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Östringen tanzt Babelsberg aus: Ein Heimabend voller Spielfreude

An einem lauen Aprilabend, Flutlicht über dem kleinen Stadion von Östringen, 2882 Zuschauer auf den Rängen - und das Gefühl, dass hier heute etwas geht. Und tatsächlich: Der FC Östringen besiegte den SV Babelsberg am 26. Spieltag der Oberliga D mit 3:0, und das Ergebnis war so deutlich, wie das Spiel selbst es hergab.

Von Beginn an brannte Östringen ein Feuerwerk ab. Schon in der ersten Minute prüfte Fabian Völker den Babelsberger Schlussmann Uwe Otto mit einem satten Schuss - ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Völker, 23 Jahre jung und offenbar mit Espresso im Blut, wirbelte über die rechte Seite, flankte, dribbelte, schoss - und grinste dabei, als hätte er das Spielfeld für sich allein gepachtet. "Ich hatte einfach Bock", erklärte er später lachend. "Der Trainer meinte vor dem Spiel, ich soll einfach machen. Also hab’ ich gemacht."

Babelsberg hingegen wirkte überfordert. Vier Torschüsse in 90 Minuten - das ist, gelinde gesagt, keine Bewerbung für höhere Aufgaben. Ihr erfahrener Angreifer Fernando de Almeida (36) versuchte es mit Routine, aber ohne Fortune. Der Brasilianer hatte einen Moment der Hoffnung in der 59. Minute, als er aus 18 Metern abzog - doch Östringens Keeper Stefan Wiese pflückte den Ball aus der Luft, als wäre es ein Oster-Ei.

Das 1:0 fiel in der 32. Minute, und es war so schön, dass selbst die Ordner kurz klatschten. Marco Manuel, quirlig auf der linken Seite, setzte Völker mit einem Steilpass in Szene. Der nahm den Ball in vollem Lauf, legte ihn sich auf rechts - und schlenzte ihn ins lange Eck. Otto flog, der Ball flog besser. Jubel, Bierduschen, und ein erleichterter Trainer auf der Bank.

Dieser Trainer - nennen wir ihn, wie im Vereinsheft steht, Coach Schneider - fasste die erste Hälfte trocken zusammen: "Wir hätten eigentlich schon 3:0 führen müssen. Aber dann hätten wir ja nichts mehr zu meckern gehabt."

Nach der Pause änderte sich wenig. Östringen hatte 60 Prozent Ballbesitz, 27 Torschüsse, und Babelsberg wusste kaum, wo vorne und hinten ist. In der 53. Minute sah Marco Manuel Gelb, weil er bei einem Zweikampf mehr Leidenschaft als Präzision zeigte. "Ich wollte den Ball, ehrlich!", verteidigte er sich später mit einem Augenzwinkern.

In der 87. Minute dann die Entscheidung: Wieder Völker, wieder eiskalt. Matthias Moliekens flankte von rechts, Völker stieg hoch, köpfte - 2:0. Der Jubel war nicht mehr aufzuhalten. "Da denkst du als Trainer: Bitte keinen Konter mehr kassieren", sagte Schneider nach dem Spiel, "aber unsere Jungs hatten wohl noch Lust auf Kunststücke."

Denn in der 94. Minute legten die Gastgeber noch einen drauf. Moliekens, der bereits zwei Assists auf dem Konto hatte, legte diesmal für Marco Manuel auf, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. 3:0 - der Schlusspunkt unter eine Partie, die Babelsberg am liebsten vergessen würde.

Die Gäste wirkten müde, fast resigniert. Ihr Trainer, Herr Krüger, stand nach dem Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und meinte bitter: "Wir haben versucht, kompakt zu stehen. Leider standen wir vor allem uns selbst im Weg."

Östringen dagegen feierte ausgelassen. Im Vereinsheim sang man - nicht ganz texttreu, aber laut - und Völker ließ sich bereitwillig auf die Schultern nehmen. "Das war heute ein Statement", meinte Kapitän Ralph Stark, der hinten alles abräumte, was kam.

Statistisch gesehen war das Spiel eine klare Angelegenheit: 27:4 Torschüsse, 59,6 Prozent Ballbesitz, 56,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und drei blitzsaubere Tore. Babelsberg hatte weder Pressing noch Plan, und Östringen nutzte das gnadenlos.

Als das Flutlicht erlosch, blieben die Fans noch lange. Ein kleiner Junge mit Östringen-Schal rief seinem Vater zu: "Papa, ich will auch Völker werden!" Der Vater grinste und antwortete trocken: "Dann fang mal mit Laufen an."

So bleibt die Erkenntnis eines Abends, an dem Fußball wieder Spaß machte: Wenn Leidenschaft auf Spielfreude trifft, dann kann auch ein Oberliga-Spiel zur kleinen Gala werden. Und Babelsberg? Die werden sich beim nächsten Training wohl eher auf Defensive konzentrieren - und vielleicht auch auf das Zählen von Torschüssen.

Ein Heimabend, der in Östringen noch lange Gesprächsthema bleiben wird. Und einer jener Abende, an denen man denkt: Fußball kann manchmal so einfach sein - wenn man ihn einfach spielt.

14.11.643996 22:18
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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