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PVC Eindhoven verpasst das Wunder - Djurgarden gewinnt mit kühler Effizienz 2:1

Wenn man den Abend in Eindhoven in einem Satz zusammenfassen wollte, dann vielleicht so: Viel Lärm um nichts - oder genauer gesagt, viel Ballbesitz für Djurgarden, viel Leidenschaft bei PVC, am Ende aber wieder der alte Sieger aus Schweden. 43.500 Zuschauer sahen ein Conference-League-Spiel, das sich phasenweise wie ein nordischer Krimi anfühlte: spannend, kühl kalkuliert, und mit einem Helden, der Danijel Dordevic hieß.

Es begann eigentlich verheißungsvoll für die Niederländer. Schon in der 3. Minute prüfte Azmi Ramon aus der Distanz Djurgardens Keeper Dawid Piechaczek, der die Kugel gerade noch aus dem Winkel kratzte. "Ich wollte früh ein Zeichen setzen", sagte Ramon später mit einem Schulterzucken, "leider war der Torwart heute in Nationalmannschaftsform." Eindhoven drängte, aber die Schweden blieben eiskalt.

In der 27. Minute war es dann so weit: Ein Angriff über die rechte Seite, Mateo Bordalas schickte Dordevic steil, und der 27-Jährige schob den Ball mit jener Selbstverständlichkeit ins lange Eck, die nur Stürmer haben, die wissen, dass sie treffen. 0:1 - und plötzlich war das Stadion still. Nur Coach Rene Miller klatschte gelassen in seine Hände, als hätte er’s geahnt. "Wir wussten, dass Eindhoven früh Druck macht. Wir haben einfach gewartet, bis sie müde wurden", grinste er später süffisant.

PVC-Coach Markus Frey, der an der Seitenlinie 90 Minuten lang zwischen Verzweiflung und Wut schwankte, holte kurz vor der Pause tief Luft. "Wir haben das Spiel im Griff gehabt, außer bei den Toren", sagte er mit einem sarkastischen Lächeln. Und tatsächlich: Neun Torschüsse, 42 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 51 Prozent - das sind Zahlen, mit denen man normalerweise zumindest nicht verliert.

Nach der Pause brannte Eindhoven. Frey hatte an der Taktik geschraubt, ließ nun zentraler angreifen, und in der 47. Minute wurde der Aufwand endlich belohnt. Vitor Tonel, 33 Jahre alt und immer noch mit der Eleganz eines südamerikanischen Tänzers, verwandelte eine Flanke von Vidar Thomassen per Direktabnahme - 1:1, das Dach des Stadions drohte wegzufliegen.

Doch die Euphorie hielt exakt 60 Sekunden. Im Gegenzug - und Fußballromantiker mögen hier kurz seufzen - schlug wieder Dordevic zu. Wieder kam der Pass von Bordalas, wieder vollendete der Stürmer eiskalt. 1:2, diesmal mit der Präzision eines Uhrwerks. "Ich dachte, wir hätten den Ausgleich wenigstens zwei Minuten halten dürfen", knurrte Frey später.

Danach wurde das Spiel ruppiger. Djurgardens Castiglione sah nach einem harten Einsteigen in der 61. Minute Gelb, Baljak folgte ihm in der 86. Minute. "Das war kein schöner Fußball, das war Überlebenskampf", meinte Tonel nach dem Abpfiff, während er sich das Trikot über den Kopf zog.

Eindhoven warf in der Schlussphase alles nach vorne, das Pressing wurde voll aktiviert, aber die Schweden verteidigten stoisch. In der 93. Minute hatte Tonel noch einmal die große Chance, doch sein Schuss rauschte knapp über die Latte. Der verzweifelte Blick Richtung Himmel sprach Bände.

Frey brachte in der Nachspielzeit noch drei frische Kräfte - Andre Lansing, Vincent Lansing und den jungen Bas Dost -, aber die Geschichte dieses Spiels war längst geschrieben. Djurgarden nahm die drei Punkte mit, Eindhoven blieb der Applaus eines trotzigen Publikums.

"Manchmal", sinnierte Frey auf der Pressekonferenz, "verliert man, obwohl man eigentlich alles richtig macht. Und manchmal gewinnt der, der einfach weniger Fehler macht." Sein Gegenüber Miller grinste nur: "Wir Schweden nennen das Effizienz."

Und so verabschiedete sich PVC Eindhoven aus der Gruppenphase der Conference League mit erhobenem Kopf, aber gesenktem Blick. Djurgarden dagegen darf weiter vom Frühling in Europa träumen - dank eines Doppelpacks von Dordevic, der an diesem Abend alles traf, was sich bewegte.

Fazit: Ein Spiel, das Eindhoven hätte gewinnen können, Djurgarden aber gewinnen musste. Und vielleicht war genau das der Unterschied.

12.12.643999 17:29
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