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Quick Boys und Eindhoven liefern turbulentes 2:2 - Kartenfestival inklusive

Ein lauer Maiabend, 37.954 Zuschauer im Stadion, und die Quick Boys wollten zeigen, dass man auch mit blau-weißem Herzblut ganz oben in der niederländischen 1. Liga mitmischen kann. Am Ende stand ein 2:2 gegen PVC Eindhoven - ein Ergebnis, das sich wie ein Kompromiss anfühlt, nachdem beide Teams zwischen Genie und Wahnsinn pendelten.

Die Gäste aus Eindhoven legten los, als wären sie auf Koffein-Diät. Schon in der 34. Minute zappelte der Ball im Netz der Quick Boys: Jean Dumont, der flinke Linksaußen, traf nach schöner Vorarbeit von Velimir Jolovic. "Ich hab’s gar nicht richtig gesehen, der Ball war einfach weg - wie meine gute Laune danach", knurrte Quick-Boys-Torhüter Matias Fernandes später.

Zur Pause führte PVC verdient, auch wenn die Quick Boys mit 53 Prozent Ballbesitz und mehr Torschüssen (10:8) die Statistik für sich hatten. Doch Zahlen schießen bekanntlich keine Tore - das erledigen Spieler wie Dumont.

Dann kam die 46. Minute, und das Spiel drehte sich in eine andere Richtung. Edoardo Romano, der rechte Flügelstürmer der Quick Boys, war schon in der ersten Halbzeit der auffälligste Mann auf dem Rasen gewesen. Diesmal traf er nach Vorlage von Rafael Arredondo zum 1:1 - und das Stadion explodierte förmlich. "Ich wusste, dass er irgendwann reingeht", grinste Romano hinterher und deutete auf seine Schuhe: "Neue Stollen. Italienische Präzision."

PVC Eindhoven schien vom Ausgleich noch gar nicht richtig erholt, da fiel in der 55. Minute das 2:1. Pim Van Vleck, der Mann fürs Grobe im linken Mittelfeld, zog aus 20 Metern ab - der Ball schlug flach im Eck ein. Assist kam von Louis Ashton, der mit glänzender Übersicht den Raum öffnete. Trainer Markus Frey von Eindhoven war in diesem Moment vermutlich kurz davor, seine Taktiktafel in die Nordkurve zu werfen.

Doch dann kam der Moment, der aus einem guten Fußballabend ein hitziges Drama machte: In der 54. Minute sah der 19-jährige Louis Masse, Rechtsverteidiger der Gäste, nach wiederholtem Foul Gelb-Rot. Frey raufte sich die Haare - "Er ist jung, er wollte nur zeigen, dass er da ist. Leider war er dann zu sehr da."

Kaum hatten die Quick Boys also einen Mann mehr, passierte das Undenkbare. Knud Vollmer, rechter Mittelfeldspieler der Hausherren, ließ sich in Minute 65 zu einem rustikalen Einsteigen hinreißen - glatt Rot. "Ich hab den Ball gespielt. Also… zumindest die Idee davon", murmelte Vollmer später, während er mit gesenktem Kopf in die Kabine trottete.

Und als hätte der Fußballgott ein Faible für Ironie, kam Eindhoven zurück. Wieder war es Jean Dumont, diesmal in der 66. Minute, der den Ball nach Vorlage von Innenverteidiger Dedrick Dag im Netz versenkte. 2:2. Der junge Franzose hätte später noch fast den Hattrick geschnürt, doch Fernandes parierte in der 91. Minute glänzend.

Die Schlussphase war ein offener Schlagabtausch, der keiner Logik mehr folgte. Romano prüfte den Keeper in der 74. Minute, Arredondo schoss in der 87. drüber, und auf der Gegenseite scheiterte Bas Dost gleich dreimal in der Nachspielzeit.

"Wenn du das heute gewinnen willst, brauchst du mehr als elf Mann - du brauchst einen Exorzisten", witzelte Quick-Boys-Kapitän Imre Zsengeller nach dem Spiel. Trainer Frey von Eindhoven sah das etwas nüchterner: "Ein 2:2 auswärts, mit einem Mann weniger - das nehme ich mit. Auch wenn mein Blutdruck das anders sieht."

Statistisch war’s ein enges Ding: Quick Boys mit leichtem Übergewicht beim Ballbesitz (53,8 Prozent) und einer minimal besseren Zweikampfquote, Eindhoven mit der kühleren Effizienz und einem überragenden Dumont.

So blieb es beim gerechten Remis, das keinem richtig hilft, aber allen Gesprächsstoff liefert. Der eine oder andere Zuschauer soll noch beim Hinausgehen gemurmelt haben: "Das war kein Fußballspiel - das war ein Abenteuerurlaub."

Und wer weiß, vielleicht stimmt das sogar. Schließlich war an diesem Abend alles drin: Tore, Karten, Emotionen - und der Beweis, dass selbst in der 25. Runde einer langen Saison noch Platz für ein bisschen Wahnsinn ist.

Oder wie Edoardo Romano es zusammenfasste: "Wenn wir jedes Spiel so spielen, werden die Fans alt, aber glücklich."

25.03.644000 20:07
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