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Ein lauer Maiabend in Southampton, Flutlicht, 55.366 Zuschauer im St. Mary’s Stadium - und ein Spiel, das von der ersten Minute an den Puls beschleunigte. Der FC Southampton und die Bristol Pirates trennten sich am 31. Spieltag der 1. Liga England mit 2:2 (1:1), in einer Partie, die mehr Wendungen hatte als ein englischer Krimi. Keine zwei Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Gabriel Nilsson, der flinke Rechtsaußen der Saints, nahm eine halbhohe Flanke von Innenverteidiger Jacques Hauser direkt - und der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein. Ein Start wie aus dem Lehrbuch. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Nilsson später. "Wenn man zu viel nachdenkt, fliegt er in den Oberrang." Die Pirates, von Coach Phi Ung gewohnt mutig eingestellt, schüttelten sich kurz und griffen an, als wollten sie die Häfen von Southampton gleich mit einnehmen. Ganze 19 Schüsse aufs Tor feuerten sie ab - mehr als doppelt so viele wie die Gastgeber. Der Ausgleich fiel nach 25 Minuten: Silvestre Makukula, erst 22 Jahre jung, drückte einen Querpass von Javier Costinha über die Linie. Der Portugiese Costinha musste später verletzt raus, aber bis dahin war er der Motor im Angriffsspiel der Pirates. "Das war ein Schlag aufs Schienbein, kein Drama", winkte er nach dem Spiel ab. "Ich habe schon härtere Fische aus Bristol gesehen." Kurz darauf wurde’s ruppig: Southamptons Abwehrmann Kai Peter sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen - sinnbildlich für den wachsenden Druck der Gäste. Trainer Michael Böning brüllte von der Seitenlinie: "Männer, wir spielen Fußball, kein Rugby!" - eine Ansprache, die bis in die Pressetribüne zu hören war. Nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Die Pirates blieben offensiv, Southampton lauerte auf Konter. Und tatsächlich: In der 59. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung. Wolfgang Poulin, der rechte Flügelstürmer, verwertete eine Hereingabe von Linksverteidiger Sigmund Abelson - 1:2. Der Jubel der mitgereisten Fans klang wie eine Schiffssirene. Doch die Saints wären nicht die Saints, wenn sie sich so einfach ergeben würden. Coach Böning reagierte, brachte in der 60. Minute Meir Pizanti für Gabriel Beecroft - und peitschte seine Mannschaft nach vorn. "Wir mussten wieder Herz zeigen, nicht nur laufen", erklärte er später. Und Herz zeigten sie: In der 74. Minute köpfte ausgerechnet Abwehrhüne Kai Peter nach einer Ecke von Billy Benett den Ball ins Netz. 2:2 - der Innenverteidiger machte seinen früheren Aussetzer vergessen. "Ich hab’s gutgemacht, oder?", lachte Peter nach Schlusspfiff. "Der Trainer darf mich jetzt öfter vorne lassen." Die letzten 15 Minuten waren ein einziger Sturmlauf der Pirates. Everhart Derrick prüfte den Torwart gleich dreimal (83., 84., 87.), doch Brandon Lithgow im Kasten der Saints wuchs über sich hinaus. "Ich hab einfach nur versucht, mich groß zu machen", sagte der Keeper bescheiden. Der Reporter neben mir murmelte: "Wenn der noch größer wird, braucht er bald ein eigenes Postleitzahlengebiet." Gelbe Karten flogen in der Schlussphase wie Konfetti: Manuel Rizzi (66.), Matthew Finnan (69.) und Jacques Hauser (89.) notierten sich die Schiedsrichter im kleinen schwarzen Buch. Dennoch blieb’s fair - kein Platzverweis, keine Handgemenge, nur ein paar intensive Wortwechsel à la "Warst du das wirklich, der mich da umgegrätscht hat?" Statistisch gesehen hätten die Pirates den Sieg verdient: 55 Prozent Ballbesitz, 19 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Doch Fußball ist kein Matheunterricht, und Southampton zeigte, dass Effizienz manchmal lauter spricht als Statistik. Trainer Phi Ung nahm’s sportlich: "Wir wollten drei Punkte und nehmen einen. Aber wenn man so spielt, wie wir heute, kommt der Erfolg zurück." Sein Kollege Böning sah’s pragmatischer: "Ein Punkt ist besser als keiner. Und wenn man zweimal hinten liegt - ach nein, einmal hinten liegt und am Ende nicht verliert, kann man leben." Als der Schlusspfiff ertönte, fiel ein kollektiver Seufzer durchs Stadion. Ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird - temporeich, emotional, mit zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten. Vielleicht sagte es ein älterer Fan hinter mir am besten: "Wenn alle 0:0 wären, wär’s ja auch langweilig." Recht hat er. Und so ging ein Fußballabend zu Ende, der alles bot - außer Langeweile. Southampton und Bristol teilen sich die Punkte, aber die Zuschauer bekamen den vollen Preis. 03.06.644000 09:12 |
Sprücheklopfer
Wenn ich aber nur daran denke, dass seine Frau, dieses Spice Girl, auch mitkäme! Das wäre schön für die Medien, aber nicht für uns. Das Theater brauche ich nicht.
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