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Police Nationals löschen Fire-House FC - 4:1-Sieg mit Blaulicht und Sirene

Wenn 44.743 Zuschauer im Nationalstadion von Kingston ein Spiel sehen, das den Namen "Police Nationals gegen Fire-House FC" trägt, dann ist eigentlich schon klar, dass es heiß hergehen wird. Und tatsächlich: Nach 90 Minuten stand die Feuerwehr in Flammen - allerdings im übertragenen Sinne. Die Police Nationals gewannen mit 4:1 (3:1) und taten das mit einer Mischung aus Disziplin, Tempo und einer erstaunlichen Portion Spielfreude.

Das Spiel begann, als hätte jemand im Polizeipräsidium den Alarmknopf gedrückt. Kaum fünf Minuten waren gespielt, da zündete Fernando Deco den ersten Einsatz: Nach einem mustergültigen Zuspiel von Alexandre Biestman hämmerte er den Ball aus halbrechter Position ins Netz. "Ich habe einfach geschossen, bevor jemand ’Recht auf Freistoß’ sagen konnte", grinste Deco später.

Die Fire-House-Abwehr wirkte da noch nicht ganz einsatzbereit. Und bevor sie überhaupt den Brandherd lokalisieren konnten, brannte es erneut: Nur zwei Minuten später traf Morgan Doyle nach einer schönen Kombination über Harry Fryer zum 2:0. Trainer Walter Steger, sonst ein Mann der leisen Töne, ballte an der Seitenlinie die Faust und brüllte ein "Jawoll, so woll’n wir das sehen!" über den Platz.

Fire-House FC, trainiert von Heinz Riffel, versuchte danach, den Wasserschlauch anzuschließen - vergeblich. Die Gäste hatten zwar mit 40 Prozent Ballbesitz und vier Torschüssen keine völlig desolate Bilanz, doch die Nationals dominerten mit 23 Abschlüssen und fast 60 Prozent Spielkontrolle. Riffel später sarkastisch: "Wir wollten kompakt stehen, aber irgendwie standen nur die Pfosten kompakt."

Kurz vor der Pause erhöhte Deco mit seinem zweiten Treffer auf 3:0 - diesmal nach Vorarbeit von Doyle, der im Mittelfeld die Fäden zog, als hätte er ein Funkgerät ans Gehirn angeschlossen. Und weil Fußball manchmal seine eigenen Drehbücher schreibt, schaffte Fire-House dann doch noch ein kleines Flämmchen: In der 44. Minute traf Lewis Dunn nach Pass von Serge Lachance zum 3:1. Riffel rief ihm zu: "Endlich mal einer, der löscht!" Doch das war’s dann auch schon mit der Feuerwehr-Romantik.

Nach der Pause wechselte Steger gleich doppelt: Der 17-jährige Robert Andrich kam für Rafael Vidigal, und Vincent Hennessy ersetzte Finlay Caroll - eine Maßnahme, die der Trainer später als "präventive Einsatzverstärkung" bezeichnete. Hennessy kassierte prompt Gelb in der 55. Minute, was ihn aber nicht davon abhielt, das Spiel im Mittelfeld zu ordnen, als ginge es um eine Verkehrskontrolle zur Rushhour.

Fire-House brachte zur zweiten Halbzeit den jungen Keeper Nevio Ximenez und den 19-jährigen Alexander Martin. Der neue Torwart verhinderte mit einigen Paraden Schlimmeres, doch die Defensive blieb wacklig. Und als der erfahrene Innenverteidiger Hjalmar Pettersson in der 83. Minute Rot sah - eine Szene, die nach einem beherzten, aber völlig übermotivierten Tackling gegen den schnellen Dodi Lukebakio aussah -, war endgültig klar, dass die Feuerwehr heute keine Schläuche, sondern Eimer dabei hatte.

"Wir haben uns das selbst eingebrockt", seufzte Riffel hinterher. "Wenn du gegen ein Team spielst, das so viel Druck macht wie die Nationals, brauchst du mehr als Mut - du brauchst auch Nerven. Unsere waren schon beim Einlaufen weg."

Die Hausherren ließen es in der Schlussphase gemütlicher angehen, aber sie hatten noch einen letzten Einsatz im Ärmel. In der 90. Minute stürmte Rechtsverteidiger Francois Lavoie nach vorne, als hätte er vergessen, dass er eigentlich Polizist ist, nicht Stürmer - und vollendete nach Vorlage von Lewis Donahue zum 4:1-Endstand. "Ich dachte, der Ball ruft nach mir", scherzte Lavoie, "und als Polizist muss man ja auf Rufe reagieren."

Damit feierten die Police Nationals einen hochverdienten Heimsieg, der in seiner Klarheit kaum Fragen offenließ. 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 23 Torschüsse und ein taktisch diszipliniertes Offensivkonzept zeigten, dass Coach Walter Steger seine Truppe nicht nur auf Einsatzbereitschaft, sondern auch auf Spielfreude getrimmt hat.

"Wir sind keine Spaßbremse, nur weil wir Uniform tragen", sagte Steger schmunzelnd in der Pressekonferenz. "Aber heute haben wir gezeigt, dass Ordnung auf dem Platz manchmal das schönste Chaos im Strafraum erzeugen kann."

Und so gingen die Lichter im Stadion aus - nicht, weil der Strom ausfiel, sondern weil die Fire-House-Spieler genug Hitze abbekommen hatten. Ein 4:1-Sieg, der die Nationals weiter in Richtung Tabellenspitze bringt - und ein Spiel, das in Kingston wohl noch lange für Gespräche sorgen wird.

Kurz gesagt: Die Polizei hatte alles im Griff. Die Feuerwehr? Nun ja - sie darf beim nächsten Mal gern mit mehr Wasser anrücken.

26.11.643996 18:58
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