Tuttosport
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Schwab köpft Neapel zum Arbeitssieg - Catania hadert mit dem Schicksal

Im Stadio Diego Armando Maradona roch es nach Sommerabend, Meerluft und einem Hauch von Nostalgie - doch was die 43.884 Zuschauer am 3. Spieltag der Serie A geboten bekamen, war kein mediterranes Fußballfest, sondern ehrlicher, manchmal ruppiger Arbeitsfußball. Am Ende siegte der AC Neapel verdient, aber glanzlos mit 1:0 gegen den AS Catania. Und ausgerechnet ein Innenverteidiger, Maximilian Schwab, war der Held des Abends.

Kaum hatten die Zuschauer ihre Plätze eingenommen, da bebte das Stadion schon. In der zweiten Minute nutzte Schwab eine scharf getretene Flanke des 18-jährigen Simone Amato, stieg höher als Catanias Abwehrchef Johannes Tah und köpfte den Ball unhaltbar ins rechte Eck. 1:0 - und das Publikum hatte gerade erst das erste Bier geöffnet. "Ich wollte eigentlich nur den Ball Richtung Tor bringen", grinste Schwab später, "aber wenn’s so klappt, beschwer ich mich nicht."

Was danach kam, war weniger Spektakel, mehr Schachspiel. Neapel dominierte mit 56 Prozent Ballbesitz, schob sich den Ball sicher durch die eigenen Reihen, während Catania tief stand und auf Konter lauerte - ganz nach der defensiven Marschroute von Trainer Mister Giacomo. "Wir wollten sie kommen lassen und dann stechen", erklärte der Coach nach dem Spiel. "Leider haben wir vergessen, wann genau dieses Stechen stattfinden sollte."

Neapel hatte 13 Torschüsse, Catania nur deren fünf. Doch obwohl die Azzurri immer wieder gefährlich vors Tor kamen - Mango de Aquino in der 16. und 38. Minute, Larocque kurz vor der Pause - wollte kein zweiter Treffer fallen. Catanias Torhüter Roland Vittek war hellwach, einmal sogar übermotiviert, als er in der 31. Minute mit einem Hechtsprung einen Ball abfing, der längst ins Aus trudelte. Das Publikum applaudierte trotzdem, teils amüsiert, teils mitleidig.

Catania zeigte erst nach der Halbzeit etwas mehr Mut. Besonders Alejandro Cascon versuchte, das Spiel an sich zu reißen, prüfte Neapels Keeper Francesco Piras gleich zweimal innerhalb einer Minute (65. und 66.). Doch Piras blieb cool wie ein Espresso nach Mitternacht. "Ich hab den Ball einfach angeschaut, bis er Angst bekam", witzelte der Torwart später.

Die Partie blieb intensiv, manchmal grenzwertig. Gleich fünf Gelbe Karten verteilte der Schiedsrichter - vier davon an Catania. Ferenc Radoki hatte schon in der 33. Minute das Notizbuch des Referees kennengelernt, Ahmet Akman folgte in der 68., Javier Domingo in der 82. und Johannes Tah in der Nachspielzeit. Neapels Torschütze Schwab sah ebenfalls Gelb (77.) - wohl aus purer Langeweile, denn viel zu verteidigen hatte er an diesem Abend nicht.

Die Schlussphase bot dann noch eine Prise Drama: Catanias Logan Kinsella verletzte sich in der 90. Minute bei einem Zweikampf mit Veloso und musste ausgewechselt werden. Emiliano Calabro kam für ihn, blickte kurz in die Runde und murmelte laut hörbar: "Und jetzt? Noch eine Minute?" - was den Unmut seines Trainers nicht gerade milderte.

Giovanni Diaco, der neapolitanische Coach, zeigte sich nach dem Spiel halb zufrieden, halb genervt: "Wir haben gewonnen, ja. Aber ich hätte gern weniger Herzstillstände bei jeder Abwehraktion gesehen." Auf die Frage eines Reporters, ob er mit Schwabs Offensivdrang gerechnet habe, antwortete er trocken: "Wenn ein Innenverteidiger unser einziger Torschütze ist, sollte das eigentlich etwas über unsere Stürmer sagen."

Die Statistik bestätigt das Bild: Neapel kontrollierte das Spiel, aber ohne Esprit. Catania verteidigte tapfer, manchmal überhart, und blieb offensiv harmlos. Ein gerechtes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Gäste über weite Strecken eher den Ball als den Gegner suchten.

In den Katakomben des Stadions hörte man später noch Teamkollege Emil Musiala zu Schwab sagen: "Wenn du nächste Woche wieder triffst, verlange ich deine Position." Schwab lachte, klopfte ihm auf die Schulter und erwiderte: "Dann musst du aber auch meine Gelbe Karte nehmen."

So endete ein Spiel, das wohl niemand wegen seiner spielerischen Brillanz in Erinnerung behalten wird, aber vielleicht wegen seiner Ehrlichkeit. Neapel hat nun sechs Punkte und bleibt oben dran, Catania dagegen sucht noch den ersten Sieg - und vielleicht auch die eigene Identität. Ein Abend, der lehrte: Manchmal reicht ein Kopfball, ein bisschen Glück und eine Menge Geduld, um drei Punkte zu holen. Und in Neapel weiß man: Schönheit vergeht, aber ein 1:0 bleibt für immer in der Tabelle.

03.09.644000 20:45
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Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.
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