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PVC Eindhoven rettet spät einen Punkt gegen Roda Kerkrade

Es war ein lauer Maiabend in Eindhoven, die Sonne glühte über einem gut gefüllten Stadion - 43.500 Zuschauer sahen ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Nervenkitzel, Gelbe Karten und zwei Tore, die kaum unterschiedlicher hätten fallen können. Am Ende trennten sich PVC Eindhoven und Roda Kerkrade mit einem 1:1, ein Ergebnis, das beiden nicht so recht schmecken wollte, aber wohl keinem völlig unverdient vorkam.

PVC-Trainer Markus Frey stapfte nach Abpfiff mit verschränkten Armen über den Rasen. "Manchmal braucht man eben 45 Minuten, um aufzuwachen", knurrte er, während hinter ihm seine Spieler in die Kurve klatschten. Tatsächlich brauchte Eindhoven eine Halbzeit, um den Motor in Gang zu bringen - zu brav, zu vorsichtig, zu defensiv begann das Team, das in der ersten Hälfte mit einem Alignment "DEFENSIVE" und ohne Pressing agierte.

Roda dagegen legte los wie ein Koffeinrausch. Lotthar Matthaeus, der ewig rastlose Coach der Gäste, hatte seine Elf auf "OFFENSIVE" und "COUNTER" getrimmt. Und so rollten die Angriffe der Limburger früh an. In der 22. Minute dann die Belohnung: Wouter Van Tassel, der 35-jährige Routinier, traf nach einer schnellen Kombination über die Mitte. Der Jubel war laut, die Gesichter der Heimfans eher grau.

"Ich dachte, das ist unser Abend", sagte Van Tassel später und grinste. "Dann kam dieser Henriquez und hat uns die Suppe versalzen."

Gemeint war Diego Henriquez, der Edeltechniker aus Chile, der kurz nach Wiederanpfiff in der 47. Minute zum 1:1 traf - nach Vorarbeit von Nicolaas Vanderveer. Ein trockener Schuss aus 18 Metern, keine Chance für Rodas Keeper Oleg Nowak. "Ich hab einfach draufgehalten, weil wir’s endlich mal probieren mussten", erklärte Henriquez, der danach mit ausgestreckten Armen zur Fankurve lief.

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor - allerdings wechselten sich die Rollen. Roda lauerte, Eindhoven drückte. Die Statistik spricht Klartext: 15 Torschüsse für die Hausherren, 12 für Kerkrade. Auch im Ballbesitz lag PVC knapp vorn mit 54 Prozent. Doch so richtig zwingend wurde es selten. Bas Dost, der junge Mittelstürmer, versuchte es zwischen der 65. und 86. Minute gleich viermal - immer knapp vorbei, immer begleitet von einem kollektiven "Oooh" der Fans.

"Bas hat’s versucht, und das rechne ich ihm hoch an", meinte Trainer Frey später mit einem Anflug von Ironie. "Aber vielleicht sollten wir ihm vor dem nächsten Spiel die Schuhsohlen gerade rücken."

Roda blieb über Konter gefährlich. Besonders Gerard Brill, der flinke Linksaußen, machte den Eindhoven-Verteidigern das Leben schwer. Ein Schuss von ihm in der 90. Minute brachte sogar noch einmal Herzklopfen in die Ränge. Torhüter Fotios Siontis rettete in letzter Sekunde und brüllte danach seine Abwehr zusammen, als wolle er sie gleich mit der Stimme umgrätschen.

Überhaupt, die Defensive: Nach einer Gelben Karte für den 17-jährigen Gerrit Coster in der 41. Minute wirkte sie kurz wacklig, bevor Frey zur Pause gleich doppelt wechselte. "Wenn du zwei Teenager in der Innenverteidigung hast, lernst du als Trainer Demut", witzelte er später.

Auf der anderen Seite brachte Matthaeus in der 75. Minute Savo Vukomanovic, um das Tempo auf dem rechten Flügel hochzuhalten. Der Plan ging nur halb auf - Roda hatte zwar noch Chancen, aber die Präzision fehlte. "Wir wollten das 2:0, aber am Ende war’s vielleicht zu viel Wollen", sagte Matthaeus, der sich trotz des Punktes sichtlich ärgerte.

Die Zuschauer bekamen jedenfalls ein unterhaltsames Spiel: viel Kampf, ein paar technische Kabinettstückchen und emotionale Ausbrüche auf beiden Bänken. Als der Schlusspfiff kam, stand Frey mit einem zufriedenen Nicken da. Matthaeus dagegen ballte die Faust in Richtung seiner Spieler, als wolle er sagen: "Das war’s noch nicht."

Unterm Strich bleibt ein 1:1, das PVC Eindhoven moralisch stärkt und Roda Kerkrade etwas ratlos zurücklässt. Beide Teams hätten gewinnen können, beide hätten auch verlieren können - und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich das Ergebnis letztlich so gerecht anfühlt.

Oder wie Henriquez es später in der Mixed Zone formulierte: "Wenn du nach 90 Minuten denkst, du hättest mehr verdient, dann war’s wohl ein gutes Spiel."

Und ein gutes Spiel war es - für die Zuschauer, für die Reporter und für alle, die Fußball lieben, auch wenn er manchmal mehr Fragen offenlässt, als er beantwortet.

01.03.644000 04:36
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