Voetbal International
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PVC Eindhoven ringt SBV Rotterdam in Torfestival mit 4:3 nieder

Wenn rund 32.000 Zuschauer an einem lauen Maiabend im Rotterdamer Hafenstadion aufspringen, schreien und sich dann wieder entsetzt auf die Sitze fallen lassen, weiß man: Es war kein gewöhnlicher Fußballabend. SBV Rotterdam und PVC Eindhoven lieferten sich am 23. Spieltag der 1. Liga Niederlande ein Spiel, das irgendwo zwischen Rockkonzert und Nervenklinik pendelte - mit dem besseren Ende für die Gäste aus Eindhoven, die nach 90+1 Minuten einen 4:3-Auswärtssieg feiern durften.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll für die Heimmannschaft begonnen. Trainerin Maria Meister sah in der ersten Halbzeit eine dominante Vorstellung ihres Teams, das den Ball mit 51 Prozent Ballbesitz sicher durch die eigenen Reihen laufen ließ. Rechtsaußen Milan Nemeth, 21 Jahre jung und mit der Selbstgewissheit eines erfahrenen Altstars, eröffnete in der 33. Minute den Torreigen. Nach einem Steilpass von Linksverteidiger Eugenius Oudekirk drosch Nemeth das Leder ins lange Eck - so trocken, dass selbst der Rasen kurz den Atem anhielt.

Doch wer glaubte, Eindhoven würde sich ergeben, hat noch nie einen Velimir Jolovic gesehen, wenn er wütend ist. Nur drei Minuten später traf der zentrale Mittelfeldmann nach Vorlage des flinken 17-Jährigen Henrick Barculo zum Ausgleich. "Ich hab einfach draufgehalten. Der Ball wollte rein - und er ist rein", grinste Jolovic später, als er sich im Kabinengang den Schweiß von der Stirn wischte.

Rotterdam schüttelte sich kurz, um dann sofort zurückzuschlagen. In der 38. Minute kombinierte Lorenzo Pinna elegant durchs Zentrum, legte quer auf Jonas Van Remoortere - und der schob eiskalt zum 2:1 ein. Trainerin Meister riss die Arme hoch, die Fans sangen, und in der Pause roch alles nach Heimsieg und Frittenfett.

Doch Eindhoven-Trainer Markus Frey hatte in der Kabine offenbar den richtigen Ton getroffen. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon keine Pässe findet, dann wenigstens das Tor", lachte Frey später. Und seine Mannschaft nahm ihn beim Wort. Nach der Pause drehte sich das Spiel komplett.

In der 55. Minute netzte Rechtsaußen Nelio Sandoval nach Zuspiel von Nicolaas Vanderveer zum 2:2 ein - der Beginn eines wahren Gäste-Sturmlaufs. Sechs Minuten später war es der 19-jährige Karel Cure, der nach Vorarbeit von Sandoval in bester Teenager-Manier einfach mal draufhielt und das 2:3 erzielte. Rotterdam wankte. Eindhoven schoss aus allen Lagen (am Ende 17 Torschüsse gegenüber 9 der Gastgeber), und Torwart Bernt Fink bekam mehr zu tun als ein Hafenarbeiter im Schichtbetrieb.

Als dann in der 90. Minute Vanderveer selbst zum 4:2 traf, schien alles entschieden. Der Ball zischte aus 20 Metern flach ins rechte Eck, und die Rotterdamer Fans begannen, ihre Schals nach unten zu drehen. Doch Rotterdam wäre nicht Rotterdam, wenn es nicht wenigstens noch dramatisch geworden wäre. In der Nachspielzeit, kaum dass die Anzeigetafel die 91. Minute zeigte, traf Louis Tremblay nach Vorarbeit von Hansen Dirk zum 3:4.

"Ich hab gar nicht mehr gewusst, wie’s steht", gab Tremblay später lachend zu. "Aber wenn du so einen Ball bekommst, dann denkst du nicht nach - du haust einfach drauf."

Die letzte Minute wurde zum kollektiven Zittern. Rotterdam warf alles nach vorn, sogar Keeper Fink schlich sich heimlich in den Strafraum, doch der Ausgleich blieb aus. Als der Schlusspfiff ertönte, fielen die Spieler beider Teams erschöpft auf den Rasen - der eine Teil jubelnd, der andere fluchend.

Statistisch gesehen war die Partie fast ausgeglichen - 51 zu 49 Prozent Ballbesitz, aber Eindhoven hatte das effektivere Pressing, die klareren Chancen und ein Quäntchen mehr Kaltschnäuzigkeit. "Man muss neidlos anerkennen, dass Eindhoven in der zweiten Halbzeit einfach galliger war", sagte Trainerin Meister, die sich dennoch kämpferisch zeigte: "Wir werden zurückschlagen. Vielleicht schon nächste Woche - und hoffentlich mit weniger Herzinfarktpotenzial."

PVC-Coach Frey grinste da nur: "Ich hab meiner Frau gesagt, ich komme heute spät nach Hause. Dass es so spannend wird, hab ich aber auch nicht gedacht."

So endete ein Spiel, das alles hatte: sieben Tore, wilde Wendungen und ein Publikum, das über 90 Minuten den Puls der Liga fühlen durfte. Und irgendwo zwischen Jubel, Frust und Frittenpapier stand ein Reporter, der sich dachte: Dieser Fußball - er ist manchmal verrückt, aber niemals langweilig.

02.03.644000 16:22
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