Jornal do Brasil
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Porto Alegre kontert Teresina aus - ein Abend der verpassten Chancen

UD Teresina hatte an diesem Freitagabend im Estádio Municipal eigentlich alles auf seiner Seite: 50.533 euphorische Fans, 55 Prozent Ballbesitz und den unerschütterlichen Glauben, dass man zu Hause gegen CF Porto Alegre bestehen könnte. Doch Fußball ist kein Spiel für Statistiker, sondern für eiskalte Vollstrecker - und die kamen diesmal aus Porto Alegre. Am Ende stand ein nüchternes 0:2 (0:1) auf der Anzeigetafel.

Schon nach fünf Minuten machte Diamantis Dellas klar, dass Porto Alegre keine lange Eingewöhnungsphase brauchte. Nach einem schnellen Konter über Spiridon Grebennikow, dessen Pass so präzise war, dass man ihn vermutlich mit dem Lineal hätte nachmessen können, spitzelte Dellas den Ball an Keeper Rui Viana vorbei ins Netz. 1:0 - und der Heimblock verstummte für einen Moment. "Ich dachte, die schlafen noch", grinste Dellas später in der Mixed Zone. "Da musste ich sie halt wecken."

UD Teresina schüttelte sich kurz, übernahm schnell die Kontrolle und rannte an. Der junge Manuel de Almeida (18) prüfte Porto-Torhüter David Djalo mit einem strammen Schuss in der achten Minute, und auch Noe Viana versuchte sich mehrfach - mit jugendlichem Elan, aber ohne Fortune. Die Kugel wollte einfach nicht rein. Trainer Tobias Lang raufte sich an der Seitenlinie die Haare, was zu seinem weißen Hemd leider gar nicht passte.

"Wir haben dominiert, aber vorne die falschen Entscheidungen getroffen", seufzte Lang später, als die Mikrofone schon wieder ausgeschaltet waren. "Und hinten haben wir uns zweimal übertölpeln lassen - das war’s."

Denn auch nach der Pause blieb das Muster gleich: Teresina spielte, Porto traf. In der 66. Minute schnappte sich Linksverteidiger Matthew Cromwell den Ball, marschierte ungestört durchs Mittelfeld und bediente Grebennikow, der humorlos zum 2:0 einschob. Ein Treffer, so sauber herausgespielt, dass man ihn in jedem Lehrbuch abdrucken könnte. "Ich hab’ einfach auf mein Gefühl gehört", sagte Grebennikow danach. "Und mein Gefühl war: Schieß einfach."

Man kann Porto Alegre nicht vorwerfen, sie hätten den Bus vor dem Tor geparkt - aber vielleicht den Minivan. Defensiv kompakt, aggressiv im Umschalten, und mit elf Torschüssen gefährlicher als Teresina mit ihren sechs. Trainer Jürgen Mattes nannte es "kontrollierte Offensive" und lächelte dabei so breit, dass man ihm das Wort "kontrolliert" nicht ganz abnahm. "Wir wussten, dass Teresina gerne das Spiel macht. Also haben wir sie machen lassen - und dann zugeschlagen."

Die Gelben Karten - drei an der Zahl - passten ins Bild eines Spiels, das zwar intensiv, aber nie unfair war. Didier Desjardins sah früh Gelb (16.), Jari Kuqi auf der Gegenseite revanchierte sich in Minute 22, und später erwischte es auch noch Morgan Sterling (84.), der kurz darauf ausgewechselt wurde. "Ich wollte eigentlich gar nicht foulen", rechtfertigte sich Sterling mit einem Augenzwinkern, "aber mein Gegenspieler hat sich plötzlich bewegt."

Teresina versuchte bis in die Nachspielzeit hinein alles. Manuel de Almeida zog in der 95. Minute noch einmal ab - hoch, weit, vorbei. Der Ball landete irgendwo im Oberrang, und ein Fan rief ihm lachend zu: "Das war Baseball, nicht Fußball!" Selbst Almeida musste schmunzeln.

Die Statistik am Ende liest sich wie ein Rätsel: Mehr Ballbesitz, mehr Pässe, aber weniger Zählbares. CF Porto Alegre, das Team mit der zunächst defensiven Ausrichtung, verwandelte Effizienz in Kunst. Ihre taktische Umstellung in der zweiten Halbzeit - von defensiv auf offensiv - war der Schlüssel. Teresina hingegen blieb bei "ausgewogen" und wirkte, als hätte man die Spielanweisung auf "Wiederholen" gestellt.

"Vielleicht hätten wir einfach mal wild werden sollen", meinte Mittelfeldmann Miguel Barbosa selbstkritisch. "Manchmal ist Ordnung auch Gift."

So bleibt UD Teresina ein bitterer Abend, während Porto Alegre im Rennen um die internationalen Plätze weiter kräftig mitmischt. Die Fans der Gäste sangen noch lange nach Abpfiff, während die Heimkurve schweigend die Sitze polierte.

Ein kleines Trostpflaster gab es immerhin: Tobias Lang kündigte an, die jungen Spieler wie de Almeida und Viana weiter zu fördern. "Wenn sie lernen, den Ball nicht nur schön, sondern auch reinzuschießen, wird’s irgendwann ganz groß", sagte er.

Bis dahin bleibt Teresina das, was es an diesem Abend war: schön anzusehen - aber leider torlos. Porto Alegre dagegen reist mit drei Punkten, zwei Toren und einer Menge Selbstvertrauen nach Hause. Oder wie Mattes es formulierte: "Wir haben den Gegner laufen lassen - und den Ball gleich mitgenommen."

22.05.644000 17:10
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