World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Rush Chorzow verspielt 2:0-Führung - Hapoel Ramat PKI lacht zuletzt

Es war ein lauer Frühlingsabend in Chorzow, die Sonne war gerade hinter der Haupttribüne verschwunden, als 43.500 Zuschauer ein Spiel erlebten, das man getrost als emotionalen Achterbahnritt bezeichnen darf. Rush Chorzow und Hapoel Ramat PKI trennten sich im Hinspiel der Champions-League-Play-offs 2:2 - ein Ergebnis, das die Gastgeber ärgern und die Gäste feiern dürfen.

Trainer Herth Ussia hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, und das merkte man von Beginn an. Bereits in der ersten Minute prüfte Leandro Couto den israelischen Keeper Santiago Pero - ein Schuss, der mehr Warnung als Gefahr war. "Wir wollten zeigen, dass hier nichts zu holen ist", sagte Ussia später. Für zehn Minuten schien das auch zu gelten, denn Hapoel wirkte überrascht, fast überfordert vom aggressiven Pressing der Polen.

Dann folgten jene fünf Minuten, in denen das Stadion bebte. In der 19. Minute ließ Arkadiusz Wojcicki die Fans jubeln: Nach feiner Vorarbeit von Diego Derlei schob er den Ball überlegt ins lange Eck - 1:0. Kaum hatten die Zuschauer den Torjubel beendet, da erhöhte Dawid Gorawski nur eine Minute später auf 2:0. Der Routinier zog aus der Distanz ab, nachdem Linksverteidiger Callum Hawn den Ball ideal in den Lauf gelegt hatte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er rollte einfach weiter", grinste Gorawski nach dem Spiel.

Doch wer dachte, die Partie sei entschieden, irrte sich gewaltig. Hapoel Ramat PKI zeigte, dass sie nicht zufällig bis in die Play-offs gekommen waren. Nur eine Minute nach dem 2:0 nutzte der erst 21-jährige Yaniv Vilner einen Moment der Verwirrung in der Chorzower Abwehr und verkürzte nach Vorlage von Javi Yague. Der Jubelblock der Gäste leuchtete rot in der Abenddämmerung - und Rush wankte.

In der 28. Minute war es erneut Vilner, der zum 2:2 traf. Diesmal nach einem präzisen Pass von Ghalib Cohen. Zwei Tore, zwei kalte Duschen. "Wir haben kurzzeitig vergessen, dass man auch hinten stehen muss", fluchte Ussia später, während er sich durch die Haare fuhr.

Danach beruhigte sich das Spiel etwas - zumindest auf dem Papier. In Wahrheit war es ein wilder Ritt: Wojcicki und Couto vergaben weitere Chancen, Adrian Dreszer scheiterte zweimal knapp, und auch Innenverteidiger Stephane Leachman bekam in der 76. Minute seine Gelegenheit, als er nach einer Ecke zum Kopfball kam. Der Ball flog Zentimeter am Pfosten vorbei, und die Fans griffen sich an den Kopf.

Statistisch gesehen war Rush Chorzow überlegen: 13 Schüsse aufs Tor gegenüber nur vier von Hapoel, 51,5 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von knapp 55 Prozent. Aber Fußball hat bekanntlich seine eigene Logik. "Wir hatten das Spiel im Griff", meinte Ussia, "nur das Ergebnis wollte nicht gehorchen."

Auf der anderen Seite grinste Hapoel-Trainer Marco Maciadi in die Kameras: "Wir haben Charakter gezeigt. Meine Jungs sind jung, heiß und manchmal ein bisschen verrückt - aber heute war das genau richtig." In der Tat: Mit einer Reihe früher Wechsel in der 18. Minute - Maciadi tauschte gleich drei Spieler - stabilisierte sich sein Team, das zuvor kurz vor dem Kollaps gestanden hatte. "Ich wollte frisches Blut auf dem Platz. Und vielleicht auch ein bisschen Glück", sagte er augenzwinkernd.

In der Schlussphase wurde es hitzig. Drei Gelbe Karten für Rush (Hawn, Gorawski, Assis) und zwei für Hapoel (Mordechai, Sinclair) zeugten vom zunehmenden Frust. "Das war kein Kindergeburtstag mehr", knurrte Hapoels Routinier Sinclair, der sich ein rustikales Duell mit Wojcicki lieferte.

Als Schiedsrichter Laurent Besson nach 93 Minuten abpfiff, blieb das Gefühl: Rush Chorzow hatte zwei Punkte verloren, Hapoel Ramat PKI einen gewonnen. Das Rückspiel in Tel Aviv verspricht Spannung - und wohl wieder reichlich Emotionen.

Vielleicht brachte es Leandro Couto am besten auf den Punkt, als er in den Katakomben sagte: "Wir haben gespielt wie ein Orchester - nur dass der Dirigent zwischendurch eingeschlafen ist."

Ein Satz, der in Chorzow noch nachklingen dürfte. Denn wer 2:0 führt und am Ende nur 2:2 spielt, wird sich im Rückspiel auf ein echtes Pfeifkonzert gefasst machen müssen - diesmal wohl vom gegnerischen Publikum.

Fazit: Ein Spiel, das alles hatte - Tempo, Drama, Gelbe Karten und den Beweis, dass Fußball manchmal einfach nicht gerecht ist. Aber genau deshalb lieben wir ihn.

14.08.643996 09:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Bei manchen Spielern fehlt etwas, deshalb spielen sie auch bei mir und nicht in Barcelona.
Aleksandar Ristic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager