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PVC Eindhoven tanzt Quick Boys schwindelig - Sandoval doppelt, Stadion tobt

Was für ein Abend im Philips-Stadion! 42.107 Zuschauer erlebten am Mittwoch einen jener Abende, die man in Eindhoven noch eine Weile weitererzählen wird: PVC Eindhoven besiegt die Quick Boys mit 4:1 (2:1) - und das, obwohl der Ballbesitz für die Gäste sprach. Doch Statistik gewinnt nun mal keine Spiele, Tore schon. Und davon hatten die Gastgeber gleich vier.

Die Quick Boys begannen mutig, fast übermütig. Schon in der 10. Minute zappelte der Ball im Netz: Bram Buskirk, der flinke Linksaußen, traf nach Vorlage von Knud Vollmer zum frühen 0:1. Der Gästeblock tobte, während Trainer Markus Frey auf der PVC-Bank nur kurz die Stirn runzelte - um dann mit einer Geste, halb Ärger, halb Gelassenheit, Richtung seiner Spieler zu deuten: "Ruhig bleiben, Jungs. Wir haben noch 80 Minuten."

Und die brauchten sie auch nicht alle. Drei Minuten später schlug PVC zurück. Jacques Diarra, der rechte Wirbelwind, tanzte einen Gegner aus, legte quer, und Nelio Sandoval drosch das Leder aus 13 Metern unter die Latte - 1:1. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, so scharf kam der Pass", grinste Sandoval später.

Der Ausgleich beflügelte Eindhoven. In der 29. Minute war es Diarra selbst, der nach schöner Vorarbeit von Azmi Ramon die Partie drehte. Mit einer Mischung aus jugendlicher Leichtigkeit und kaltem Instinkt schlenzte er den Ball ins lange Eck. 2:1 - und die Quick Boys, die eben noch das Spiel kontrollierten, wirkten plötzlich wie ein Chor ohne Dirigent.

Kurz darauf kassierte Diarra seine Gelbe Karte - wohl mehr aus Übermotivation als aus Bosheit. "Ich wollte nur den Ball, ehrlich", rief er lachend dem Schiedsrichter zu, während Azmi Ramon ihm auf die Schulter klopfte: "Du spielst zu gut, sie müssen dich bremsen."

Nach der Pause brachte Trainer Frey frische Kräfte: Andre Lansing ersetzte Diarra, Teo Males kam für Bas Dost, Dedrick Dag für Caio Peyroteo. Ein riskanter Dreifachwechsel zur Halbzeit - aber einer, der sich auszahlen sollte.

Schon in der 48. Minute erhöhte der quirlige Ignacio Postiga auf 3:1. Nach einem Angriff über die linke Seite flankte Garritt Van Schoonhoven in den Rückraum, Postiga nahm Maß und traf mit der Präzision eines Uhrmachers. "Das war Trainingsplatz pur", kommentierte Frey später trocken.

Während die Quick Boys weiter bemüht waren, gefällig zu kombinieren - sie hatten am Ende 53 Prozent Ballbesitz -, blieb PVC brandgefährlich. 20 Torschüsse, doppelt so viele wie der Gegner, belegen das. Keeper Jamie Bail bei den Quick Boys bekam den Ball häufiger zu sehen, als ihm lieb sein konnte.

Den Schlusspunkt setzte erneut Sandoval in der 66. Minute. Nach einem langen Pass von Andre Lansing lief er allein auf Bail zu und versenkte eiskalt. 4:1, Deckel drauf. "Ich hab kurz überlegt, ob ich querlege", grinste Sandoval. "Aber dann dachte ich: Ach komm, für die Galerie."

Die Quick Boys schöpften noch einmal Hoffnung, als Oscar Alves in der 65. Minute knapp vorbeizog, doch das war’s dann. Statt Aufholjagd folgte Frust - und eine späte Gelbe Karte für Maarten Van Dousen (93.).

Markus Frey lobte nach dem Spiel die Reaktion seiner Mannschaft: "Nach dem 0:1 so zurückzukommen, zeigt Charakter. Wir spielen offensiv, wir leben offensiv - manchmal auch ein bisschen zu sehr." Ein Satz, der wohl auch Diarra gilt.

Quick-Boys-Coach - der Name blieb im Protokoll leer, aber sein Gesicht sprach Bände - verzichtete auf große Analysen. "Vier Tore sind vier Tore", murmelte er in die Mikrofone, "Ballbesitz ist nur schön, wenn man was draus macht."

Ein kleines Detail am Rande: Trotz des klaren Ergebnisses blieb das Spiel erstaunlich fair. Drei Gelbe Karten, keine Hektik, kein Theater - in einer Liga, in der sonst schon beim Anstoß diskutiert wird, fast ein Gentleman-Duell.

So endete ein Abend, an dem PVC Eindhoven nicht nur drei Punkte holte, sondern auch wieder zeigte, warum man in dieser Stadt Fußball nicht nur liebt, sondern feiert. Die Fans sangen nach Abpfiff, Sandoval wurde auf Schultern getragen, und irgendwo auf der Tribüne grinste einer mit PVC-Schal: "Wenn wir so weitermachen, wird das eine schöne Saison."

Und wer weiß - vielleicht wird in Eindhoven bald wieder von großen Nächten gesprochen. Diese hier war schon mal ein Anfang.

11.06.643997 08:33
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