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Sandoval schießt Eindhoven zum 4:1-Sieg - Haag geht baden

PVC Eindhoven gegen FC Den Haag - das klingt nach ehrlicher Arbeiterkost mit Tendenz zu zähem Mittelfeldgeplänkel. Doch wer am Samstagabend im Philips-Stadion war, bekam ein Spektakel mit einem klaren Helden: Nelio Sandoval, der Mann mit dem rechten Fuß aus Titan und dem Lächeln eines Stürmers, der genau weiß, wo das Tor steht. Drei Treffer in einer Halbzeit - da war selbst die Anzeigetafel kurz überfordert.

Vor 43.500 Zuschauern eröffnete allerdings ein anderer das Torfestival: Bas Dost, der 20-jährige Mittelstürmer, beförderte nach 14 Minuten eine butterweiche Flanke von Robert Ashton per Kopf ins Netz. "Ich dachte, ich hätte ihn zu hoch erwischt, aber dann hörte ich nur das Netz wackeln", grinste Dost nach dem Spiel. Trainer Markus Frey klopfte ihm auf die Schulter und murmelte: "So muss ein 9er aussehen." Danach zog Eindhoven sich leicht zurück - nicht etwa, weil sie mussten, sondern weil sie wollten.

Den Haag, von Coach Xurxo Zabajone mit der gewohnten "Wir schauen mal, was passiert"-Taktik aufs Feld geschickt, brauchte bis zur 56. Minute, um die Partie kurzzeitig spannend zu machen. Taylor Boissieu drosch einen Ball aus halbrechter Position unter die Latte, nachdem Lionel Eusebio ihn mustergültig bedient hatte. "Der war drin, bevor ich selbst wusste, dass ich geschossen habe", meinte Boissieu hinterher mit einem Schulterzucken.

Doch wer glaubte, Eindhoven würde jetzt wackeln, wurde eines Besseren belehrt. Frey reagierte in der Pause clever, brachte Sandoval für den glücklosen Vanderzee - und der Rest ist Fußballpoesie. In Minute 63 startete Sandoval sein persönliches Feuerwerk: ein abgefälschter Flachschuss, der sich in die lange Ecke schmiegte. Neun Minuten später das 3:1, diesmal nach Vorarbeit von Azmi Ramon, der die Abwehr mit einem Pass spaltete, wie ein Chirurg ein Skalpell führt. Und als wäre das nicht genug, setzte Sandoval in der 90. Minute den Deckel drauf - nach Zuspiel von Vitor Tonel, der selbst schon den Torjubel ansetzte, bevor der Ball über die Linie ging.

"Ich hab einfach Spaß, wenn der Ball rollt", sagte Sandoval später, während er seinen dritten Spielball des Monats unterzeichnete. Trainer Frey kommentierte trocken: "Ich überlege, ob ich ihn einfach permanent nach der Pause bringe - scheint zu funktionieren."

Dabei hatte Eindhoven gar nicht mehr Ballbesitz (47 Prozent gegenüber 53 bei Den Haag), aber die Zahlen erzählen ohnehin nur die halbe Geschichte. 21 Schüsse aufs Tor gegen 11 - das nennt man Effizienz mit Ansage. Und defensiv? Naja, Vidar Thomassen holte sich früh Gelb (5.), Lars Cure tat es ihm in der 47. gleich, als hätte er Angst, in den Statistiken zu fehlen. "Ich wollte halt auch mal erwähnt werden", grinste Cure später, als man ihn darauf ansprach.

Den Haag versuchte zwar, mit Ballbesitz zu glänzen, aber ohne Durchschlagskraft. Kapitän William Kirkwood wirkte nach dem 4:1 entnervt: "Wir hatten mehr vom Ball, aber die anderen mehr vom Spiel." Trainer Zabajone sah’s ähnlich, nur etwas blumiger: "Wir hatten eine Geige, aber niemand wollte sie spielen."

Taktisch blieb Eindhoven durchweg offensiv, erst über die Flügel, später mit langen Bällen - pragmatisch, aber tödlich. Den Haag hielt am "balanced football" fest, was an diesem Abend so aussah, als wolle man den Gegner nicht verärgern.

Ein Moment, der sinnbildlich für das Spiel stand, ereignete sich in der 72. Minute: Nach Sandovals zweitem Treffer zeigte der Stadion-DJ kurz den falschen Song an - selbst die Technik schien vom Offensivwirbel überfordert. Die Fans johlten, die Spieler grinsten, und Schiedsrichter van Driessen tat, was Schiedsrichter immer tun, wenn sie keine Ahnung haben, was gerade passiert: Er tat so, als hätte er alles im Griff.

Am Ende blieb ein klarer Sieg, der Eindhoven endgültig in die Spitzengruppe der Liga katapultiert. Frey fasste zusammen: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schön, sondern auch brutal effizient spielen können." Und während Sandoval zum dritten Mal mit dem Spielball posierte, rief ein Fan von der Tribüne: "Nelio, heirate mich!" - worauf der Stürmer nur lachte und antwortete: "Ich bin schon verheiratet. Mit Toren."

Ein Abend, an dem alles passte - außer vielleicht der Laune von Zabajone. Der verabschiedete sich mit einem ironischen Händedruck und murmelte: "Nächstes Mal bringe ich einfach elf Sandovals." Ein Vorschlag, der vermutlich den neutralen Zuschauer nicht stören würde.

Eindhoven lacht, Den Haag lernt - und der Rest der Liga schaut sich das lieber zweimal an.

03.02.643997 22:52
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