Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Nullnummer mit Unterhaltungswert: Atenas und Cerrense trennen sich 0:0

Wer sagt eigentlich, dass ein 0:0 langweilig sein muss? CD Atenas und CD Cerrense lieferten sich am 31. Spieltag der uruguayischen Liga ein Duell, das zwar kein Tor hervorbrachte, dafür aber reichlich Gesprächsstoff - und das nicht nur wegen der elf Torschüsse pro Seite, die die Torhüter zu Helden des Abends machten.

20.000 Zuschauer hatten sich an diesem lauen Aprilabend ins Stadion von Atenas verirrt, in Erwartung eines munteren Schlagabtauschs. Und tatsächlich: Schon in der 13. Minute ließ Domingo Rielo, der rechte Flügelstürmer von Atenas, die Fans aufspringen. Sein Schuss aus spitzem Winkel zischte knapp am Pfosten vorbei. Fünf Minuten später dasselbe Spiel - wieder Rielo, wieder haarscharf daneben. "Ich wollte den Ball einfach zu schön treffen", grinste der 31-Jährige nach Abpfiff. "Beim Training geht der immer rein. Immer!"

Cerrense reagierte mit kühler Gelassenheit. Trainer Leahcim Gnipeur, ein Mann mit der Aura eines Schachspielers, hatte sein Team offensiv ausgerichtet, aber nicht übermütig. "Wir wollten Atenas kommen lassen", erklärte er später, "aber die kamen gar nicht richtig." Vielleicht lag es daran, dass seine Elf in der 29. Minute erstmals gefährlich wurde: Ryan Skene prüfte den Atenas-Keeper Rui Assis mit einem satten Linksschuss - Parade des Abends. Assis, 34 Jahre alt und mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat, kommentierte trocken: "Ich hatte gehofft, er zielt auf die andere Ecke. Tat er nicht. Also musste ich eben fliegen."

Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem beide Teams zwar eifrig schossen, aber selten trafen - und wenn, dann nur das Fangnetz hinter dem Tor. Zwischen der 35. und 38. Minute feuerte Cerrense gleich dreimal: Vilhelmsen, Petrizzi und Vazquez scheiterten im Minutentakt. Der Schiedsrichter musste mehrmals den Ball aus der Werbebande klauben.

Kurz vor der Pause hatte Joao Tonel für Atenas die Chance, das Spiel zu kippen. Sein Distanzschuss aus 25 Metern - wunderbar angeschnitten, wunderbar gehalten. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", stöhnte Tonel noch Minuten später. "Aber ihr Torwart hat wohl Magneten in den Handschuhen."

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: mit viel Einsatz, noch mehr Eifer und null Ertrag. Leandro Xavier und Tiago Duran versuchten es für Atenas, während Cerrense durch Nael Marques und den jungen Ruben Benitez antwortete. Das Publikum begann zu pfeifen, aber nicht aus Frust - eher, um den nächsten Versuch anzukündigen.

Cerrense wirkte dabei einen Tick zielstrebiger, hatte mit 52 Prozent Ballbesitz leichtes Übergewicht und erhöhte in der Schlussphase das Tempo. Zwischen der 59. und 65. Minute hagelte es Abschlüsse von allen Seiten: Marques zweimal, dann Jakobsen aus der zweiten Reihe, schließlich MacPhee aus 20 Metern. Alles ohne Fortune. Gnipeur schlug die Hände über dem Kopf zusammen, rief seinen Spielern zu: "Zielen ist keine Schande, Jungs!"

Atenas blieb seiner Linie treu - taktisch "balanced", wie es in den Analyseblättern heißt, also weder Fisch noch Fleisch. Trainer Ferenc Weisz (der sich nach Spielschluss weigert, "defensiv" zu sagen) fasste es pragmatisch zusammen: "Wir wollten ruhig bleiben. Und das haben wir geschafft. Vielleicht zu ruhig."

In den letzten Minuten warf Atenas noch einmal alles nach vorn. Rielo, unermüdlich, kam in der 89. Minute zum Abschluss, sein fünfter des Abends. Wieder vorbei. Der Stadionsprecher kündigte schon den Abpfiff an, bevor der Ball überhaupt im Aus war.

Am Ende stand ein 0:0, das sich liest wie ein Gähner, sich aber anfühlte wie ein Marathon. Statistisch war alles im Gleichgewicht: 11:11 Torschüsse, 47,5 zu 52,5 Prozent Ballbesitz, sogar die Zweikampfquote mit knapp 51 Prozent für Atenas spricht von einem Patt auf hohem Niveau.

"Ein gerechtes Ergebnis", meinte Cerrenses Kapitän Jose Enrique Vazquez, "aber mein Stürmerherz blutet ein bisschen." Der Reporter fragte zurück, ob wenigstens die Defensive stolz sei. Vazquez grinste: "Na klar. Wir sind jetzt seit drei Spielen ohne Gegentor - aber auch ohne Tor."

Vielleicht war das 0:0 also weniger Stillstand als Spiegelbild zweier Mannschaften, die wissen, was sie können - und was nicht. Und so endete der Abend mit Applaus statt Buh-Rufen, mit Schulterklopfern statt Pfiffen.

Oder wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Keine Tore, aber wenigstens war’s kein Tennis."

11.01.643997 22:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Irgendwann mal wieder gewinnen, und das versuchen wir zu probieren.
Oliver Kahn auf die Frage, was man denn gegen die Krise tun könne
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager