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PVC Eindhoven gewinnt spektakulär 3:2 gegen SC Haarlem - Späte Flügelshow begeistert Fans

Es war ein Abend, der selbst den abgebrühtesten Fußballfan wieder an das Gute im Spiel glauben ließ - zumindest für 90 Minuten. PVC Eindhoven besiegte am Dienstagabend den SC Haarlem mit 3:2 (1:1) und lieferte dabei ein Wechselbad der Gefühle, das 43.011 Zuschauer im ausverkauften Stadion in Atem hielt.

Schon die ersten Minuten machten klar, dass sich hier niemand verstecken wollte. Haarlem begann griffig, zeigte sich ballsicher (am Ende sogar mit leichtem Ballbesitzvorteil von 50,6 %) und überraschte Eindhoven mit frühem Pressing. In der 16. Minute belohnte sich das Team: Filipe Morte, der rechte Mittelfeldmann mit der eleganten Ballführung, traf nach Vorarbeit von Mario Domingos eiskalt zum 1:0. Eindhoven-Trainer Markus Frey verzog keine Miene, aber man sah, wie sein Kaugummi plötzlich die Geschwindigkeit eines Maschinengewehrs annahm. "Wir wussten, dass Haarlem stark über die Flügel kommt", sagte er später. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen ruhig bleiben. Na ja - ruhig waren sie dann auch, vielleicht zu ruhig."

Doch das Heimteam hatte eine Antwort. Bas Dost, 21 Jahre jung und mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers, glich in der 35. Minute aus. Ein klassischer Dost: Steilpass, zwei Schritte, ein Abschluss - und das Netz zitterte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Dost später, "der Ball hat den Rest erledigt."

Mit dem 1:1 ging es in die Pause, doch die Stimmung war elektrisierend. In den Katakomben soll Frey laut Zeugen seine Spieler mit trockenem Humor motiviert haben: "Wenn ihr schon offensiv spielt, dann bitte auch mit Toren."

Die zweite Hälfte begann mit einem Schock für die Gastgeber. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff traf Haarlems Robert Böttcher - nach feiner Vorlage von Pim Groat - zum 2:1. Kurz darauf blickte Frey gen Himmel, als wolle er dort ein Abwehrkonzept finden. Doch das Spiel drehte sich ab der 63. Minute: Jean Dumont, der flinke Linksaußen, traf nach Vorarbeit von Ronny Arens zum 2:2. Das Stadion explodierte, und Dumont rief jubelnd in Richtung Tribüne: "Seht ihr, Mama, ich kann’s auch mit links!"

Eindhoven spielte nun wie entfesselt. 18 Torschüsse insgesamt sprechen eine klare Sprache - während Haarlem bei sechs Abschlüssen blieb. Die Hausherren hielten den Druck hoch, obwohl sie knapp weniger Ballbesitz hatten. Besonders auffällig: Der junge Innenverteidiger Gerrit Coster, erst 17, holte sich in der 42. Minute eine Gelbe Karte ab, als er versuchte, einen Konter mit einer Grätsche an der Mittellinie zu stoppen. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", sagte er später schüchtern.

In der 82. Minute fiel dann die Entscheidung. Everhart Vanderzee, ein Mann mit der Dynamik eines Schnellzugs, zog nach Pass von Dedrick Dag von rechts nach innen und donnerte den Ball ins lange Eck - 3:2! "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Vanderzee lachend, "aber dann hab ich’s mir anders überlegt." Die Fans feierten ihn, als hätte er den Meistertitel klar gemacht.

Haarlem versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, doch PVCs Defensive hielt stand. Trainer Frey reagierte mit einer kuriosen Maßnahme: In der 90. Minute wechselte er den Torhüter - Corey raus, Siontis rein. "Es war einfach Zeit, Fotios seine letzte Minute zu gönnen", erklärte Frey mit einem Augenzwinkern.

Nach dem Schlusspfiff lagen sich Spieler und Fans in den Armen. Für Eindhoven war es ein verdienter Sieg, auch wenn die Partie enger aussah, als sie war. Mit einer Zweikampfquote von über 54 Prozent und deutlich mehr Abschlüssen war das Team klar überlegen. Haarlem dagegen ließ die letzte Konsequenz vermissen - und haderte mit der eigenen Effizienz.

"Wir haben gut gespielt, aber PVC hatte heute einfach mehr Wucht", resümierte Haarlems Filipe Morte. "Vielleicht hätten wir den Ball öfter flach halten sollen - oder einfach beten."

So endet ein Spiel, das alles bot: Tempo, Emotionen, kleine Dramen und große Gesten. Und irgendwo in der Ecke des Stadions summte ein Fan leise vor sich hin: "Eindhoven, Eindhoven - ihr macht uns alt, aber glücklich."

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt - nicht, weil alles perfekt war, sondern weil Fußball manchmal genau das ist: chaotisch, leidenschaftlich, unberechenbar. Und einfach schön.

18.07.644000 01:50
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