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Es war ein lauer Sommerabend in Eindhoven, doch auf dem Rasen des Philips-Stadions brannte es schon in der zweiten Spielminute lichterloh. Gerade hatten sich die 40.000 Zuschauer ihre Plätze gesucht, da schlug ein 18-jähriger Innenverteidiger namens Gerrit Coster zu. Nach einer butterweichen Flanke von Garritt van Schoonhoven stieg der Youngster am höchsten und nickte den Ball wuchtig ins Netz. 1:0 - und das Stadion bebte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann hörte ich nur das Netz rascheln", grinste Coster später, noch leicht ungläubig über sein erstes Profitor. Doch wer glaubte, PVC Eindhoven würde die Partie nun locker kontrollieren, sah sich getäuscht. Die Flevo Boys, mit leichtem Ballbesitzvorteil (53 Prozent) und einem unübersehbaren Hang zur Geduld, ließen sich nicht beeindrucken. Nelson Morte und Esteban Fernandes testeten mehrfach den Heimkeeper Harrison Corey, der sich aber von Minute zu Minute steigerte. In der 19. Minute holte sich Everhart Osterhoudt nach einem rustikalen Einsteigen den gelben Karton ab - ein Zeichen, dass Eindhoven zwar offensiv, aber nicht immer clever agierte. Kurz vor der Pause dann der Dämpfer: Nachdem Fernandes auf der rechten Seite durchgebrochen war, legte er quer zu Bruno Derlei, der aus 15 Metern trocken zum 1:1 einschob (44.). "Da haben wir einfach gepennt", knurrte Eindhoven-Trainer - nennen wir ihn Coach van Dijk - nach dem Spiel und schob mit einem gequälten Lächeln hinterher: "Aber wenigstens waren wir pünktlich zum Pausentee wieder wach." Wach war auch das Publikum, das zur zweiten Halbzeit eine veränderte PVC-Elf sah. Drei Wechsel auf einen Schlag: Coster, Onderdonk und der junge Derrick mussten runter, frische Kräfte kamen - unter anderem Daniel Eliezer und der bullige Mittelstürmer Teo Males. Die Marschroute blieb offensiv, die Taktik aber wurde flexibler, man spielte nun auch mal lange Bälle. In der 64. Minute sah Flevo-Verteidiger Laszlo Egressy Gelb, nachdem er Pederson an der linken Strafraumkante gestoppt hatte - und der Däne sollte sich das merken. Denn acht Minuten später war es eben jener Otto Pederson, der nach Vorarbeit von Kai Schreiber das 2:1 markierte (72.). Ein Schuss, so trocken wie nordischer Humor: flach, präzise, unhaltbar. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Pederson. "Wenn man zu lange überlegt, wird der Ball beleidigt." Flevo Boys versuchten danach, den Rückstand wettzumachen, Esteban Fernandes schoss gleich dreimal in zehn Minuten auf Coreys Tor, doch der Keeper hielt, was zu halten war. Stattdessen besiegelte Joaquin Domingos in der 77. Minute die Entscheidung. Nach einem energischen Antritt von Rechtsverteidiger Osterhoudt - der damit seine Verwarnung wohl wieder wettmachte - kam der Ball zu Domingos, und der Portugiese traf aus spitzem Winkel zum 3:1. Die Fans sangen, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Die letzten Minuten verliefen, wie so oft, in einem Mix aus Abwehrarbeit, Zeitspiel und gelegentlichen Konteransätzen. Paulo Beto prüfte in der 86. Minute noch einmal den Flevo-Schlussmann, ehe der Schlusspfiff für kollektives Aufatmen sorgte. Statistisch gesehen war es kein glattes Spiel: Eindhoven hatte weniger Ballbesitz, dafür aber mehr Zielstrebigkeit (9 zu 6 Torschüsse). Flevo Boys wirkten spielerisch reifer, aber im Strafraum so harmlos wie ein Zahnarzt ohne Bohrer. "Wir haben es am Ende mit Herz gewonnen, nicht mit Zahlen", kommentierte Trainer van Dijk und schüttelte dabei ein paar Grashalme aus seinem Jackett. Sein Gegenüber - nennen wir ihn Coach Brouwer - war weniger begeistert: "Wir waren besser, bis wir aufgehört haben, daran zu glauben. Und dann trifft Pederson auch noch mit dem schwachen Fuß - das ist fast unverschämt." Am Ende stand ein verdienter 3:1-Erfolg für PVC Eindhoven, der die Fans hoffen lässt, dass die jungen Wilden um Coster und Pederson zu einer echten Einheit reifen. Ein Spiel mit allem, was der Fußball bietet: frühes Feuerwerk, späte Erlösung und genug Gesprächsstoff für die Stammtische der Stadt. Und als die Flutlichter erloschen, soll man einen Ordner sagen gehört haben: "Wenn die so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion." - Nun, man darf träumen in Eindhoven. 06.01.644003 22:48 |
Sprücheklopfer
Che Guevara war ein Rebell, ein Kämpfer für sein Land. Das will ich auch sein. Ich will den Schwachen helfen. Das ist im Fußball genauso, da muss man den schwachen Gegner auch aufbauen. Das ist so eine eigene Logik von mir, dazu will ich gar nicht viel sagen.
Torsten Legat zu seiner Che Guevara-Tätowierung