Heraldo de Mexico
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Pumas Nacional siegt wild: Anderson trifft dreifach beim 4:3 in Durango

Es war ein Abend, der alles bot, was der mexikanische Fußball in seiner ungestümen Schönheit zu bieten hat: sieben Tore, eine Verletzung in der Nachspielzeit, gelbe Karten, ein Publikum, das sich zwischen Euphorie und Verzweiflung hin- und hergeworfen fühlte - und ein Mann, der über allem stand: Max Anderson. Der 24-jährige Mittelstürmer von Pumas Nacional schoss beim 4:3-Spektakel in Durango gleich drei Tore und grinste nach dem Schlusspfiff in die Kameras, als hätte er gerade die Sonne persönlich eingewechselt.

"Ich weiß gar nicht, woher das kam", lachte Anderson, während er sein drittes Tor noch einmal auf dem Handy zeigte. "Vielleicht liegt’s an den neuen Schuhen - oder am Durango-Rasen, der sich anfühlt wie eine Hüpfburg."

Dabei hatte alles so verheißungsvoll für die Gastgeber begonnen. Schon nach sieben Minuten sorgte Eduardo Pauleta mit einem satten Linksschuss aus 18 Metern für das 1:0. Der Jubel war kaum verklungen, da glich Anderson postwendend zum 1:1 aus - nach perfektem Zuspiel von Miguel Andrade. "Wir wollten direkt antworten", erklärte Pumas-Coach Andy Nordlicht später trocken. "Und Max versteht solche Andeutungen schnell."

Durango ließ sich davon aber nicht beirren. In der 17. Minute köpfte Nelio Conceicao eine präzise Flanke von Verteidiger Gerard Bethune ins Netz - 2:1, das Stadion bebte, 55.874 Zuschauer schrien ihre Alacranes nach vorn. Doch noch vor der Pause schlug Pumas zurück: Der junge Charles Badham, 21 Jahre alt und mit einem linken Fuß wie aus dem Lehrbuch, verwandelte nach schöner Kombination über Olivadi zum 2:2.

In der Pause, so berichten Augenzeugen aus der Mixed Zone, soll Durangos Trainer Manni Kaltz seine Spieler mit den Worten "Ihr spielt wie Stiere ohne Hörner" in die Kabine geschickt haben. Das half nur bedingt. Zwar kam Durango mit mehr Ballbesitz (am Ende 55,6 Prozent) und sichtbarer Wut aus der Kabine, doch es war wieder Anderson, der das Spiel drehte. In der 56. Minute traf er nach einem Pass von Olivadi zum 3:2 für die Gäste, und als er in der 87. Minute nach Vorlage des eingewechselten Stilian Sanew noch das 4:2 markierte, schien alles entschieden.

"Ich wollte einfach noch mal zeigen, dass man auch ohne Instagram-Filter schön treffen kann", witzelte Anderson später.

Doch Durango wäre nicht Durango, wenn sie nicht noch einmal Drama produzieren würden. In der 94. Minute, als viele Fans schon Richtung Ausgang schlenderten, donnerte Raul Futre - gerade noch vom 18-jährigen Debütanten Pablo Rodriguez in Szene gesetzt - den Ball zum 3:4 ins Tor. Rodriguez, der kaum älter als der Balljunge wirkte, wurde danach von Trainer Kaltz in den Arm genommen. "Pablo hat Herz gezeigt", sagte Kaltz, "und das mit 18. Ich wünschte, ein paar meiner Routiniers hätten heute auch so viel davon gehabt."

Die letzten Sekunden waren dann pures Chaos: Futre jubelte, Pumas protestierte, und auf der anderen Seite lag plötzlich der junge Miguel Moutinho verletzt am Boden. Die Diagnose steht noch aus, aber es sah nach einer Blessur am Knöchel aus. "So ist Fußball", meinte Nordlicht achselzuckend. "Mal triffst du dreimal, mal liegst du plötzlich im Gras und weißt nicht, ob du lachen oder weinen sollst."

Statistisch war es ein enges, aber nicht unverdientes Ergebnis: 12 Torschüsse für Pumas, 10 für Durango, 50,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gäste. Und dennoch - die Heimmannschaft war über weite Strecken das aktivere Team, nur eben nicht das effizientere.

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Stimmung gespalten: Jubel im Gästeblock, Schulterzucken bei den Einheimischen, die sich fragten, wie man trotz dreier Tore verlieren kann. "Vielleicht hätten wir einfach mal verteidigen sollen", murmelte Durangos Verteidiger Ivan Alvaro, der zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte, mehr zu sich selbst als zu den Reportern.

So bleibt ein Abend, der für die Statistikbücher taugt - und für kommende YouTube-Zusammenfassungen. Pumas Nacional holt sich mit diesem 4:3-Auswärtssieg drei wichtige Punkte im Rennen um die Tabellenspitze der 1. Liga Mexico. Und Alacranes Durango? Die haben immerhin bewiesen, dass sie selbst im Untergang noch für Unterhaltung sorgen können.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sarkastisch rief: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil!"

22.04.643994 11:28
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Bevor wir für einen Torwart 15 bis 20 Millionen Mark bezahlen, stelle ich mich selbst ins Tor.
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