Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

San Marino schießt Gela in Grund und Boden - 4:2 im Offensivfestival

Wenn ein Spiel mit 4:2 endet und trotzdem niemand so richtig weiß, ob es ein taktisches Meisterwerk oder schlicht ein Angriff auf die Nerven war, dann war vermutlich San Marino beteiligt. Am 31. Spieltag der 1. Liga Italien lieferte sich die Truppe von Coach Husti Nette ein mitreißendes Duell mit den Gästen aus Gela, bei dem 43.500 Zuschauer im Stadion mehr geboten bekamen als auf mancher Theaterbühne.

San Marino begann forsch - der Begriff "defensiv" scheint im Wortschatz von Trainer Nette ohnehin nicht vorzukommen. Schon in der dritten Minute donnerte Lionel Couto als linker Verteidiger den Ball Richtung Tribüne, was der erste von 18 Torschüssen seines Teams werden sollte. "Ich wollte nur testen, ob der Ball rund ist", grinste Couto später.

Nach einigen verpassten Gelegenheiten war es in der 28. Minute soweit: Jorge Maniche, der Stratege im Mittelfeld, traf nach feinem Zuspiel von Petri Heikkinen zum 1:0. Das Stadion jubelte, der Trainer nickte zufrieden - und murmelte laut genug für die Pressebank: "Na endlich, sonst hätte ich selbst geschossen."

Gela versuchte, den Spielfluss zu stören, doch die Defensive wirkte löchrig wie ein alter Trainingsleibchen. In der 43. Minute legte Michel Fernandes nach, nachdem Simeon Galitsios über links kunstvoll den Ball hereingeflankt hatte. 2:0 - und die Fans von San Marino sangen schon vom sicheren Sieg. Doch fast im Gegenzug, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, verkürzte Niels Wegener mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe auf 2:1. "Der ging rein, weil ich einfach keine Lust auf 2:0 hatte", kommentierte Wegener mit einem verschmitzten Lächeln.

Nach der Pause änderte sich wenig am Spielrhythmus: San Marino drückte, Gela hielt dagegen, und die Torhüter hatten reichlich zu tun. Pattrick Gabriel im Kasten der Gäste fischte in der 55. Minute einen Schuss von Fernandes aus dem Winkel, ehe er elf Minuten später machtlos war. Wieder Fernandes, diesmal nach mustergültigem Doppelpass mit Maniche - 3:1.

"Wir wollten offensiv bleiben", erklärte Husti Nette nach dem Spiel, "und das hat man, denke ich, gemerkt. Unsere Abwehrspieler waren heute mehr Stürmer als Verteidiger - so wie ich es mag."

Gela zeigte Moral und kam in der 80. Minute noch einmal heran: Lucas Cochran netzte nach Vorarbeit von Pablo Tarrega zum 3:2. "Wir dachten, da geht noch was", sagte Gästecoach Michael Müller, "aber San Marino war einfach frecher und wacher."

Denn kaum sechs Minuten später stellte Wolfgang Maus den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her - 4:2. Der bullige Mittelstürmer köpfte eine Flanke von Curt Aimee wuchtig ins Netz. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", lachte Maus später beim Interview.

Statistisch gesehen war das Spiel überraschend ausgeglichen: 51,8 Prozent Ballbesitz für San Marino, 48,2 Prozent für Gela. Doch bei den Torschüssen (18:7) und Zweikämpfen (54 zu 46 Prozent) lag der Gastgeber klar vorn. In der Schlussphase wechselte Nette noch den jungen Thomas Satchmore für den doppelt erfolgreichen Fernandes ein, vermutlich mehr als symbolisches Dankeschön für dessen Offensivfeuerwerk.

Die Zuschauer verabschiedeten ihr Team mit Standing Ovations, während Gela enttäuscht, aber nicht entmutigt vom Feld ging. "Wir haben offensiv gespielt, aber San Marino war heute einfach gnadenlos effizient", bilanzierte Müller, der trotz der Niederlage Humor bewies: "Meine Abwehrspieler haben heute mehr Raumdeckung betrieben als nötig - leider meist den falschen Raum."

San Marino feierte den Sieg ausgelassen. Im Kabinentrakt soll Trainer Nette laut geworden sein - freilich vor Freude. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen jetzt ja nicht anfangen, defensiv zu denken. Das bringt nur Unglück!"

Am Ende bleibt ein Spiel, das kaum Zeit zum Durchatmen ließ, mit Toren, Chancen und einer Menge Unterhaltung. Ein bisschen chaotisch, ein bisschen brillant - kurz: ein typischer Fußballabend in San Marino.

Und wer weiß, vielleicht hat Husti Nette recht, wenn er sagt: "Das war kein Zufall, das war Offensivkunst - und ein bisschen Wahnsinn gehört eben dazu."

11.01.643997 19:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir sind an ein Limit gekommen, wo es im Moment nicht drüber geht.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager