das Drehbuch früh klar: Millwall lauerte, Conquense wollte, aber keiner traf. "Ich dachte, wir hätten das 1:0 schon nach zehn Minuten verdient gehabt", sagte Millwalls Trainer Sonny Crocket später, halb grinsend, halb seufzend.

Conquense antwortete über den offensivfreudigen Linksverteidiger Bernardo Benitez, der in der achten Minute aus der Distanz abzog. Sein Schuss rauschte knapp über die Latte - und der Stadionsprecher bekam schon in der Anfangsphase mehr zu tun als der Torjubelknopf: "¡Otra ocasión perdida!"

Die erste Halbzeit war ein Wechselspiel aus Angriffswellen, Fehlpässen und Torhüterglanz. Pasi Nyman, Conquenses bulliger Mittelstürmer, prüfte Millwalls Keeper Ethan Caviness mehrfach, doch der blieb eiskalt. "Der Typ hat Hände wie Klettverschlüsse", murmelte Nyman nach Abpfiff in den Katakomben - halb bewundernd, halb frustriert.

In der 36. Minute stockte dem englischen Lager der Atem: Riley Charpentier, Millwalls zentraler Mittelfeldmotor, blieb nach einem Zweikampf liegen. Die medizinische Abteilung gestikulierte wild, und Trainer Crocket schickte Alexander Mayhew aufs Feld. "Riley sagte, er könne weitermachen, aber sein Knie hatte da eine andere Meinung", erklärte Crocket danach.

Die zweite Hälfte begann mit dem gleichen Muster: Conquense drückte, Millwall lauerte. Nael Bischoff hatte gleich zwei gute Chancen kurz nach Wiederanpfiff - in der 48. und 49. Minute -, beide Male war Caviness zur Stelle. Auf der Gegenseite verzog Tyler Boyle in der 64. Minute aus bester Position. Die Fans auf den Rängen hielten sich gegenseitig an den Händen - aus Mitgefühl oder Verzweiflung, das blieb offen.

Trainer Andreas Sch von Conquense reagierte in der 60. Minute doppelt und brachte mit Aitor Penas (18) und José Enrique Gomes frischen Wind. Der Teenager Penas wirbelte gleich energisch, verpasste in der 79. Minute aber die Führung um Zentimeter. "Ich hab den Pfosten noch klingen hören", sagte er später, als würde er über einen verlorenen Liebesbrief sprechen.

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: Conquense mit leichtem Ballbesitzvorteil (54 zu 46 Prozent) und 13 Torschüssen gegenüber 12 von Millwall. Selbst bei den Zweikämpfen herrschte nahezu Gleichstand - 49,9 zu 50,1 Prozent. Das allein zeigt, wie ausgeglichen dieser europäische Abend war.

In der Schlussphase war Conquense dann endgültig im Angriffsmodus: Caio Doreste feuerte gleich drei Schüsse zwischen der 84. und 85. Minute ab, als wollte er den Ball mit purer Willenskraft über die Linie zwingen. Doch Millwalls Abwehrblock stand wie eine englische Burgmauer im Dauerregen.

"Wenn wir noch zehn Minuten länger gespielt hätten, wäre vielleicht was gefallen", meinte Conquense-Coach Sch leicht sarkastisch. "Aber wahrscheinlich auf der falschen Seite."

Millwall blieb seiner defensiven Linie treu, spielte unaufgeregt, fast stoisch. "Wir wussten, dass Conquense am Ende alles nach vorne wirft", sagte Crocket. "Da hilft nur: Tee trinken und Bälle klären." Seine Mannschaft hielt sich daran - und nahm am Ende einen Punkt mit, der sich mehr nach Arbeit als nach Glück anfühlte.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten beide Fanlager. Nicht, weil sie ein Tor gesehen hatten, sondern weil sie wussten: Hier hatten zwei Teams alles reingeworfen, was in 90 Minuten ohne Netz und doppelten Boden möglich ist.

Und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Herr gemurmelt haben: "So ein 0:0, das vergisst man nicht." Recht hat er - wenn auch aus anderen Gründen, als er wohl dachte.

Ein bisschen Feuerwerk, viel Leidenschaft, null Tore - aber jede Menge Stoff für Diskussionen an der Stadionbar. Prost darauf.

22.04.643994 06:48
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag...
Dragoslav Stepanovic auf die Frage, was die kommende Woche bringt
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager