Tuttosport
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Savona scheitert an Alessandrias Effizienz - 1:2 nach hitzigem Schlagabtausch

Ein lauer Frühsommerabend, 3. Spieltag der 4. Liga Italien (3. Div), 3.240 Zuschauer im Stadio Bacigalupo - und Savona wollte endlich den ersten Heimsieg feiern. Am Ende blieb nur Frust, eine rote Karte und die Erkenntnis, dass Alessandria mit halber Ballberührung doppelt so gefährlich war.

Dabei fing alles blendend an. Neunte Minute, erste echte Aktion des Spiels: Edoardo De Rosa, gerade mal 19 Jahre jung, tankte sich auf der linken Seite durch, bekam von Enrico Satriano den Ball in den Lauf und vollendete trocken zum 1:0. Die Tribüne tobte, ein älterer Herr warf sogar sein Panino in die Luft - das Spiel schien in die richtige Richtung zu laufen.

Doch die Freude währte gerade sechs Minuten. Alessandria antwortete im Stil einer Mannschaft, die keine Zeit für Sentimentalitäten hat. Riccardo Zumpano, 33 Jahre alt, Routinier mit der Körpersprache eines Mannes, der schon alles gesehen hat, nahm eine Flanke von Innenverteidiger Luigi Oliveri direkt - 1:1. "Wir wussten, dass Savona offensiv kommt. Da muss man sie einfach eiskalt erwischen", grinste Zumpano nach dem Spiel, während er sich den Schweiß aus der Stirn wischte.

Savona wankte, Alessandria drückte. Und als alle dachten, das 1:1 würde in die Pause gehen, kam die 39. Minute: Rechtsverteidiger Riccardo Costantini, sonst eher als Staubsauger vor dem eigenen Strafraum bekannt, marschierte nach vorn, bekam einen klugen Pass des 17-jährigen Bradley Harte - und zimmerte den Ball aus 20 Metern in den Winkel. 1:2, und auf der Savona-Bank sah man plötzlich viele fragende Gesichter.

"Ich glaube, sogar Costantini war selbst überrascht, dass der Ball reinging", scherzte Alessandria-Coach Bob Belcher später, halb stolz, halb ungläubig. "Wir üben das nie. Vielleicht sollten wir."

Savona kam kämpferisch aus der Kabine, aber der Schwung verpuffte schnell. Alessandria kontrollierte das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz, 16 zu 6 Torschüssen - Zahlen, die dem Verlauf gerecht wurden. Savona rannte mehr, Alessandria spielte mehr. Vor allem der 17-jährige Miroslav Kezman zeigte eine erstaunliche Reife im Mittelfeld, verteilte Bälle mit der Gelassenheit eines alten Dirigenten.

In der 67. Minute hatte De Rosa noch einmal die Chance zum Ausgleich, verzog aber knapp. Danach wurde es wild: In der 76. Minute sah Anthony Ferrario nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot. "Ich wollte nur den Ball", erklärte er später mit unschuldiger Miene. "Leider war der Ball schon weg." Der Schiedsrichter zeigte keine Gnade, und Savona musste die letzten 15 Minuten zu zehnt überstehen.

Die Emotionen kochten über. Gelb für Oliveri (77.), Gelb für Acri (79.), Gelb für Tataru (87.) und Gelb für den jungen Kezman (89.). Das Spiel hatte längst mehr von einem Boxkampf als von gepflegtem Fußball. "Da war Feuer drin", sagte Belcher. "Aber lieber so als schläfrig."

Savonas Trainer - der Name blieb im Protokoll ungenannt, vielleicht wollte er das auch so - wirkte nach Abpfiff gefasst, aber enttäuscht: "Wir haben früh geführt, aber dann zu hektisch reagiert. Diese Liga bestraft jeden Fehler, besonders wenn die Gegner so routiniert sind."

In der Nachspielzeit versuchte Mircea Tataru noch einmal sein Glück, sein Schuss in der 93. Minute ging jedoch knapp über das Tor. Alessandria antwortete prompt - als wollte man sagen: Wir könnten, wenn wir wollten - mit einem Distanzschuss von Filippo Floro (91.), den Savonas Keeper David Lattarico glänzend parierte.

So blieb es beim 1:2, das sich für Savona härter anfühlte, als es auf dem Papier aussieht. Alessandria zeigte sich clever, abgezockt und mit einer Mischung aus jugendlicher Frische und altersweiser Routine. Besonders auffällig: Während Belchers Elf offensiv eingestellt blieb, hatte Savona am Ende nicht nur einen Mann weniger, sondern auch keine klare Linie mehr.

"Wir müssen lernen, nach einem Rückstand ruhig zu bleiben", mahnte Torschütze De Rosa. "Ich bin jung, aber selbst ich merke, wenn alle gleichzeitig nach vorn rennen, geht das schief."

Ein Satz, der vielleicht das ganze Spiel zusammenfasst.

Savona bleibt also weiter auf der Suche nach Konstanz, während Alessandria mit diesem Auswärtssieg den Anschluss an die Tabellenspitze wahrt. Und irgendwo in der Kabine summte Trainer Belcher etwas von "Burger of the Day" - was auch immer das heißen sollte. Vielleicht war es sein Codewort für: "Heute haben wir alles richtig gebraten."

Ein Abend, an dem Savona zeigte, dass Leidenschaft allein nicht immer reicht - und Alessandria bewies, dass Erfahrung manchmal das schönste Gewürz im Fußball ist.

21.11.644002 21:28
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Sprücheklopfer
Das ist doch nicht weltbewegend, wenn ich einen Neuville auf rechts habe, und der spielt halt auf Rechtsaußen. Und der Bode spielt links, das ist eben so - und der Bierhoff in der Mitte.
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