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Southampton tanzt Barrow aus - 3:1-Heimsieg mit Stil und Spott

Ein lauer Maiabend, Flutlicht, 57.472 Zuschauer - und ein FC Southampton, der Lust hatte, Fußball zu spielen. Am 15. Spieltag der 1. Liga England besiegten die "Saints" den mutig angetretenen Barrow AFC mit 3:1 (2:1). Es war ein Spiel, das zeigte, dass Ballbesitz nicht alles ist - aber Effizienz manchmal reicht, um einen Gegner in die Verzweiflung zu treiben.

Dabei begann es gar nicht so eindeutig. Barrow, vom stets wortgewandten Ingo Königs betreut, hatte sich eine offensive Marschroute verordnet. "Wir wollten nicht nur zuschauen, wie Southampton spielt", erklärte er später trotzig. Tatsächlich hatte sein Team mit 53 Prozent Ballbesitz sogar mehr vom Spiel - allerdings weniger vom Ergebnis.

Adam Hennessy eröffnete in der 22. Minute den Torreigen. Nach einem butterweichen Zuspiel von Billy Benett stand der Mittelstürmer dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss - und schob ein. "Ich habe gar nicht geguckt, ich hab einfach draufgehalten", grinste Hennessy nach dem Spiel. Trainer Michael Böning raunte dazu nur: "Wenn er das öfter macht, darf er beim nächsten Mal sogar gucken."

Doch Barrow antwortete prompt. Nur sechs Minuten später traf Rui Eusebio - ja, der Name verpflichtet - zum Ausgleich. Nach feiner Vorlage von Owen Gage zirkelte er den Ball ins lange Eck. Southampton-Keeper Brandon Lithgow flog zwar fotogen, aber erfolglos. "Ich dachte kurz, das sei der Moment, in dem wir kippen", gestand Böning später. "Aber dann erinnerte mich mein Assistent daran, dass wir ja noch 60 Minuten Zeit haben."

Und die nutzten die Gastgeber. Nur wenig später, in Minute 34, verwandelte Meir Pizanti eine unübersichtliche Situation im Strafraum in das 2:1. Ein klassischer "Abstauber", wie er im Lehrbuch steht - wenn auch vermutlich im Kapitel "Glück gehört dazu". "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Pizanti nach dem Spiel, "aber wenn der Ball so reingeht, sag ich natürlich nix dagegen."

Kurz darauf sah Jacques Hauser Gelb, nachdem er meinte, dass ein leichtes Trikotzupfen in der Premier League doch wohl erlaubt sei. "Das war kein Ziehen, das war ein sanftes Erinnern, wo der Gegner hin muss", kommentierte er mit einem Grinsen.

Nach der Pause wurde es etwas ruhiger - zumindest im Sinne der Tore. Barrow kämpfte, drückte, kombinierte gefällig, aber Southampton blieb gefährlich. Besonders auffällig: Billy Benett, der mit seiner unermüdlichen Laufarbeit und seinem unverschämten Selbstbewusstsein das Spiel prägte. In der 66. Minute belohnte er sich schließlich selbst: Nach Vorarbeit von William Corey zog er von links in die Mitte und vollendete zum 3:1. "Ich hab gesehen, dass der Torwart noch stand - das wollte ich ändern", sagte Benett, der vom Publikum frenetisch gefeiert wurde.

Danach spielte Southampton das Ergebnis souverän herunter - offensiv ausgerichtet, aber kontrolliert. Trainer Böning, sonst eher ein Freund des Understatements, gönnte sich ein Lächeln: "Offensive Taktik von Anfang bis Ende. Das war mutig - und ein bisschen verrückt. Aber heute war’s genial."

Barrow versuchte es weiter, brachte mit Nelio Djalo und später Alexandru Georgescu frischen Wind, doch Southampton blieb stabil. Die Defensive, um den eingewechselten Kai Peter neu sortiert, ließ kaum noch etwas zu. Und wenn doch, dann war Lithgow zur Stelle - oder der Ball flog, wie so oft, knapp vorbei.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen: 9:8 Torschüsse, 50:50 Zweikampfquote. Doch die entscheidende Statistik stand auf der Anzeigetafel. Und die lautete 3:1. "Wir hatten die Chancen", seufzte Barrow-Coach Königs, "aber Southampton hatte die Tore. Und leider zählt das immer noch mehr."

Als die Spieler nach dem Abpfiff in die Kabinen gingen, blieb die Stimmung im Stadion ausgesprochen heiter. Ein älterer Fan fasste es treffend zusammen: "Schönes Spiel. Drei Tore, keine Herzinfarkte, und der Bus nach Hause fährt noch."

Southampton also mit einem verdienten Sieg, der Mut, Tempo und Spielfreude belohnte. Barrow dagegen mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz zwar chic aussieht, aber auf dem Videowürfel keine Punkte bringt.

Oder, wie Billy Benett es beim Rausgehen formulierte: "Manchmal gewinnst du, weil du besser bist. Und manchmal, weil du einfach mehr Bock hast."

Southampton hatte diesmal beides.

19.11.643999 12:38
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Wer am Samstag nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, der kann ja am Sonntag noch laufen.
Werner Lorant
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