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PVC Eindhoven mit Flügelsturm und Geduld - 2:0 gegen Nelas zum Auftakt

Manchmal ist Fußball wie ein Geduldsspiel mit 43.500 Zuschauern, die kollektiv die Luft anhalten. PVC Eindhoven eröffnete seine Conference-League-Qualifikation mit einem 2:0-Heimsieg gegen Nelas - ein Ergebnis, das harmlos klingt, aber in Wahrheit das Ende einer 59-minütigen Belagerung war.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier das Drehbuch schrieb. "Wir wollten offensiv beginnen", sagte Trainer Markus Frey hinterher mit einem Grinsen, "und das ist uns, nun ja, sehr gelungen - nur das Kapitel ’Tor’ hat etwas länger gedauert."

Schon nach drei Minuten prügelte Nelio Sandoval den Ball erstmals aufs Tor, als wolle er die Torlatte auf Stabilität testen. Es folgten 19 weitere Torschüsse - alle vom Heimteam. Nelas? Keine einzige nennenswerte Annäherung, nicht mal ein statistischer Fehlschuss. Wenn man den Gegner so konsequent aus dem Spiel nimmt, könnte man fast vergessen, dass auch sie mit elf Mann begannen.

Die Gäste aus Portugal verteidigten tief, sehr tief - so tief, dass der Linienrichter zeitweise mit ihnen in einer Viererkette stand. Ihr Torhüter Ingo Djalo tat, was er konnte, und das war eine ganze Menge. Bis zur 59. Minute hielt er den Kasten sauber, wehrte Schüsse aus allen Winkeln ab und hatte wohl die produktivste erste Halbzeit seines Lebens.

Dann aber kam Robert Ashton, 35 Jahre alt, graue Schläfen, aber mit dem Schussbein eines 25-Jährigen. Nach feinem Zuspiel von Diego Henriquez zog Ashton aus 18 Metern ab und ließ Djalo keine Chance - 1:0 für Eindhoven, und das Stadion atmete auf. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte Ashton nach dem Spiel, "aber dann hat der Ball beschlossen, ein Tor zu werden."

Nelas versuchte danach, zaghaft aus der eigenen Hälfte zu kommen, doch mehr als ein paar gelbe Karten sprang nicht heraus. Kian Miller sah in der 37. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen, Agemar Manuel doppelte später und verabschiedete sich in der 72. Minute mit Gelb-Rot. "Ich habe doch nur den Ball getroffen", meinte Manuel in der Mixed Zone - worauf ein Reporter trocken fragte: "Welchen?"

Eindhoven nutzte die Überzahl souverän. Elf Minuten nach Ashtons Führung hatte Diego Henriquez wieder den Ball, diesmal links raus zu Jelle Landseer, der gerade erst für Vitor Tonel gekommen war. Landseer nahm Maß, Djalo flog ins Leere, 2:0 - das Spiel war entschieden.

Trainer Frey wechselte danach mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass seine Offensive funktioniert. "Wir haben über die Flügel viel Druck gemacht", erklärte er. "Das war Plan A. Plan B wäre gewesen: noch mehr Flügel."

Und tatsächlich - Eindhoven spielte über links und rechts, als gäbe es Prämien für Flanken. 56 Prozent Ballbesitz, knapp 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und die Zuschauer sahen ein Team, das mit aggressivem, aber kontrolliertem Offensivfußball überzeugte.

Nelas hingegen hatte Probleme, überhaupt einen Angriff zu strukturieren. Ihre taktische Ausrichtung blieb "balanced", aber das wirkte bestenfalls wie "verloren". Nach dem Platzverweis von Manuel stellten sie hinten auf eine improvisierte Fünferkette um, was eher nach Notwehr aussah.

Eindhovens Keeper Fotios Siontis verbrachte den Abend weitgehend als Zuschauer mit Handschuhen - kein einziger Torschuss der Gäste. "Ich habe mir fast gewünscht, dass mal einer kommt", scherzte er. "Nur um zu wissen, ob ich noch warm bin."

Als Schiedsrichter Van den Meeren nach 90 Minuten abpfiff, war es ein verdienter Sieg, aber keiner, der in die Geschichtsbücher für Dramatik eingeht. Dafür war der Klassenunterschied zu offensichtlich.

Ein kleiner Junge auf der Tribüne fasste es vielleicht am besten zusammen: "Papa, warum spielt nur Eindhoven?" - eine Frage, die sich wohl auch Nelas stellte.

Am Ende jubelte Frey mit seiner Mannschaft in der Kurve, während die Gäste enttäuscht nach Süden abreisten. Es war ein Pflichtsieg, aber einer mit Stil - und einer, der zeigt: Wenn PVC Eindhoven so weitermacht, wird diese Qualifikation keine Geduldsprobe mehr, sondern eine Einladung zum Offensivspektakel.

Und falls Trainer Frey wieder gefragt wird, ob seine Mannschaft zu viele Chancen brauche, wird er wohl sagen: "Solange das Ergebnis stimmt, darf’s ruhig ein bisschen spannend bleiben."

01.04.643997 03:30
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Toni Polster
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