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Manchmal ist ein 0:0 spannender, als es das Ergebnis vermuten lässt. Und manchmal… nun ja, ist es einfach ein 0:0. Die 10.455 Zuschauer im Bærum-Stadion erlebten an diesem Mittwochabend genau die Zwischenform: ein torloses Remis zwischen Bärum FB und Roa IL, das vor allem von jugendlicher Spielfreude, vergebenen Chancen und einem Schiedsrichter geprägt war, der seine Gelbe Karte wohl frisch aus der Verpackung holen durfte. Schon nach sechs Minuten zückte er sie zum ersten Mal - Bærums Rechtsverteidiger Solveig Aas wurde wegen eines beherzten, aber unklugen Einsteigens verwarnt. Trainer Savo Partizan kommentierte das nach dem Spiel mit einem Grinsen: "Solveig wollte dem Gegner nur zeigen, wo der Hammer hängt. Leider hat er ihn zu früh geschwungen." Danach entwickelte sich eine Partie, die in Lehrbüchern unter "eng, aber nicht öde" laufen könnte. Bärum spielte, wie es die Statistik später bestätigte, etwas direkter und mutiger nach vorn (neun Schüsse aufs Tor!), während Roa IL mit leichtem Ballbesitzvorteil (54 Prozent) den etwas feineren Fußball versuchte - aber meist am Strafraum hängen blieb. In der 13. Minute setzte Roas Tryggve Bergdolmo den ersten ernsthaften Warnschuss ab, doch Bærums Keeper Dorinel Lacatus war wach und fischte den Ball sicher aus dem Eck. Nur eine Minute später antwortete Andre Fostervold auf der Gegenseite mit einem satten Distanzschuss - das Netz zitterte zwar, aber nur von der Windböe. Der junge Frederic Maurice, 17 Jahre jung und offenbar ohne Angst vor großen Namen, versuchte es in Minute 15 ebenfalls, scheiterte aber ebenso am sicheren Gästetorwart Leo Morriss. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", meinte Maurice mit einem verlegenen Lächeln. "Dann habe ich gemerkt, dass nur mein Herzklopfen lauter wurde." Bis zur Pause passierte viel zwischen den Strafräumen, aber wenig darin. Roa blieb über Jan Nevland gefährlich, Bærum konterte über die Flügel mit Benyamin Albert und Maik Stock - letzterer zwang Morriss kurz vor der Halbzeit zu einer echten Glanztat. Nach dem Seitenwechsel wechselte Partizan flott doppelt: Dylan Clancy kam für Maurice, und Age Hangeland ersetzte den blassen Josef Mieciel im Mittelfeld. Clancy zeigte sofort Wirkung, prüfte den Torwart in der 70. Minute und brachte frischen Schwung. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste der 21-Jährige, "aber der Torwart hatte anscheinend denselben Plan." Roa IL versuchte in dieser Phase, mit langen Bällen auf Bergdolmo und Rechtsverteidiger Brede Kaurin Druck aufzubauen - Letzterer sorgte in der 47. Minute sogar fast für ein kurioses Eigentor, als sein Rückpass dem eigenen Keeper gefährlich nah kam. In der Schlussphase drängte Bærum noch einmal. Stig Gulbrandsen, der Innenverteidiger mit Stürmergenen, schob in der 66. Minute nach vorn und zwang Morriss zu seiner besten Parade des Abends. Das Stadion raunte, Partizan raufte sich die Haare, und ein älterer Fan auf der Tribüne rief: "Wenn der jetzt trifft, kauf ich mir sein Trikot!" - er musste kein Geld ausgeben. Kurz vor Schluss setzte Tommy Halvorsen noch einen letzten Versuch knapp über die Latte, während Roas Dennis Domarski sich lieber eine Gelbe Karte als eine Torchance holte - ein taktisches Foul in der 89. Minute beendete den letzten Angriff Bærums. Nach dem Abpfiff zeigte sich Coach Partizan erstaunlich zufrieden: "Wir haben nicht getroffen, aber wir haben auch nicht verloren. Man muss die kleinen Siege erkennen - und bei uns sind das heute die jungen Spieler." Sein Gegenüber, Roa-Trainer (dessen Name das Protokoll leider verschwieg), nickte trocken: "Ein Punkt ist besser als keiner, und wir haben immerhin niemanden verletzt." Die Statistiken bestätigten das Bild: Bærum mit mehr Zug zum Tor, Roa mit mehr Ballbesitz - aber beide mit zu wenig Konsequenz. Der neutrale Beobachter sah ein intensives, aber faires Spiel, das weniger durch Taktikänderungen glänzte (beide Teams blieben über 90 Minuten bei ihrem "balanced"-Ansatz) als durch Einsatz und jugendliche Spielfreude. Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Zuschauer höflich - wohl wissend, dass sie kein Feuerwerk, aber ehrlichen Fußball gesehen hatten. Der Stadionsprecher verabschiedete die Fans mit einem "Tusen takk, vi sees neste gang!" - und man glaubte ihm, dass sie wiederkommen würden. Fazit: Kein Tor, aber jede Menge Geschichten. Oder, wie es Bærums Torhüter Lacatus später formulierte: "Manchmal ist eine Null hinten das schönste Ergebnis. Vor allem, wenn sie auf beiden Seiten steht." Und recht hat er. Manche Spiele gewinnt man nicht durch Tore, sondern durch das Gefühl, dass Fußball eben auch ein bisschen Theater ist - mit Herz, Schweiß und dem ewigen Traum vom nächsten Mal, wenn der Ball dann vielleicht wirklich reingeht. 11.06.643997 07:26 |
Sprücheklopfer
Beim Football muß man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich schon immer ganz gut.
Axel Kruse nachdem ihn das Football-Team Berlin Thunder als Kicker eingestellt hat