Jamaica News Bulletin
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Police Nationals gewinnen wildes 4:3 bei Highgate Town - Drama mit Ansage

Wenn 50.196 Zuschauer an einem warmen Aprilabend ins Highgate-Stadion strömen, dann wissen sie: Heute wird’s kein gemütlicher Spaziergang. Und tatsächlich lieferten Highgate Town und die Police Nationals am 32. Spieltag der 1. Liga Jamaica ein Spektakel, das irgendwo zwischen Fußballfest und Nervenprobe pendelte. Am Ende siegten die Nationals mit 4:3 (2:2) - in einem Spiel, das man so schnell nicht vergisst.

Schon nach neun Minuten ging’s los. Claude Hennessy, der ältere der beiden Hennessy-Brüder im Trikot der Nationals, nutzte den ersten ernsthaften Angriff eiskalt. Sein Bruder Vincent, der etwas kreativere Kopf im Mittelfeld, hatte ihm den Ball perfekt aufgelegt. "Wenn Claude Platz hat, ist das wie ein Strafzettel - der kommt sicher", grinste Gästecoach Walter Steger später, halb stolz, halb erleichtert.

Doch Highgate Town antwortete prompt. In der 22. Minute traf Nael Maniche nach feiner Vorarbeit von Linksverteidiger Laurent Hartmann zum Ausgleich. Die Tribüne tobte, und kaum hatten sich die Fans wieder gesetzt, drehte Amaury Godinez in der 27. Minute das Spiel. Der 33-jährige Rechtsaußen wuchtete den Ball nach Pass von Torsten Barth in den Winkel. Highgate, das laut Statistik 13 Torschüsse abgab, war nun am Drücker - zumindest für ein paar Minuten.

Denn die Nationals, die mit 54 Prozent Ballbesitz das Geschehen meist kontrollierten, schlugen zurück. In der 36. Minute drückte Vincent Hennessy selbst ab und traf zum 2:2. Bruder Claude sprang ihm jubelnd in die Arme - ein Familienfest auf dem Rasen.

Nach der Pause blieb es wild. Highgate-Coach Friedrich Lechner schickte sein Team weiter nach vorn, "offensiv, aber bitte mit Verstand", wie er an der Seitenlinie rief. Sein Wunsch verhallte ungehört: In der 55. Minute traf wieder Godinez, diesmal nach Vorarbeit von Innenverteidiger Caio Rocha. 3:2 - und das Stadion sang sich heiser.

Doch Highgate wäre nicht Highgate, wenn es die Führung halten könnte. Nur fünf Minuten später schlug erneut Claude Hennessy zu, diesmal nach Doppelpass mit Bruder Vincent. 3:3 - und der Gästeblock unter den 50.000 feierte, als sei der Titel schon sicher.

Dann kam die 72. Minute. Lewis Donahue, bis dahin eher unauffällig, nahm eine Flanke von Bradley Caviness volley und drosch den Ball ins Netz. 4:3 für die Police Nationals - der Siegtreffer. Nur eine Minute später flog dann auch noch der bereits verwarnte Francois Lavoie mit Rot vom Platz, nachdem er Maniche an der Seitenlinie ummähte wie ein Verkehrsschild. "Ich habe nur die Linie getroffen", verteidigte er sich später mit einem Achselzucken.

Highgate drückte in Überzahl, brachte frische Kräfte: Peretz kam für Albrecht, Hajto ersetzte Hartmann, Aznar für Barth. Doch trotz aller Bemühungen und acht weiterer Abschlüsse in den letzten 20 Minuten blieb der Ausgleich aus. "Wir haben alles versucht - sogar Caio Rocha hat vorne geköpft, aber der Ball wollte einfach nicht rein", knurrte Lechner nach Abpfiff.

Die Statistik untermauert das Drama: 13:10 Torschüsse, leicht bessere Zweikampfquote (51,6 Prozent) - und dennoch null Punkte. Die Nationals dagegen machten aus vier klaren Chancen vier Tore. "Wir schießen, wann wir wollen", witzelte Claude Hennessy, der mit zwei Treffern und einer Vorlage zum Mann des Abends avancierte. Bruder Vincent ergänzte: "Es ist schön, wenn man sich blind versteht - vor allem, wenn’s in der Familie bleibt."

Während die Gäste jubelten, schlich Highgate enttäuscht vom Platz. Die Fans applaudierten trotzdem - vielleicht, weil man spürte, dass dieser Abend trotz der Niederlage etwas Besonderes war. Fußball in seiner schönsten, chaotischsten Form: sieben Tore, eine rote Karte, ein Hauch von Wahnsinn.

Zum Schluss stand Steger mit einem Lächeln vor den Reportern: "Wir sind die Police - Ordnung muss sein. Auch wenn’s heute eher nach Anarchie aussah." Man kann ihm kaum widersprechen.

Und Highgate? Die müssen sich fragen, wie man drei Tore schießt und trotzdem verliert. Vielleicht hilft ein Blick aufs Trainingsfeld - oder eine Familienaufstellung. Schließlich scheint bei den Hennessys gerade alles zu funktionieren.

23.01.643997 08:54
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