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SC Papenburg gewinnt nervenaufreibendes Flügelduell gegen Bad Kleinen 2:1

Es war ein Samstagabend, wie ihn die 38.348 Zuschauer in der Papenburger Arena so schnell nicht vergessen werden. Flutlicht, Spannung, Schweiß - und ein SC Papenburg, der sich gegen tapfer kämpfende Gäste aus Bad Kleinen letztlich mit 2:1 durchsetzte. Es war ein Spiel, das in den ersten 45 Minuten nach einer klaren Angelegenheit aussah, sich aber in der zweiten Hälfte zu einer nervösen Zitterpartie entwickelte.

Bereits in der 9. Minute sorgte Xabier Galan für den ersten Jubelorkan. Der flinke Spanier war nach einer butterweichen Flanke von Jorge Martins zur Stelle, nahm volley - und traf. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Galan später, "aber dann war er plötzlich im Netz. So was passiert mir sonst nur auf der Playstation." Trainer Frank Helmbrecht riss die Arme hoch, die Fans tanzten auf den Rängen, und Bad Kleinen wirkte einen Moment lang wie eingefroren.

Während Papenburg weiter über die Flügel kam - ganz nach dem Matchplan von Helmbrecht - suchte Bad Kleinen unter Coach Cw WC sein Heil in kontrollierter Offensive. Doch die Gastgeber hatten deutlich mehr Ballbesitz (knapp 59 Prozent) und schickten Angriff um Angriff über die Flanken. In der 41. Minute folgte die Belohnung: Innenverteidiger Peter Krejci (!) stand nach einer Ecke von Leandro Eusebio goldrichtig und nickte zum 2:0 ein. "Peter hat in der Kabine noch gescherzt, dass er heute mal stürmen will", grinste Eusebio. "Vielleicht sollte er das öfter tun."

Mit einem komfortablen 2:0 ging es in die Pause, und Papenburgs Fans stimmten bereits Siegesgesänge an, die an die gute alte Oberliga-Zeit erinnerten. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht doch noch spannend würde.

Nach dem Seitenwechsel kam Bad Kleinen mit frischen Ideen und jugendlichem Elan zurück. Besonders der erst 21-jährige Fernando Jorge sorgte für Wirbel in der Papenburger Abwehr, verpasste aber in der 52. Minute den Anschlusstreffer nur um Zentimeter. Dann die Schrecksekunde: Enrique Miguel, Papenburgs Rechtsverteidiger, blieb nach einem Zweikampf liegen und musste verletzt raus. "Es hat ordentlich geknackt", murmelte er in der Mixed Zone, "aber ich hoffe, es ist nur eine Prellung." Für ihn kam Csaba Bene - und mit ihm schlich sich Unsicherheit in die Defensive.

In der 72. Minute war es dann so weit: Marwin Paul, der flinke Rechtsaußen der Gäste, vollendete eine flache Hereingabe von Olaf Esser zum 2:1. Das Stadion verstummte für einen Moment - bis der Gästeblock in helles Jubeln ausbrach. Trainer WC (ein Name, über den die Stadionregie offenbar immer noch rätselt) ballte die Faust: "Wir wollten zeigen, dass wir nicht zum Kaffee trinken hergekommen sind."

Von da an wurde es hektisch. Papenburg zog sich zurück, Bad Kleinen warf alles nach vorn. In der 83. Minute versuchte Julien Hubbert mit einem satten Schuss, die Nerven seiner Mitspieler zu beruhigen - knapp vorbei. Gelbe Karten, Rudelbildung, Nervosität: Das Spiel nahm den typischen Verlauf eines knappen Flutlichtduells. In der Nachspielzeit sah Jorge Martins noch Gelb, als er den Ball mit einem halben Sprint in die Umlaufbahn beförderte, um Zeit zu schinden.

Als Schiedsrichter Langer um 22:23 Uhr endlich abpfiff, fiel Helmbrecht seinem Co-Trainer in die Arme. "Ich habe heute zehn Jahre gealtert", sagte er mit glasigen Augen. Sein Kollege WC grinste nur schmal: "Wir waren die bessere Mannschaft in der zweiten Halbzeit - aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb."

Statistisch lag Papenburg vorne: 15 Torschüsse zu 13, leichtes Übergewicht im Zweikampf, und eben die zwei Tore, die am Ende den Unterschied machten. Doch Bad Kleinen darf sich durchaus etwas aus diesem Auftritt mitnehmen - vor allem den Mut, gegen ein Heimteam mit 38.000 brüllenden Fans derart aufzuspielen.

Und so verließen die Zuschauer die Arena mit einem Gefühl zwischen Erleichterung und Herzrasen. Einer der älteren Papenburg-Fans fasste es beim Hinausgehen treffend zusammen: "So’n Spiel - das ist nix für schwache Nerven. Aber genau deswegen kommen wir ja."

Am Ende steht ein 2:1, das härter erkämpft war, als es das Halbzeitergebnis vermuten ließ - und ein SC Papenburg, der zwar wankt, aber nicht fällt. Und vielleicht, ganz vielleicht, träumt man in Papenburg nach diesem Abend wieder leise vom oberen Tabellendrittel. Helmbrecht lächelte verschmitzt: "Träumen darf man ja wohl noch. Aber jetzt trinken wir erstmal ein Bier."

26.08.643996 04:38
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