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Roda Kerkrade ringt PVC Eindhoven nieder - Matthäus feiert Arbeitssieg mit Augenzwinkern

Ein Torfestival war’s nicht, aber an Spannung mangelte es diesem Duell am 4. Spieltag der 1. Liga Niederlande nun wirklich nicht. Vor 47.542 Zuschauern im Parkstad Limburg Stadion setzte sich Roda Kerkrade am Samstagabend mit 2:1 gegen PVC Eindhoven durch - ein Sieg, der weniger durch spielerische Eleganz als durch Hartnäckigkeit glänzte. Oder, wie Trainer Lotthar Matthäus nach Abpfiff sagte: "Wir haben Fußball gearbeitet, nicht gespielt. Aber am Ende zählt, dass die Maschine läuft."

Und sie lief gleich von Beginn an. Kaum hatte Schiedsrichter Van der Kleef angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz. In der ersten Minute (!) nutzte Lukas Hoj die kollektive Tiefschlafphase der Eindhovener Hintermannschaft. Nach Flanke von Vincent Van Vechten drosch der rechte Flügelstürmer den Ball humorlos ins linke Eck - 1:0 für Roda. "Ich hab gar nicht gemerkt, dass das Spiel schon losging", meinte PVC-Verteidiger Daniel Eliezer später grimmig.

Doch wer dachte, Eindhoven würde sich ergeben, irrte. Das Team von Markus Frey, das zunächst mit einer betont defensiven Ausrichtung angetreten war, suchte nach dem frühen Schock zaghaft den Weg nach vorne. Joaquin Domingos, der flinke Rechtsaußen, tauchte immer wieder gefährlich auf - und belohnte sich in der 36. Minute. Nach feiner Vorarbeit von Paulo Beto schlenzte Domingos den Ball aus halbrechter Position unhaltbar für Keeper Alfie Latham unter die Latte. 1:1, und das Spiel war wieder offen.

"Da haben wir uns kurz zu sicher gefühlt", grummelte Matthäus später, während er sich demonstrativ den Kragen seiner Trainingsjacke richtete. "Ich hab den Jungs gesagt: Wir spielen hier nicht gegen Touristen, sondern gegen Eindhoven."

Nach dem Seitenwechsel kam Bewegung in die Personalien. Matthäus brachte Gerard Brill für den jugendlichen Neymar Junior, der zwar trickreich, aber wirkungslos geblieben war. "Ich hab ihm gesagt, dass man in Kerkrade auch mal grätschen darf", witzelte Matthäus. Brill zeigte prompt Einsatz - und prüfte Torwart Fotios Siontis mehrfach mit wuchtigen Schüssen.

Eindhoven wechselte ebenfalls: Bas Dost ersetzte den blassen Dirck Derrick im Sturmzentrum. Frey stellte dezent um, ließ offensiver pressen und hoffte auf den Lucky Punch. Aber Roda hatte an diesem Abend das Glück (und die Erfahrung) auf seiner Seite.

In der 79. Minute dann die Entscheidung: Nach einem scharf getretenen Eckball von Timo Schlotterbeck, der sich wohl kurz für Toni Kroos hielt, stieg Gerritt Keese im Strafraum am höchsten und nickte den Ball trocken in die Maschen - 2:1! Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, und der 34-Jährige grinste nach seinem Treffer: "Ich sag’s meinem Bruder Pim jedes Mal - der Ball gehört in die Zone, nicht auf die Playlist."

Eindhoven versuchte es in der Schlussphase mit wütenden Angriffen, hatte am Ende sogar leicht mehr Ballbesitz (52,5 Prozent), blieb aber zu harmlos. Nur drei echte Torschüsse in der zweiten Halbzeit - das war zu wenig, um die sattelfeste Roda-Defensive ernsthaft ins Wanken zu bringen. Der eingewechselte Paulo Beto sah in der 77. Minute Gelb, was sinnbildlich für die Frustration der Gäste stand.

In der Nachspielzeit kassierte auch Roda-Mittelfeldmotor Tiago Postiga eine Verwarnung, allerdings mit einem Lächeln. "Ich wollte nur Zeit schinden", gab er nachher zu, "Lotthar hat mir zugerufen: ’Mach’s clever!’ - also hab ich ihn wörtlich genommen."

Statistisch betrachtet war’s ein Spiel der Effizienz. Roda brachte 17 Schüsse auf das Tor, Eindhoven nur sechs. Während die Gäste zwar mehr Ballbesitz hatten, wirkte ihr Spiel zu brav - zu "balanciert", wie es der Taktikbogen später ausdrücken sollte. "Wir wollten sicher spielen", erklärte Frey, "aber wir haben uns zu sicher gefühlt."

So bleibt Roda nach diesem 2:1 im oberen Tabellendrittel, während Eindhoven die erste Niederlage der Saison kassiert. Auf der Pressekonferenz lächelte Matthäus zufrieden: "Ich sag’s immer - wenn du früh triffst und spät triffst, brauchst du dazwischen nur Nerven."

Und als der Reporter fragte, ob er mit dem jungen Neymar Junior unzufrieden sei, antwortete er trocken: "Wenn der Junge mal so viel rennt wie tanzt, wird er Weltklasse."

Ein Satz, der bleiben dürfte - wie dieser Abend in Kerkrade, an dem Fußball keine Kunst war, sondern ehrliches Handwerk mit einem Schuss Wahnsinn.

03.12.644002 02:49
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