Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Southampton siegt knapp - Oxford liefert tapferes Spektakel an der Küste

Ein lauer Aprilabend, 47.646 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, die Möwen kreisten über dem Rasen, und beide Teams schienen entschlossen, ihnen mit ebenso viel Flugkunst zu begegnen. Am Ende gewann der FC Southampton mit 3:2 gegen Oxford City - ein Spiel, das weniger nach Tabellenroutine als nach Pokalkrimi schmeckte.

Schon früh setzte Oxford ein Ausrufezeichen: In der 9. Minute stürmte der 18-jährige Robert Graysmark, der aussieht, als hätte er gerade erst den Schulbus verpasst, über den rechten Flügel und drosch das Leder nach Zuspiel von Callum Hunt unhaltbar in den Winkel. "Ich dachte, der Ball wäre schon draußen - war er aber nicht", grinste Southampton-Trainer Michael Böning später gequält.

Doch die Saints antworteten mit einem Anflug von Wut und Eleganz. Meir Pizanti, der israelische Wirbelwind auf der linken Seite, glich in der 27. Minute aus - nach feiner Vorarbeit von Owen Hartshorn, der an diesem Abend mehr Kilometer machte als so mancher Linienrichter. Nur neun Minuten später drehte Bailey Kendall die Partie. Der 32-Jährige vollendete eine Kombination, die selbst in einem Lehrbuch für "Wie man das Mittelfeld austrickst" auf Seite eins stehen dürfte. "Ich hab einfach draufgehalten", meinte Kendall lapidar - und man glaubte es ihm.

Doch Oxford City, die kleine große Mannschaft aus der Universitätsstadt, ließ sich nicht belehren. Kurz vor der Pause (42.) legte Andres Chalana nach, bedient von Adam Kaklamanis, der das Mittelfeld so ruhig beherrschte, als würde er in der Bibliothek einen Roman lesen. 2:2 zur Halbzeit - und die Fans wussten: das wird kein Abend für frühe Heimwege.

Nach der Pause reagierte Böning doppelt: Gabriel Nilsson kam für Kendall, der sichtlich durchgeatmet hatte, und der junge Kai Peter ersetzte den 17-jährigen Theo Winston in der Innenverteidigung. "Ich wollte frische Beine und alte Nerven", erklärte Böning süffisant.

Und dann kam die 50. Minute - und ein Moment, der das Spiel entschied. Liam Allington, 21 Jahre jung, nahm einen Pass von Hartshorn auf, sah kurz hoch und schoss, als hätte er vergessen, dass er eigentlich Mittelfeldspieler ist. Das Netz zappelte, das Stadion tobte: 3:2 für Southampton.

Oxford drückte danach, hatte mehr Ballbesitz (53,7 Prozent) und kam auf fast ebenso viele Torschüsse (12) wie die Hausherren (13). Doch immer wieder stand da Corey Stanton, Southamptons 34-jähriger Keeper, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend keine Punkte abzugeben. In der 87. Minute lenkte er einen Kopfball von Alejandro Beto mit den Fingerspitzen über die Latte - eine Parade, die noch lange in den Highlights kursieren dürfte.

Als dann Schiedsrichter Harold Bennett abpfiff, fiel Böning seinem Co-Trainer um den Hals, während Oxford-Coach David Klockzien die Hände in die Taschen steckte und seufzte: "Wir haben gespielt, als wären wir die Großen - nur das Ergebnis hat’s nicht gemerkt."

Die Statistik unterstreicht das Drama: Fast ausgeglichene Zweikampfquote (49,9 zu 50,0 Prozent), ähnlich viele Schüsse, aber eben ein Tor mehr für die Saints. Es war kein Lehrstück in Taktik - eher ein Beweis, dass Fußball manchmal einfach ein launiger Zufall mit Lederüberzug ist.

Gelbe Karten gab’s auch: Oxfords Teenager Charles Kirkwood sah in der 83. Minute Gelb, offenbar aus jugendlichem Überschwang. "Er wollte zeigen, dass er da ist - das hat er geschafft", kommentierte Klockzien trocken.

Nach dem Spiel scherzte Pizanti in der Mixed Zone: "Wir haben heute nicht schön gespielt, aber immerhin besser als wir getanzt hätten." Und als jemand ihn fragte, ob Southampton mit diesem Sieg nun wieder oben angreife, grinste er: "Wenn wir weiter so spielen, greifen wir höchstens nach Sauerstoffmasken."

So endete ein Abend, der alles bot - Tempo, Tore, Teenager und Trainerwitze. Southampton bleibt zu Hause eine Macht, Oxford City hingegen darf sich mit erhobenem Haupt verabschieden.

Und irgendwo auf der Tribüne, zwischen jubelnden Fans und leergetrunkenen Pappbechern, summte ein alter Anhänger: "So knapp war’s noch nie." Vielleicht hatte er recht. Vielleicht war das der schönste knappe Sieg des Monats.

22.07.643996 06:04
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
Mehmet Scholl zur schlechten Stimmung bei den Bayern
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager