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Ein lauer Frühlingsabend, 40.370 Zuschauer im ausverkauften Philips-Stadion, und ein Spiel, das anfangs eher nach "Sonntagsausflug" als nach Spitzensport roch. Am Ende stand ein 1:1 zwischen PVC Eindhoven und dem SC Haarlem - ein Ergebnis, das beiden Teams nicht so richtig schmeckte, aber immerhin für Gesprächsstoff sorgte. Die Gäste aus Haarlem begannen überraschend selbstbewusst. Schon in der 13. Minute schloss Edvin Thuesen, der Linksfuß mit dem Hang zum Dramatischen, nach Vorlage von Mario Domingos eiskalt ab. "Ich hab einfach draufgehalten. Der Ball wollte rein, und ich wollte Kaffee", grinste Thuesen später in der Mixed Zone. Eindhoven, von Trainer Markus Frey gewohnt offensiv eingestellt, wirkte danach wie ein Boxer, der früh einen Haken kassiert und erstmal nach Luft schnappt. Bis zur Pause blieb PVC zwar feldüberlegen, aber ideenlos. 46 Prozent Ballbesitz, 15 zu 2 Torschüsse - die Zahlen sprachen für die Hausherren, doch der Spielstand nicht. "Wir haben gespielt wie ein Orchester ohne Dirigenten", knurrte Kapitän Diego Henriquez, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Frey reagierte: Gleich drei Wechsel zur Pause, frisches Blut von der Bank - oder wie der Trainer es formulierte: "Manchmal muss man den Mixer anwerfen, bevor der Teig klumpt." Und tatsächlich: Eindhoven kam nach der Pause mit Wucht zurück. Der Flügelsturm rollte, Kai Schreiber rannte die Seitenlinie auf und ab, als hätte er doppelte Lungen. In der 68. Minute belohnte sich das Team endlich: Everhart Vanderzee, der auffälligste Mann des Abends, verwandelte nach präziser Vorlage eben jenes Schreibers zum verdienten 1:1. Der Jubel war laut, die Erleichterung greifbar. "Ich wusste, irgendwann geht einer rein - und wenn nicht, hätte ich den Ball halt selbst ins Tor getragen", lachte Vanderzee nach dem Spiel. Doch das Spiel blieb turbulent. In der 50. Minute hatte Garritt Van Schoonhoven die erste Gelbe gesehen, 27 Minuten später folgte Gelb-Rot - eine Szene, die den jungen Linksverteidiger sprachlos machte. "Ich hab ihn doch gar nicht berührt!", rief er Richtung Schiedsrichter, während Trainer Frey ihn wortlos am Arm vom Platz führte. "Garritt ist jung, und jung heißt manchmal ungeduldig", kommentierte Frey später mit einem Seufzen. Trotz Unterzahl blieb Eindhoven am Drücker, während Haarlem zunehmend auf Zeit spielte. Das Publikum quittierte jede Ballberührung der Gäste mit einem vielstimmigen Pfeifkonzert, das in die Kategorie "akustischer Druck" fällt. Doch auch Haarlem hatte seine Dramen: In der 88. Minute sah Willem Blood glatt Rot, nachdem er Vanderzee an der Außenlinie unsanft stoppte - und das ist noch nett formuliert. "Das war kein Foul, das war eine Umarmung mit Folgen", witzelte Vanderzee. Die Schlussminuten gehörten dann wieder Eindhoven. Fabian Wirtz prüfte Haarlems Keeper Sleeper gleich zweimal (89. und 93.), aber der Name war Programm: Sleeper schlief nicht, sondern wachte wie ein Panther. 15 Abschlüsse der Hausherren, nur ein Tor - das ist eine Bilanz, bei der jeder Torwarttrainer grinst und jeder Offensivtrainer graue Haare bekommt. Nach dem Abpfiff gab es gemischte Gefühle. "Wir hätten heute gewinnen müssen, ganz klar", meinte Frey, der sich nach eigener Aussage "ein Bier ohne Kohlensäure" gönnen wollte - so wie das Spiel eben war: "etwas schal, aber immerhin nicht ganz schlecht". Haarlems Coach, der sich nicht namentlich zitieren lassen wollte, sprach von einem "gerechten Ergebnis" und fügte trocken hinzu: "Wenn man nur zweimal aufs Tor schießt und einmal trifft, war das wohl Effizienz." Ein Unentschieden, das sich für Eindhoven wie eine Niederlage und für Haarlem wie ein kleiner Sieg anfühlt. Die Fans quittierten es mit höflichem Applaus - und einem Schuss Sarkasmus auf den Rängen: "Vielleicht nächstes Mal zwei Tore, Jungs!" Am Ende bleibt die Erkenntnis: Fußball ist manchmal wie ein holländischer Käse - hart, löchrig und doch irgendwie genießbar. Eindhoven hat Moral gezeigt, Haarlem Cleverness - und beide Teams wissen jetzt, dass man mit einem 1:1 nicht glücklich, aber immerhin nicht völlig unglücklich nach Hause fährt. 21.11.644002 10:31 |
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Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.
Berti Vogts