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San Marino bezwingt La Spezia im dramatischen Pokalfinale nach Elfmeterschießen

Was für ein Abend in La Spezia! 79.500 Zuschauer sahen ein Pokalfinale, das alles bot - außer Toren in der regulären Spielzeit. Am Ende jubelte San Marino über einen 5:4-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen die AS La Spezia, die trotz tapferem Kampf und schweißgetränkter Trikots erneut ohne Pokal bleibt.

Von Beginn an war klar: Hier spielt niemand auf Sicherheit. San Marino kam mit mehr Ballbesitz (57 %) und einer stoischen Ruhe, als wüsste man schon, dass das Drama erst später seinen Höhepunkt finden würde. Michel Fernandes, der rechte Flügelflitzer mit dem Selbstvertrauen eines Rockstars, prüfte La Spezias Keeper Emilio Ochoa bereits in der 5. Minute. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste Fernandes später, "aber Ochoa hat wohl klebrige Handschuhe."

Fernandes blieb ein Dauerbrenner. Zwischen der 17. und 45. Minute donnerte er gleich dreimal aufs Tor - ohne Erfolg, aber mit Stil. Neben ihm wirbelte Mariusz Chalaskiewicz, der Linksaußen mit dem Namen, den kein Stadionsprecher fehlerfrei aussprach. Trainer Lukas Teuber von San Marino sah’s gelassen: "Wenn Mariusz den Ball hat, weiß ich selbst nicht, was passiert. Manchmal ist das gut, manchmal… na ja."

La Spezia hingegen spielte, wie es seine DNA verspricht: kompakt, leidenschaftlich - und gelegentlich ungestüm. Kai Kunz, der linke Verteidiger mit der Mentalität eines Abrissunternehmers, sah in der 70. Minute Gelb nach einem rustikalen Einsteigen. "Ich wollte nur den Ball. Dass da ein Spieler im Weg war, konnte ja keiner ahnen", verteidigte er sich später mit einem Schmunzeln.

Offensiv versuchte Ewan Burton mehrfach, die Entscheidung herbeizuführen. In der 46., 62. und 126. Minute prüfte er Torwart Lewis Dubois - doch der San-Marino-Keeper war an diesem Abend ein Fels in der tosenden See. "Ich hab einfach gehofft, dass er zielt wie im Training", witzelte Dubois nach der Partie.

Die Partie blieb über 120 Minuten torlos - ein 0:0, das trotzdem niemanden kaltließ. Elfmeterschießen also. Beide Trainer standen an der Seitenlinie, als ginge es um ihre Steuererklärung: blass, angespannt, schweigend.

Dann die Dramatik in Reinkultur: Ewan Burton begann für La Spezia und verwandelte sicher. Curt Aimee glich für San Marino aus. Liam Carlsson brachte La Spezia erneut in Führung - Fernandes konterte. Danach traf Christo Angelow, ehe Simeon Galitsios für San Marino das 3:3 machte.

Und dann kam die Szene, die in La Spezia wohl noch Jahre diskutiert werden wird. Miguel Valente, der sonst so zuverlässige Rechtsverteidiger, lief an - und drosch den Ball in die oberste Etage des Stadions. "Ich wollte zeigen, dass ich auch Baseball kann", sagte er selbstironisch, während seine Teamkollegen sich die Hände vors Gesicht schlugen.

San Marino nutzte den Moment eiskalt: Jorge Maniche und Mariusz Chalaskiewicz trafen, während Joseph Farnsworth zwar noch einmal für La Spezia verkürzte, doch am Ende stand das 5:4 für die Gäste fest.

Trainer Dennis Hees wirkte nach dem Spiel gefasst, fast schon philosophisch: "Wir haben nicht verloren, wir haben nur das Elfmeterschießen delegiert." Sein Gegenüber Teuber grinste, als hätte er gerade eine Wette gewonnen: "Ich hab den Jungs gesagt, Pokalfinale ist wie Pizza backen - du brauchst Geduld und am Ende muss es heiß werden."

Statistisch gesehen war San Marino das aktivere Team: 13 Schüsse aufs Tor gegenüber 11 von La Spezia, dazu mehr Ballbesitz, aber eine fast identische Zweikampfquote - 50,1 % zu 49,9 %. Ein Finale auf Augenhöhe also, in dem sich niemand versteckte.

Als die Pokaltrophäe schließlich gen Himmel wanderte, schallte ein vielstimmiges "Non ci credo!" durch die Arena - eine Mischung aus Jubel und Ungläubigkeit. Fernandes tanzte mit Chalaskiewicz, Keeper Dubois trug Trainer Teuber wie ein Trophäe über das Feld.

La Spezia hingegen musste sich vom eigenen Publikum trösten lassen. "Wir kommen wieder", versprach Burton in Richtung der Fans. Und man glaubte ihm, so wie man jemandem glaubt, der noch nicht ganz fertig ist mit seiner Geschichte.

So endete dieses Pokalfinale ohne Tore, aber mit allem, was Fußball groß macht: Drama, Leidenschaft, Ironie - und einem Elfmeterschießen, das selbst Hollywood nicht besser hätte schreiben können.

Und für Miguel Valente? Der hat sich angeblich noch in derselben Nacht ein Baseball-Trikot bestellt. Man weiß ja nie.

07.07.644000 20:59
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Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.
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