Sportske Novosti
+++ Sportzeitung für Kroatien +++

Osijek siegt im Dreiminuten-Wahnsinn - Cakovec beißt sich die Zähne aus

Es war ein lauer Maiabend in Osijek, die Sonne glitt langsam hinter der Donau hinunter, 30.191 Zuschauer sorgten für ein angenehm vibrierendes Grundrauschen - und dann explodierte dieses Spiel innerhalb von drei Minuten so, dass selbst die hartgesottenen Fans ihre Bratwürste fallen ließen. Hajduk Osijek besiegte Medimurje Cakovec am 31. Spieltag der 1. Liga Kroatien mit 2:1 (0:0). Und wer zu spät von der Halbzeitpause kam, verpasste praktisch alles.

Bis zur 53. Minute war es ein zähes Ringen. Beide Teams setzten auf offensive Ausrichtungen, aber was sich auf dem Rasen abspielte, war eher ein höfliches Abtasten. Osijek hatte mit 51,7 Prozent leicht mehr Ballbesitz, schoss aber reihenweise daneben - 13 Mal insgesamt. Trainer Tommek Dee stand schon mit verschränkten Armen da, als wolle er sagen: "Das ist kein Schach, Jungs, schießt endlich aufs Tor!"

Dann endlich die Explosion. In der 53. Minute setzte Dario Mikulic auf der linken Seite zu einem dieser butterweichen Flankenläufe an, die man sonst nur in alten VHS-Aufnahmen von Kroatiens goldener Generation sieht. Seine Hereingabe landete punktgenau bei Nelio Baiao - und der Portugiese drosch den Ball mit dem rechten Spann ins lange Eck. 1:0, Stadion bebt. Baiao riss die Arme hoch, grinste breit und murmelte Richtung Bank: "Ich hab’s euch doch gesagt, heute geht einer rein."

Doch die Freude währte genau zwei Minuten. Medimurje Cakovec, bis dahin eher unauffällig, schlug eiskalt zurück. Der junge Arnau Prieto, 22 Jahre alt und mit der Selbstsicherheit eines Mannes, der noch nie einen schlechten Tag hatte, vollendete nach Vorarbeit von Mateo Alvaro zum 1:1. "Wir wollten sofort antworten", sagte Prieto nach dem Spiel. "Ich hab nur gedacht: Wenn ich’s nicht mache, schimpft Rocky mich wieder." Der meinte damit seinen Trainer Rocky Pet, der an der Seitenlinie in bester Hollywoodmanier die Faust ballte - und das Grinsen nicht unterdrücken konnte.

Doch wer dachte, jetzt kippt das Spiel, wurde eines Besseren belehrt. Nur eine Minute später - die Uhr zeigte noch die 56. - schlug wieder Osijek zu. Diesmal drehte Baiao den Spieß um und legte für Lovre Jurcevic auf. Der traf aus spitzem Winkel und drehte jubelnd ab, während die Fans noch den ersten Treffer feierten. "Ich hab gar nicht verstanden, dass wir schon wieder vorne sind", lachte Jurcevic später. "Nelio hat mir den Ball genau so hingelegt, dass ich gar nicht anders konnte."

Von da an war es ein offener Schlagabtausch. Cakovec drückte, der 18-jährige Joaquin Sorribas verzweifelte gleich zweimal an Keeper Josef Tadic - der sich nach dem Spiel bescheiden gab: "Ich hab nur die Hände hochgerissen. Manchmal reicht das." In der 75. Minute versuchte es noch einmal Vitorino Peragon, aber sein Schuss segelte über die Latte und in die Hände eines überraschten Balljungen, der später stolz erzählte, er habe "den Ball von Peragon gefangen".

Die letzten Minuten gehörten wieder dem Kampf. Gelbe Karte in der 90. Minute für Humberto Carvalho, der bei einem Zweikampf wohl kurz vergessen hatte, dass Fußball kein Kampfsport ist. "Ich hab nur den Ball gesehen", rechtfertigte er sich schulterzuckend. Schiedsrichter sah das anders.

Statistisch gesehen war es ein Spiel auf Augenhöhe, aber Osijek wirkte einen Tick entschlossener. Ihre Zweikampfquote von 52,5 Prozent sprach für den Willen, und ihr aggressiveres Auftreten - laut taktischer Analyse durchgehend "STRONG" - tat sein Übriges. Tommek Dee fasste es trocken zusammen: "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur schön spielen, sondern auch schmutzig gewinnen können."

Rocky Pet hingegen nahm die Niederlage sportlich: "Drei Minuten haben uns den Abend ruiniert. Aber hey - wenigstens waren es spektakuläre drei Minuten."

Als die Flutlichter ausgingen und die Fans sich auf den Heimweg machten, blieb der Eindruck eines Spiels, das sich erst spät entschied, dann aber mit umso mehr Wucht. Osijek festigt mit diesem 2:1 seine Position in der Liga, während Cakovec zwar kämpfte, aber am Ende wieder mit leeren Händen dastand.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne sagte, während er seinen Schal zusammenrollte: "Das war wie ein guter Rakija - erst brennt’s, dann wärmt’s."

Und besser kann man diesen Fußballabend wohl kaum zusammenfassen.

03.06.644000 12:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Was meine Frisur betrifft, da bin ich Realist.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager